Gebet für die Kranken

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Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Evangelium nach Lukas 6,36-38

Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist! Richtet nicht, dann werdet auch ihr nicht gerichtet werden! Verurteilt nicht, dann werdet auch ihr nicht verurteilt werden! Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden! Gebt, dann wird auch euch gegeben werden! Ein gutes, volles, gehäuftes, überfließendes Maß wird man euch in den Schoß legen; denn nach dem Maß, mit dem ihr messt, wird auch euch zugemessen werden.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Barmherzig wie Gott zu sein, bedeutet ein Herz zu haben wie er, so aufmerksam wie er zu sein und zu lieben wie er. Auch wenn uns dies sicherlich unmöglich ist, so wird es doch in der Welt gebraucht. Barmherzigkeit hat nichts mit süßlichem Sentimentalismus zu tun, sondern ist eine Kraft, die das Herz und die Geschichte verändert, wie es bei Jesus der Fall war. Voller Barmherzigkeit zog er durch die Dörfer und Städte seiner Zeit, vollbrachte Heilungen und verbreitete Freude. Die Barmherzigkeit ist auch der Ausgangspunkt für das Gebot, nicht zu verurteilen, sondern zu vergeben. Wer glaubt, er könne über alles richten, wird selbst verurteilt werden. Diese Mahnung ist sehr angebracht, denn zu richten meint hier einen Menschen abzuurteilen, ihn in eine Ecke zu stellen und ihm die Möglichkeit zu nehmen, sich zu ändern. Eine andere Sache ist es natürlich, das Fehlverhalten als solches zu verurteilen. Nie darf man den Menschen aburteilen, nie die Sünde gleichsetzen mit dem, der sie begeht. Wer urteilt, verurteilt in der Regel die anderen, nie sich selbst. Wir sind sehr geschickt darin, den Splitter im Auge des anderen zu sehen, den Balken in unseren eigenen Augen aber nicht. Jesus fordert: "Erlasst einander die Schuld, dann wird auch euch die Schuld erlassen werden. Gebt, dann wird auch euch gegeben werden." All dies soll im Überfluss geschehen, wie er hinzufügt. Der Hinweis vom gehäuften Getreide, das in so reichem Maß in den Sack geschüttet wird, dass es überfließt, ja fast schon verschwendet wird, deutet auf diese so übertriebene Liebe und Barmherzigkeit Gottes hin, derer die Welt bedarf. Gott gießt seine Barmherzigkeit weiter überbordend über uns aus, auch auf die Gefahr hin, sie dabei zu vergeuden.