Gedenken an die Armen

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Offenbarung des Johannes 14,1-3.4-5

Und ich sah und siehe, das Lamm stand auf dem Berg Zion und bei ihm waren hundertvierundvierzigtausend; auf ihrer Stirn trugen sie seinen Namen und den Namen seines Vaters geschrieben. Dann hörte ich eine Stimme vom Himmel her, die dem Rauschen von Wassermassen und dem Rollen eines gewaltigen Donners glich. Die Stimme, die ich hörte, war wie der Klang der Harfe, die ein Harfenspieler schlägt. Und sie sangen ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier Lebewesen und vor den Ältesten. Aber niemand konnte das Lied lernen außer den hundertvierundvierzigtausend, die von der Erde weg freigekauft sind. Sie sind es, die sich nicht mit Frauen befleckt haben; denn sie sind jungfräulich. Sie folgen dem Lamm, wohin es geht. Sie allein unter allen Menschen sind freigekauft als Erstlingsgabe für Gott und das Lamm. Denn in ihrem Mund fand sich keinerlei Lüge. Sie sind ohne Makel.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Nach der Vision von den beiden Tieren hat Johannes eine dritte Vision. Er sieht den Berg Zion und darauf das Lamm, Christus, das nun verherrlicht in die Mitte des Geschehens zurückkehrt. Wir wissen bereits, dass das Lamm für Fügsamkeit steht und eine Bestimmung zum österlichen Opfer versinnbildlicht. Mithin ist es ein passendes Zeichen für Christus: für seinen Tod am Kreuz - „es sah aus wie geschlachtet" (Offb 5,6) -, aber auch für seine österliche Herrlichkeit. Denn es steht auf dem Tempelberg, und dieses Aufrechtstehen ist ein Zeichen des Sieges und der Herrlichkeit. Zion wird zum Ort, an dem die ganze Schar derer, die durch das Blut des Lammes erlöst worden sind, zusammenströmt. Die unüberschaubare Prozession der Auserwählten, der Gerechten und der Märtyrer steigt die Hänge dieses Berges hinauf. Der Gegensatz zu der vorherigen Prozession der Anhänger des Tieres ist nicht zu übersehen: Jene trugen das Brandzeichen der Knechtschaft und Gewalt, diese hier aber tragen das Siegel Gottes und Christi. So sehr sich das Böse auch gegen die Gläubigen abmühen mag - niemand vermag sie mehr der Hand Gottes zu entreißen. Die Hundertvierundvierzigtausend stehen nicht so sehr für die Gemeinschaft, die den Himmel erreicht hat, sondern für die Gläubigen, die noch immer den Angriffen des Feindes ausgesetzt sind. Es sind die Christen, die treu auf das Evangelium hören und dem Lamm beharrlich nachfolgen, „wohin es geht", bis in den Tod, bis ins Martyrium. Sie sind „von der Erde weg freigekauft" und mithin das Eigentum und der Besitz des Herrn, „denn sie sind jungfräulich", das heißt, nicht von den Götzen dieser Welt besudelt. Die Unzucht ist nämlich immer ein Symbol für den Götzendienst. Der Apostel fährt fort: „Sie allein unter allen Menschen sind freigekauft als Erstlingsgabe für Gott und das Lamm." Sie werden nicht dem blinden Schicksal der Welt überlassen werden. Ihre Stirn ist mit dem Namen Gottes und des Lammes und nicht mit dem Namen des Tieres bezeichnet. Sie und nur sie können das Lied verstehen, das vom Himmel herabsteigt - die Gemeinschaft mit Gott und den Heiligen - und gemeinsam dem Herrn ein Loblied singen.