Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Gedenktag des seligen Giuseppe Puglisi, Priester der Kirche von Palermo, der 1993 von der Mafia ermordet wurde.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Epheser 3,2-12

Ihr habt doch gehört, welches Amt die Gnade Gottes mir für euch verliehen hat. Durch eine Offenbarung wurde mir das Geheimnis kundgetan, wie ich es soeben kurz beschrieben habe. Wenn ihr das lest, könnt ihr erkennen, welche Einsicht in das Geheimnis Christi mir gegeben ist. Den Menschen früherer Generationen wurde es nicht kundgetan, jetzt aber ist es seinen heiligen Aposteln und Propheten durch den Geist offenbart worden: dass nämlich die Heiden Miterben sind, zu demselben Leib gehören und mit teilhaben an der Verheißung in Christus Jesus durch das Evangelium. Dessen Diener bin ich geworden dank des Geschenks der Gnade Gottes, die mir durch das Wirken seiner Macht verliehen wurde. Mir, dem Geringsten unter allen Heiligen, wurde diese Gnade zuteil: Ich soll den Heiden mit dem Evangelium den unergründlichen Reichtum Christi verkünden und enthüllen, was die Verwirklichung des geheimen Ratschlusses beinhaltet, der von Ewigkeit her in Gott, dem Schöpfer des Alls, verborgen war. So soll jetzt den Fürsten und Gewalten des himmlischen Bereichs durch die Kirche die vielfältige Weisheit Gottes kundgetan werden, nach seinem ewigen Plan, den er durch Christus Jesus, unseren Herrn, ausgeführt hat. In ihm haben wir den freien und vertrauensvollen Zugang, den der Glaube an ihn schenkt.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Horizont, in den Paulus seine Mission stellt, ist der große Plan Gottes für die Menschheit, das heißt die Einheit aller Völker und ihr Zugang zum Vater: „Deshalb bin ich, Paulus, der Gefangene Christi Jesu für euch, die Heiden" (Eph 3,1). Der Apostel unterstreicht die Verbindung mit Christus, der ihn erwählt und zu den Heiden gesandt hat - zu all jenen also, die nicht zum Volk Israel gehören. Paulus fühlt sich als „der Gefangene" dieser Sendung, insofern er diese seine Sendung in vollkommener Abhängigkeit vom Herrn lebt. Sicher ist er ein Apostel wie die anderen (vgl. Eph 2,20), aber mehr als die anderen verdient er den Titel des Völkerapostels. Paulus weiß um die Größe seiner Sendung, ein „Diener" des Evangeliums geworden zu sein. Diese Sendung ist für ihn kein Anlass zu persönlichem Stolz. Ihm ist deutlich bewusst, welchem Leben er entrissen und für welche Sendung er ausgewählt worden ist. Paulus betont seine Kleinheit und stellt so die Größe der empfangenen Berufung heraus, „den unergründlichen Reichtum Christi" zu verkünden. Dieses „Geheimnis", das sich ihm kundgetan hat, ist nicht auf herkömmlichen Wegen erfahrbar. Allein Gott enthüllt es. Für Paulus war es eine überwältigende spirituelle Erfahrung, ein Licht, das in die Tiefe seines Herzens eingedrungen ist und ihn befähigt hat, seinerseits die Menschen zu erleuchten (vgl. 2 Kor 4,6). Diese Erfahrung des Paulus lässt sich zur charismatischen Dimension der Kirche in Beziehung setzen, die bis heute auf vielfältige und unterschiedliche Weise gegenwärtig ist. Wir alle sind berufen, vereint mit Christus zu einem einzigen „neuen Menschen" (Eph 2,15), zu einer einzigen, aus allen Völkern bestehenden Familie zu werden. Die Kirche ist das Werkzeug, mit dem Christus die Versöhnung unter die Völker der Erde bringen will. Ihre innere Einheit ist der Sauerteig der Einheit unter den Völkern. Dafür hatte Jesus selbst gebetet: „Alle sollen eins sein: Wie du, Vater, in mir bist und ich in dir bin, sollen auch sie in uns sein, damit die Welt glaubt, dass du mich gesandt hast" (Joh 17,21). Die Gemeinschaft der Gläubigen wird zur Vermittlerin dieser neuen Beziehung, die Gott durch Jesus zur ganzen Menschheit hergestellt hat. Es ist eine mühsame und schwierige Aufgabe. Deshalb ruft Paulus dazu auf, nicht zu verzagen. Die Leiden, die diese Aufgabe mit sich bringt, sind das Zeichen einer neuen Geburt, der Hervorbringung einer neuen Menschheit.