Gedenken an die Mutter des Herrn

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Offenbarung des Johannes 14,14-19

Dann sah ich und siehe, eine weiße Wolke. Auf der Wolke thronte einer, der wie ein Menschensohn aussah. Er trug einen goldenen Kranz auf dem Haupt und eine scharfe Sichel in der Hand. Und ein anderer Engel kam aus dem Tempel und rief dem, der auf der Wolke saß, mit lauter Stimme zu: Schick deine Sichel aus und ernte! Denn die Zeit zu ernten ist gekommen: Die Frucht der Erde ist reif geworden. Und der auf der Wolke saß, schleuderte seine Sichel über die Erde und die Erde wurde abgeerntet. Und ein anderer Engel trat aus dem himmlischen Tempel. Auch er hatte eine scharfe Sichel. Vom Altar her kam noch ein anderer Engel, der die Macht über das Feuer hatte. Dem, der die scharfe Sichel trug, rief er mit lauter Stimme zu: Schick deine scharfe Sichel aus und ernte die Trauben vom Weinstock der Erde! Seine Beeren sind reif geworden. Da schleuderte der Engel seine Sichel auf die Erde, erntete den Weinstock der Erde ab und warf die Trauben in die große Kelter des Zornes Gottes.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Johannes sieht eine neue Szene: sechs Engel mit Christus in ihrer Mitte, der einen Kranz auf dem Haupt und eine Sichel in der Hand trägt. Er ist der Herr, der Richter über die Geschichte. Das Weltgericht wird angekündigt und vorbereitet. Schon der Prophet Joël hatte den „Tag des Herrn ... im Tal der Entscheidung" beschrieben (4,14): „Schwingt die Sichel; denn die Ernte ist reif. Kommt, tretet die Kelter; denn sie ist voll, die Tröge fließen über. Denn ihre Bosheit ist groß" (4,13). Auch Jesus hatte mehrfach von diesem Tag der Weinlese und der Ernte gesprochen. Der erste Engel warnt, dass das Gericht bevorsteht, und bringt „ein ewiges Evangelium" (Offb 14,6). Es ist nicht das „kleine Buch", das den Jüngern vorbehalten ist, sondern die Verkündigung des Vorrangs, der Gott und der Liebe im Leben der Menschen gebührt: „Fürchtet Gott, und erweist ihm die Ehre!" (Offb 14,7). Wer sich von der Liebe leiten lässt, wird gerettet werden - so könnten wir diese Worte übersetzen. Das lesen wir auch in der Beschreibung des Endgerichts im 25. Kapitel bei Matthäus. Das „ewige Evangelium" ist das universale Evangelium der Liebe. Wir können es mit der zweiten Seligpreisung in Verbindung bringen, die der Apostel im Buch der Offenbarung aufschreibt: „Selig die Toten, die im Herrn sterben", denn ihnen wird das Himmelreich geschenkt. Die Menschheitsgeschichte fließt nicht sinnlos dahin und ist auch kein Weg ohne Licht. Die Geschichte erwächst aus der Liebe Gottes und findet in seiner Liebe auch ihr Ziel. Das Übrige, alles, was nicht von Gott stammt, alles, was nicht Liebe ist, wird abgeerntet, abgemäht und verbrannt, angefangen bei der Hurenstadt Babylon. Sie wird gestürzt, und alle, die sich vom Tier haben verführen lassen, werden von den Qualen zerrissen. Doch Christus, der sein Blut vor den Toren der Stadt vergossen hat, wird zur Quelle des Heils für alle, die ihn aufnehmen. Das Heil kommt von ihm, wir müssen es nur annehmen.