Gedenken an die Kirche

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der erste Brief an die Korinther 15,1-11

Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht. Durch dieses Evangelium werdet ihr gerettet werden, wenn ihr festhaltet an dem Wort, das ich euch verkündet habe, es sei denn, ihr hättet den Glauben unüberlegt angenommen. Denn vor allem habe ich euch überliefert, was auch ich empfangen habe: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. Danach erschien er mehr als fünfhundert Brüdern zugleich; die meisten von ihnen sind noch am Leben, einige sind entschlafen. Danach erschien er dem Jakobus, dann allen Aposteln. Zuletzt erschien er auch mir, gleichsam der Missgeburt. Denn ich bin der Geringste von den Aposteln; ich bin nicht wert, Apostel genannt zu werden, weil ich die Kirche Gottes verfolgt habe. Doch durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und sein gnädiges Handeln an mir ist nicht ohne Wirkung geblieben. Mehr als sie alle habe ich mich abgemüht - nicht ich, sondern die Gnade Gottes zusammen mit mir. Ob nun ich verkünde oder die anderen: Das ist unsere Botschaft und das ist der Glaube, den ihr angenommen habt.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Bisher ging es dem Apostel darum, in der Gemeinde von Korinth für Ordnung zu sorgen. Er hat einige moralische Fragen gelöst und einige Verhaltensregeln auch für die liturgischen Versammlungen aufgestellt. Jetzt spricht er das zentrale Glaubensgeheimnis und damit auch das Kernstück der Liturgiefeier an, auf die der Apostel in diesem Brief sein besonderes Augenmerk richtet: das Geheimnis der Auferstehung Jesu. Sie ist das Herz des Evangeliums, das Paulus verkündigt hat: „Ich erinnere euch, Brüder und Schwestern, an das Evangelium, das ich euch verkündet habe. Ihr habt es angenommen; es ist der Grund, auf dem ihr steht." Doch nur, so warnt der Apostel, „wenn ihr festhaltet an dem Wort, das ich euch verkündet habe". Auch was seinen Inhalt betrifft, ist der christliche Glaube ein Geschenk, das man annimmt. Sein Kernstück ist die leibliche Auferstehung Jesu von den Toten. Der Apostel wendet sich energisch gegen die, die behaupten, dass es keine Auferstehung von den Toten gebe. Denn damit würde man auch die Auferstehung Jesu für nichtig erklären, und dann wären sowohl das Evangelium als auch der Glaube „leer" (1 Kor 15,14). Das Heil aber besteht ebendarin, dass Jesus von den Toten auferstanden und der Erstgeborene, der „Erste der Entschlafenen" (1 Kor 15,20) geworden ist, das heißt, der Erste von allen Söhnen und Töchtern Gottes, der wieder zum Leben erwacht und zur Fülle des Heils gelangt. Jesus hat seinen Jüngern einen Vorgeschmack darauf gegeben, als er nach Ostern vierzig Tage lang bei ihnen war. Zuerst erschien er den Zwölfen und dann über 500 Brüdern und Schwestern auf einmal, von denen, wie Paulus schreibt, die meisten noch am Leben sind. Sie konnten mit eigenen Augen sehen, dass Jesus, der gekreuzigt worden war, auferstanden war und den Tod besiegt hatte. Die Jesusjünger aller Zeiten - also auch wir - gehen daher der Vollendung der Auferstehung entgegen, die am Ende der Zeiten geschehen wird, wenn Gott alles in allem sein wird. Dies ist das Geheimnis, das wir jeden Sonntag in der Eucharistie feiern. Die Kirche lässt uns nach der Wandlung sagen: „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit."