Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Amos 5,14-15.21-24

Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben und dann wird, wie ihr sagt, der HERR, der Gott der Heerscharen, bei euch sein. Hasst das Böse, liebt das Gute und bringt im Tor das Recht zur Geltung! Vielleicht ist der HERR, der Gott der Heerscharen, dem Rest Josefs dann gnädig. Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen. Wenn ihr mir Brandopfer darbringt, ich habe kein Gefallen an euren Gaben und eure fetten Heilsopfer will ich nicht sehen. Weg mit dem Lärm deiner Lieder! Dein Harfenspiel will ich nicht hören, sondern das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Worte des Propheten Amos wollen die Scheinheiligkeit derer enthüllen und verurteilen, die weiterhin die Armen unterdrücken, aber von der Richtigkeit ihrer Taten überzeugt sind, da sie einen den Regeln des Tempels folgenden Kult ausüben. Ohne die Gerechtigkeit gegenüber den Armen zu üben kann man Gott nicht verehren. Die Propheten drücken sich hierzu sehr klar aus und sind sich einig, was diesen Punkt betrifft. Einem Volk, das Gott durch Worte und Rituale ehrt, ohne jedoch Gerechtigkeit zu üben und sich der Armen anzunehmen, wird die Verachtung Gottes zuteil. Amos verwendet besonders harte Worte: „Ich hasse eure Feste, ich verabscheue sie und kann eure Feiern nicht riechen... das Recht ströme wie Wasser, die Gerechtigkeit wie ein nie versiegender Bach." Diesen Aufruf müssen wir uns wieder viel stärker ins Bewusstsein rufen, denn er wird oft vergessen in einer Welt, in der dem Schrei der Armen selten Gehör geschenkt wird, da jeder von sich selbst und dem ruhelosen Streben nach einem rein individuellen Wohlbefinden eingenommen ist. Der Appell des Propheten hilft uns dabei, einen Weg zu finden, der unseren Glauben lebendig und wirksam macht: „Sucht das Gute, nicht das Böse; dann werdet ihr leben und dann wird, wie ihr sagt, der Herr, der Gott der Heerscharen, bei euch sein". „Hasst das Böse, liebt das Gute, und bringt bei Gericht das Recht zur Geltung." Christ zu sein, ohne diese Worte des Propheten präsent zu haben, ist unmöglich. Man kann nicht so leben, als gäbe es das Böse und die Ungerechtigkeit nicht. Dennoch reicht eine bloße Anklage des Bösen nicht aus. Wir sollen uns vielmehr für das Gute einsetzen und für die Gerechtigkeit arbeiten. Unsere Liebe für die Armen entsteht aus ihrem Recht, Liebe und Hilfe zu erfahren. Gutes zu tun bedeutet, die wahre Bestimmung der Schöpfung zu verwirklichen, denn der Herr hat sie für das Gute geschaffen, damit wir alle an diesem gemeinsamen Guten teilhaben können. Ein Volk der Armen wartet darauf, dass jeder einzelne seinen Schrei hört und sich mit ihm auf die Suche nach dem Guten macht.