Gedenken an die Mutter des Herrn

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 6,30-35

Sie sagten zu ihm: Welches Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

"Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?" Jesus hatte die Menschen dafür getadelt, nur auf das eigene Wohlergehen bedacht zu sein. Auf ihre Frage antwortet er mit dem Hinweis auf das eine Notwendige: den Glauben an den von Gott Gesandten. Die Menschen bleiben allerdings hartnäckig, vielleicht mit dem Wunsch an Jesus, nicht nur den Hunger der 5000 Menschen zu stillen, die das Wunder erlebt haben, sondern wie zu Zeiten des Mannas für die Speisung des ganzen Volkes Israel zu sorgen. Auf ihr Beharren antwortet Jesus, dass nicht Mose das Brot vom Himmel gegeben hat, sondern "mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben". Hartherzigkeit und Sturheit hindern die Zuhörer jedoch daran, die Worte Jesu in ihrer ganzen Tragweite zu verstehen. So deuten sie seine Worte weiter auf der Grundlage eigener Auffassungen, Bedürfnisse und Instinkte. Auch bei uns ist das der Fall, wenn wir die Worte des Evangeliums nicht in ihrer Tiefe betrachten und sie nur ausgehend von uns selbst deuten, ohne ihre Botschaft an uns wahrzunehmen. Denn die Bibel muss "spirituell" gelesen werden, begleitet von Gebet und einem bereiten Herzen. Ohne Gebet besteht die Gefahr, dass wir nur uns selbst betrachten und nicht den zu uns sprechenden Herrn. Und ohne die Gemeinschaft mit den Schwestern und Brüdern versperrt unser Ich den Zutritt zu diesem vielschichtigen Dialog, für den die Bibel geschrieben wurde. An diesem Punkt ist die Bitte der Menge angemessen: "Herr, gib uns immer dieses Brot!" Jesus entzieht sich nicht und sagt in aller Deutlichkeit: "Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben." Das ist eine feierliche und für das Johannesevangelium typische Aussage, die auf die göttliche Herkunft Jesu hinweist. Beim Lesen des vierten Evangeliums bemerken wir, dass Jesus viele konkrete Bilder verwendet, um seine große Liebe uns gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Er ist das wahre Brot, das wahre Leben, die Wahrheit, das Licht, die Tür, der gute Hirte, der Weinstock, das lebendige Wasser und auch die Auferstehung.