Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu
Gedenktag des Apostels Barnabas. Er war Begleiter des Paulus auf dessen Weg nach Antiochia und auf der ersten Missionsreise.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 19,31-37

Weil Rüsttag war und die Körper während des Sabbats nicht am Kreuz bleiben sollten - dieser Sabbat war nämlich ein großer Feiertag - , baten die Juden Pilatus, man möge ihnen die Beine zerschlagen und sie dann abnehmen. Also kamen die Soldaten und zerschlugen dem ersten die Beine, dann dem andern, der mit ihm gekreuzigt worden war. Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus. Und der es gesehen hat, hat es bezeugt und sein Zeugnis ist wahr. Und er weiß, dass er Wahres sagt, damit auch ihr glaubt. Denn das ist geschehen, damit sich das Schriftwort erfüllte: Man soll an ihm kein Gebein zerbrechen. Und ein anderes Schriftwort sagt: Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Kirche feiert heute das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu. Es wird zwar erst seit neuerer Zeit gefeiert, geht jedoch auf die zentrale Botschaft des Christentums zurück. Die Präfation der Liturgie möchte gleichsam seine tiefere Bedeutung beschreiben und uns das Geheimnis der Liebe Jesu betrachten lassen: "Am Kreuz erhöht, hat er sich für uns dahingegeben aus unendlicher Liebe und alle an sich gezogen. Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles." Die Liturgie bezeichnet das Herz Jesu als Quelle des Heils. Johannes schreibt: "... einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite und sogleich floss Blut und Wasser heraus." Dieses liturgische Gedenken lädt uns alle dazu ein, unsere Aufmerksamkeit auf das Geheimnis dieses Herzens zu richten, das alles hingibt zu unserem Heil. Dieses Herz aus Fleisch hat Mitleid empfunden, hat geweint, Zuneigung gezeigt und war nie voller Leidenschaft für sich selbst, sondern nur für die anderen. Es hat niemanden bevorzugt außer die Ärmsten, Kleinen, Schwachen und -Sünder. Es ist nicht wie unser Herz, das häufig aus Stein ist und sogar angesichts einer so großen Liebe regungslos bleibt. Aus dem Mitleid und der Betroffenheit dieses Herzens heraus hat Jesus sein öffentliches Leben begonnen. Matthäus schreibt, dass Jesus durch alle Städte und Dörfer Galiläas zog und Mitleid mit den vielen Menschen hatte, die herbeiströmten und müde und erschöpft waren wie Schafe ohne Hirten (Mt 9,35f). So begann er, sie zu versammeln und für sie zu sorgen. Mit Jesus war endlich der gute Hirt gekommen, von dem der Prophet Ezechiel spricht: "Siehe, ich selbst bin es, ich will nach meinen Schafen fragen und mich um sie kümmern. Wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert an dem Tag, an dem er inmitten seiner Schafe ist, die sich verirrt hat, so werde ich mich um meine Schafe kümmern und ich werde sie retten aus all den Orten" (Ez 34, 11-12). Das Johannesevangelium ruft uns auf, den Blick fest auf den Gekreuzigten zu richten und auf dieses Herz, das sich für uns durchbohren ließ, um den Menschen die Kraft zum Lieben wiederzuschenken.