Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Epheser 4,1-6

Ich, der Gefangene im Herrn, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging. Seid demütig, friedfertig und geduldig, ertragt einander in Liebe und bemüht euch, die Einheit des Geistes zu wahren durch das Band des Friedens! Ein Leib und ein Geist, wie ihr auch berufen seid zu einer Hoffnung in eurer Berufung: ein Herr, ein Glaube, eine Taufe, ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Mit dem vierten Kapitel beginnt der zweite Teil des Epheserbriefes, der einen eher mahnenden Charakter hat. Paulus wendet sich mit Leidenschaft an die Christen von Ephesus und stellt einen Zusammenhang zwischen dem Wirken Gottes und ihrer Antwort her: „Ich, der Gefangene im Herrn, ermahne euch, ein Leben zu führen, das des Rufes würdig ist, der an euch erging." Er weiß, dass es keine Trennung zwischen der empfangenen Berufung und dem Verhalten geben kann, das daraus folgen muss. Denn die Authentizität des Glaubens ergibt sich aus dem Lebenszeugnis. Das gilt für ihn, den Apostel, und das gilt genauso für jeden Gläubigen. Paulus fordert die Christen daher auf, es zu ihrem Lebensinhalt zu machen, dass die Gemeinde in Liebe und Einheit aufgebaut wird und wächst. Sieben Mal wiederholt der Apostel das Zahlwort „ein" und unterstreicht so die Einheit der Gemeinde. Der Apostel mahnt die Christen, durch ein demütiges, friedfertiges und geduldiges Verhalten „die Einheit des Geistes zu wahren". Warum sind die genannten Verhaltensweisen so wichtig? Weil der Apostel der Auffassung ist, dass durch sie die Einheit gewahrt wird. Die Demut lässt den Gläubigen vor Gott leben wie einer, der alles von ihm erwartet. Die Friedfertigkeit bringt ihn dazu, nicht mit Gewalt zu reagieren. Die Geduld schließlich macht ihn Gott ähnlich, der allen gegenüber geduldig ist. Das Vorbild, auf das wir schauen sollen, ist Jesus, denn er ist „gütig und von Herzen demütig" (Mt 11,29). Er ist gekommen, „um zu dienen und sein Leben hinzugeben" (Mk 10,45), und er „erniedrigte sich und war gehorsam bis zum Tod" (Phil 2,8). Der Apostel fordert die Epheser auf, die Einheit „zu wahren", und warnt, dass jede Verletzung der Einheit der Gemeinde eine Verletzung ist, die dem Leib Christi selbst zugefügt wird. Damit begeht man Verrat an der Berufung, ein einziger Leib zu sein, einen einzigen Glauben und eine einzige Taufe zu haben und einen einzigen Gott und Vater aller anzuerkennen. Quelle der Einheit ist die Aufnahme des einen Geistes im Herzen der Gläubigen. Sie wird uns geschenkt, wenn wir Kinder des einen Vaters und der einen Mutter Kirche werden.