Gedenken an die Mutter des Herrn

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Gedenken an Shahbaz Bhatti, den christlichen Minister für Minderheiten in Pakistan, der wegen seines Einsatzes für Frieden und Dialog im Jahr 2011 von Terroristen getötet wurde.


Lesung des Wortes Gottes

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Das Evangelium nach Matthäus 23,1-12

Darauf sprach Jesus zum Volk und zu seinen Jüngern und sagte: Auf dem Stuhl des Mose sitzen die Schriftgelehrten und die Pharisäer. Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach ihren Taten; denn sie reden nur, tun es aber nicht. Sie schnüren schwere und unerträgliche Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, selber aber wollen sie keinen Finger rühren, um die Lasten zu bewegen. Alles, was sie tun, tun sie, um von den Menschen gesehen zu werden: Sie machen ihre Gebetsriemen breit und die Quasten an ihren Gewändern lang, sie lieben den Ehrenplatz bei den Gastmählern und die Ehrensitze in den Synagogen und wenn man sie auf den Marktplätzen grüßt und die Leute sie Rabbi nennen. Ihr aber sollt euch nicht Rabbi nennen lassen; denn nur einer ist euer Meister, ihr alle aber seid Brüder. Auch sollt ihr niemanden auf Erden euren Vater nennen; denn nur einer ist euer Vater, der im Himmel. Auch sollt ihr euch nicht Lehrer nennen lassen; denn nur einer ist euer Lehrer, Christus. Der Größte von euch soll euer Diener sein. Denn wer sich selbst erhöht, wird erniedrigt, und wer sich selbst erniedrigt, wird erhöht werden.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Lob sei dir, Lob sei dir, oh Herr,
König der ewigen Herrlichkeit.

Der Abschnitt des Evangeliums besteht aus zwei Teilen. Im ersten weist Jesus "die Schriftgelehrten und die Pharisäer" harsch zurecht. Sie sind dem Volk Gottes keine wahren Hirten. Mit ihrem Verhalten widersprechen sie ihrem eigenen Glaubensbekenntnis. "Sie schnüren schwere und unerträgliche Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, selber aber wollen sie keinen Finger rühren, um die Lasten zu bewegen". Sie tun alles, "um von den Menschen gesehen zu werden". Gern machen sie "ihre Gebetsriemen breit", doch sie verhalten sich nicht nach dem, was in den Gebeten ausgesagt wird. Man befestigte an diesem Riemen Kästchen, in denen sich kleine Pergamentrollen mit einigen Bibelversen befanden. Man trug sie an der Stirn, um das Geschriebene nicht zu vergessen, und am linken Arm, um die Worte in die Tat umzusetzen. Inzwischen war all dies nur noch ein äußerliches Ritual, das den Inhalt der aufbewahrten Worte oft genug verriet. Weiter erhebt Jesus Anklage, sie würden "die Quasten" lang machen. Damit sind geflochtene Fransen mit einem violetten und blauen Faden gemeint, die an den vier Ecken des Obergewandes befestigt waren. Allerdings deckte sich das Leben der Pharisäer und Schriftgelehrten nicht mit dem, worauf all diese Dinge hinweisen sollten. Im Buch Numeri steht geschrieben: Sie "sollen an den Quasten eine violette Purpurschnur anbringen; sie soll bei euch zur Quaste gehören. Ihr sollt sie ansehen und euch an alle Gebote des HERRN erinnern; ihr sollt sie tun ..." (Num 15,38 f). Auch Jesus trug sie. Doch die Pharisäer verlängerten die Quasten in übertriebener Weise, ohne aber in der Barmherzigkeit zu wachsen. Deshalb sagte Jesus zu der Menge: "Tut und befolgt also alles, was sie euch sagen, aber richtet euch nicht nach ihren Taten". Eine ähnliche Überlegung folgt über die schlechte Angewohnheit, die Ehrenplätze bei jedem Festmahl und die vordersten Sitze in den Synagogen für sich zu beanspruchen.
Im zweiten Teil des Abschnittes wendet sich Jesus gegen die "akademischen" und offiziellen Titel, mit denen sich Schriftgelehrte und Priester vom Volk und von ihren Anhängern ansprechen lassen. Jesus erwähnt dabei den bekanntesten Titel, "Rabbi", das heißt "Meister". Jesus unterstreicht den absoluten Primat des Wortes Gottes. Dieser gilt für alle Gläubigen. Alle sollen das Wort gläubig annehmen und es immer und überall großzügig weitergeben und in radikaler Weise leben. Die väterliche Zuwendung Gottes zu unserem Leben geht aus dem Gehorsam gegenüber der väterlichen Weisung des Evangeliums hervor. Wir werden dabei entdecken, dass die wahre Freude und die wahre Größe darin bestehen, Diener des Wortes Gottes zu sein: voll Glauben darauf zu hören und es bis an die Grenzen der Erde weiterzugeben. So ahmen wir Jesus nach, der sanftmütig und von Herzen demütig ist.