Gedenken an die Kirche

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Markus 1,40-45

Ein Aussätziger kam zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du mich rein machen. Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will - werde rein! Sogleich verschwand der Aussatz und der Mann war rein. Jesus schickte ihn weg, wies ihn streng an und sagte zu ihm: Sieh, dass du niemandem etwas sagst, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring für deine Reinigung dar, was Mose festgesetzt hat - ihnen zum Zeugnis. Der Mann aber ging weg und verkündete bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die Geschichte, sodass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus fuhr fort, die Ankunft des Reiches Gottes zu verkünden und viele Krankheiten zu heilen. An einem dieser Tage geht er auf einen Aussätzigen zu. Aussätzige waren zu einem Leben am Rande verurteilt und mussten sich von den anderen fernhalten. Dabei konnten sie nur auf ein Almosen hoffen. Als aber dieser Aussätzige hörte, was Jesus tat, schöpfte er neue Hoffnung. Er setzte sich über die Vorschrift hinweg, keine bewohnten Orte betreten zu dürfen, und ging auf Jesus zu. Sein Gedanke war, dass dieser junge Prophet ihm helfen konnte. Während sich alle aus Angst vor Ansteckung von ihm fernhielten, nahm Jesus ihn auf, als er ihn kommen sah. Dieser Aussätzige steht für die unermessliche Schar derer, die noch heute keine Hoffnung auf Heilung haben und von den Menschen aus Angst vor Ansteckung auf Abstand gehalten werden. Manchmal werden nicht nur einzelne Personen, sondern ganze Völker von der Entwicklung ausgeschlossen, auf die alle ein Recht haben. Als dieser Aussätzige zu Jesus kam, fiel er nieder und bat um Heilung: "Wenn du willst, kannst du mich rein machen." Jesus hatte "Mitleid mit ihm". Er erhörte die Bitte und berührte mit seiner Hand den Aussätzigen, der von Gesetzes wegen als Unberührbarer galt. Bei allen drei Synoptikern heißt es, dass Jesus den Aussätzigen mit der Hand berührte. Während wir in der Pandemie für lange Zeit die strengen Distanzregeln eingehalten haben, um Ansteckungen zu verhindern, ruft uns dieses Evangelium mit dem Bericht über das Berühren mit der Hand den Auftrag in Erinnerung, auf jede mögliche Weise - freilich ohne Leichtsinn - die Bedeutung der Beziehungen, der Nähe, der Zuneigung zu erkennen. Denn diese Werte müssen wieder mit Leben erfüllt werden, damit die Isolation nicht zur Einsamkeit wird. Jesus gab mit dieser Geste und der anschließenden Heilung dem leidgeprüften Aussätzigen seine Würde und das Recht zurück, ohne Diskriminierung mit allen zusammenzuleben. Die Liebe Jesu zu ihm war wahrlich groß. Jesus wies den Mann streng an, nichts zu sagen. Vielleicht wollte er verhindern, verfolgt zu werden, denn er hatte sich über die Vorschriften hinweggesetzt. Dagegen sollte er sich den Priestern zeigen und ein Opfer darbringen, wie es den Vorschriften entsprach. Der Geheilte war jedoch so glücklich, dass er die Nachricht von seiner Heilung nicht für sich behalten konnte. Jedem, den er traf, erzählte er in seiner überströmenden Freude, was ihm widerfahren war. Das Wunder, das uns Markus überliefert, ist für uns alle und jede christliche Gemeinschaft unserer Zeit ein Aufruf, so wie Jesus auf den Schrei der Armen zu hören. Denn auch wir sollen mit seiner Hilfe das Wunder wirken, das die Würde zurückgibt und die Freude der Kranken und Armen in dieser Welt vermehrt.