Gedenken an die Mutter des Herrn

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Gedenken an das historische Treffen von Assisi 1986, zu dem Papst Johannes Paul II. Vertreter aller christlichen Konfessionen und der großen Weltreligionen eingeladen hatte, um für den Frieden zu beten.
Gedenken an Dominique Green, einen jungen Afroamerikaner, der 2004 hingerichtet wurde. Gebet für die zum Tode Verurteilten und für die Abschaffung der Todesstrafe.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Epheser 5,21-33

Einer ordne sich dem andern unter in der gemeinsamen Furcht Christi! Ihr Frauen euren Männern wie dem Herrn; denn der Mann ist das Haupt der Frau wie auch Christus das Haupt der Kirche ist. Er selbst ist der Retter des Leibes. Wie aber die Kirche sich Christus unterordnet, so sollen sich auch die Frauen in allem den Männern unterordnen. Ihr Männer, liebt eure Frauen, wie auch Christus die Kirche geliebt und sich für sie hingegeben hat, um sie zu heiligen, da er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort! So will er die Kirche herrlich vor sich hinstellen, ohne Flecken oder Falten oder andere Fehler; heilig soll sie sein und makellos. Darum sind die Männer verpflichtet, ihre Frauen so zu lieben wie ihren eigenen Leib. Wer seine Frau liebt, liebt sich selbst. Keiner hat je seinen eigenen Leib gehasst, sondern er nährt und pflegt ihn, wie auch Christus die Kirche. Denn wir sind Glieder seines Leibes. Darum wird der Mann Vater und Mutter verlassen und sich an seine Frau binden und die zwei werden ein Fleisch sein. Dies ist ein tiefes Geheimnis; ich beziehe es auf Christus und die Kirche. Indessen sollt auch ihr, jeder Einzelne, seine Frau lieben wie sich selbst, die Frau aber ehre ihren Mann.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel versäumt es nicht, auch die Beziehungen innerhalb der Familie gemäß dem Denken des Evangeliums zu deuten. Er weiß genau, dass die Mitglieder einer christlichen Familie auf neue Weise, nämlich als Personen miteinander umgehen müssen, die sich vor allem Christus unterordnen. Das bringt auch innerhalb der Ehe und der Familie neue Beziehungen hervor. Alle sind berufen, sich „in der gemeinsamen Furcht Christi" einander unterzuordnen. Noch vor dem Respekt vor ihren jeweiligen sozialen Rollen steht für beide, den Ehemann und die Ehefrau, ihre Zugehörigkeit zu Christus. Mit dieser Ermahnung wird jede Versuchung, sich autoritär zu verhalten, sich also dem anderen überlegen zu fühlen, mit der Wurzel ausgerissen. Paulus respektiert die geltenden Familienstrukturen seiner Zeit, betrachtet jedoch die Ehepartner als Geschwister in Christus. Ihre bräutliche Beziehung soll mithin von derselben Geschwisterlichkeit beseelt werden, die auch in der Kirche herrscht. Die christlichen Eheleute sind zu einer ähnlichen Gegenseitigkeit in der Liebe aufgerufen, wie sie zwischen Christus und der Kirche besteht, zu einer Liebe also, die bis zur Hingabe des Lebens reicht. Ihre Berufung besteht darin, sich gemeinsam dem Leben und der Weitergabe der Liebe bis an die Enden der Erde zu öffnen. Das „große Geheimnis" der Liebe Christi und der Kirche erleuchtet die eheliche Liebe und gibt ihr die Kraft, immer weiter über sich hinauszuwachsen. Jeder ausschließlich auf die Familie oder auf Abschottung gerichtete Aspekt wird überwunden. Deshalb kommt der Moment, da „der Mann Vater und Mutter verlassen" wird. Die Liebe, die die beiden Eheleute miteinander verbindet, bringt Neues hervor und drängt dazu, die Liebe bis an die Enden der Erde auszuweiten.