Gedenken an die Kirche

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Hosea 11,1-4.8-9

Als Israel jung war, gewann ich ihn lieb, ich rief meinen Sohn aus Ägypten. Je mehr man sie rief, desto mehr liefen sie vor den Rufen weg: Den Baalen brachten sie Schlachtopfer dar, den Götterbildern Räucheropfer. Ich war es, der Efraim gehen lehrte, der sie nahm auf seine Arme. Sie aber haben nicht erkannt, dass ich sie heilen wollte. Mit menschlichen Fesseln zog ich sie, mit Banden der Liebe. Ich war da für sie wie die, die den Säugling an ihre Wangen heben. Ich neigte mich ihm zu und gab ihm zu essen. Wie könnte ich dich preisgeben, Efraim, wie dich ausliefern, Israel? Wie könnte ich dich preisgeben wie Adma, dich behandeln wie Zebojim? Gegen mich selbst wendet sich mein Herz, heftig entbrannt ist mein Mitleid. Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken und Efraim nicht noch einmal vernichten. Denn ich bin Gott, nicht ein Mensch, der Heilige in deiner Mitte. Darum komme ich nicht in der Hitze des Zorns.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der heutige Abschnitt beschreibt die väterliche und mütterliche Sorge Gottes um Israel, seinen Sohn. Er gehört zu den zärtlichsten und anrührendsten Abschnitten der gesamten Heiligen Schrift, in dem wir die Klage eines Vaters hören, der von seinem Sohn trotz seiner innigen Liebe zu ihm verraten wurde. Gottes Ruf, mit dem dieser Abschnitt beginnt, entspringt einem leidenschaftlichen Herzen, das diesem Sohn eine außergewöhnliche Mission anvertrauen will. Deshalb befreit er ihn aus der Sklaverei und umsorgt ihn auf den verschiedenen Schritten seines Lebens. Er lässt ihn wachsen, er lehrt ihn gehen, indem er ihn bei der Hand nimmt, er zieht ihn mit Banden der Liebe an sich, er beugt sich, um ihn zu ernähren. Was hat der Vater nicht alles für seinen Sohn getan! Und doch erlebt er nichts als Verrat. Diesen Abschnitt können wir auch auf uns beziehen. Der Herr hat sich auch unser angenommen. Sein Ruf hat uns zu Gliedern seines Volkes, seiner Familie, der Gemeinschaft der Gläubigen gemacht. Auch haben wir eine Mutter, die Kirche. Die frühen Kirchenväter sagten: „Man kann Gott nicht zum Vater haben, wenn man nicht die Kirche zur Mutter hat." Das ist das große Geschenk, das Gott uns gemacht hat. Doch verhalten auch wir uns häufig wie Israel, wenn wir weiter unseren Instinkten folgen und uns so von Gott entfernen. Doch der Herr verzichtet nicht auf seinen Traum für uns, nämlich uns von den zahlreichen Sklavereien der Welt zu befreien, damit wir unter allen Völkern Zeugen einer außergewöhnlichen Liebe sind. Trotz unseres Verrates kehrt der Herr zurück, um uns zu rufen, uns nachzulaufen, zu vergeben und uns zu ihm hinzuziehen. Kein Vater in der Welt würde sich weiter wie Gott verhalten. Doch Gott lässt sich unaufhörlich rühren und bekräftigt: „Ich will meinen glühenden Zorn nicht vollstrecken". Noch immer erbebt er vor Liebe zu uns. Er geht uns nach und spricht zu uns, bis wir zu ihm umkehren und uns von seiner Liebe umschließen lassen.