Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Gedenken an Floribert Bwana Chui, einen jungen Kongolesen der Gemeinschaft Sant'Egidio, der im Jahr 2007 in Goma von Unbekannten getötet wurde, weil er sich der Bestechung widersetzte.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Hosea 10,1-3.7-8.12

Israel war ein üppiger Weinstock, der seine Frucht brachte. Je fruchtbarer er war, desto zahlreicher machte man die Altäre. Je schöner sein Land wurde, umso schöner schmückten sie die Steinmale. Ihr Herz ist geteilt, jetzt müssen sie büßen: Er selbst wird ihre Altäre zerbrechen, ihre Steinmale verwüsten. Dann werden sie sagen: Wir haben keinen König mehr; denn wir haben den HERRN nicht gefürchtet. Aber auch ein König - was könnte er für uns tun? Vernichtet ist Samaria, sein König - wie ein abgebrochener Zweig auf dem Wasser. Verwüstet werden die Kulthöhen von Awen, die Sünde Israels: Dornen und Disteln werden ihre Altäre überwuchern. Dann wird man zu den Bergen sagen: Deckt uns zu! und zu den Hügeln: Fallt auf uns! Sät für euch in Gerechtigkeit, erntet in Liebe! Nehmt Neuland unter den Pflug! Es ist Zeit, den HERRN zu suchen; dann wird er kommen und Gerechtigkeit auf euch regnen lassen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hosea ist der Erste unter den Propheten des Ersten Testamentes, der Israel mit einem Weinberg vergleicht: „Israel war ein üppiger Weinstock, der seine Frucht brachte." Mit diesem Bild veranschaulicht Hosea den Wohlstand des Volkes Israel. Zwischen der Fülle des Weinberges, des Werkes des Herrn, und der Hartherzigkeit Israels, das die ihm angebotene Hilfe ablehnte, besteht ein schmerzhafter Kontrast. Der Herr vertraut seinem Volk eine schwere Aufgabe an, die mit dem Bild vom Pflügen und der Aussaat beschrieben wird. Efraim und Jakob - und damit das ganze Volk Israel - sind von Gott dazu berufen, Gerechtigkeit auf dem Acker des Lebens auszusäen, um Liebe ernten zu können. Beide, Gerechtigkeit und Liebe, sind die Früchte desjenigen, der den Herrn sucht und treu auf sein Wort hört. Wer dagegen Schlechtigkeit und Hass sät, wird Verbrechen ernten. Der Herr vertraut uns allen die Aufgabe an, Gerechtigkeit in einer Welt zu säen, die weder Gerechtigkeit noch Mitleid kennt. Leider liegt auf allen der Drang, nur nach der eigenen Sicherheit und Sattheit zu streben. Aber wer nur an sich selbst denkt und sich auf die eigene Kraft verlässt, entfernt sich von Gott und schafft eine gewalttätige Welt, in der Konflikt und Krieg zu Mitteln des Machtbeweises werden (vgl. Hos 10, 13-14). Die Gerechtigkeit Gottes geht weit über die bloße Berechnung und das begrenzte Maß der menschlichen Erkenntnis hinaus. Sie erfüllt sich durch Güte und Barmherzigkeit. Alle Gläubigen sind dazu aufgerufen, jeden Tag den Acker des Lebens zu bestellen, indem sie Liebe und Barmherzigkeit säen. Auf einem solchen Acker wachsen Früchte der Gerechtigkeit und des Friedens für alle. Diese Aufgabe ist zu Beginn dieses neuen Jahrtausends besonders dringend.