Gedenken an die Armen

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Gedenktag des heiligen Bischofs und Kirchenlehrers Johannes Chrysostomus ("Goldmund", † 407). Die bekannteste Liturgie der byzantinischen Kirche trägt seinen Namen.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 7,1-10

Nachdem Jesus alle seine Worte dem Volk zu Gehör gebracht hatte, ging er nach Kafarnaum. Ein Hauptmann hatte einen Diener, den er sehr schätzte, der war krank und lag im Sterben. Als der Hauptmann aber von Jesus hörte, schickte er jüdische Älteste zu ihm mit der Bitte, zu kommen und seinen Diener zu retten. Sie gingen zu Jesus und baten ihn inständig. Sie sagten: Er verdient es, dass du seine Bitte erfüllst; denn er liebt unser Volk und hat uns die Synagoge gebaut. Da ging Jesus mit ihnen. Als er nicht mehr weit von dem Haus entfernt war, schickte der Hauptmann Freunde und ließ ihm sagen: Herr, bemüh dich nicht! Denn ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach einkehrst. Deshalb habe ich mich selbst auch nicht für würdig gehalten, zu dir zu kommen. Aber sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund. Denn auch ich muss Befehlen gehorchen und ich habe selbst Soldaten unter mir; sage ich nun zu einem: Geh!, so geht er, und zu einem andern: Komm!, so kommt er, und zu meinem Diener: Tu das!, so tut er es. Jesus war erstaunt über ihn, als er das hörte. Und er wandte sich um und sagte zu den Leuten, die ihm folgten: Ich sage euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden. Und als jene, die der Hauptmann geschickt hatte, in das Haus zurückkehrten, stellten sie fest, dass der Diener gesund war.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die tiefe Spiritualität und Menschlichkeit dieses Hauptmanns sind erstaunlich. Die Ältesten, die zu Jesus gehen und ihm seine Bitte vortragen, sind des Lobes voll. "Er liebt unser Volk", sagen sie zu Jesus - hier steht das griechische Wort "agapáo", das die Verfasser des Neuen Testaments auch für die Liebe Gottes verwenden. Sie fügen hinzu, dass er sogar so großzügig war, den Bau der Synagoge in ihrer Stadt zu finanzieren. Die Liebe zu seinem Diener ist vorbildlich. Er behandelt ihn wie einen Sohn. Jesus ist nicht zuletzt von dieser tiefen Zuneigung beeindruckt. Während Jesus noch unterwegs ist, schickt der Hauptmann weitere Freunde, die ihm sagen sollen, dass er nicht in sein Haus zu kommen braucht. Er ist davon überzeugt, dass Jesus seinen Diener mit einem einzigen Wort heilen kann. Überdies fühlt er sich unwürdig, Jesus in seinem Haus zu empfangen: Diese Demut macht ihn zu einem Vorbild für uns alle. Der Glaube an Jesus lässt diesen Hauptmann jene Worte aussprechen, die alle Christen bis auf den heutigen Tag während der Eucharistiefeier wiederholen: "Herr, ich bin es nicht wert, dass du unter mein Dach einkehrst... Aber sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund." Diesen heidnischen Hauptmann stellt uns Jesus als leuchtendes Glaubensvorbild vor Augen: "Ich sage euch: Einen solchen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden." Jesus hatte gesagt, dass schon ein Glaube genügt, der so klein ist wie ein Senfkorn. Nun staunt er über einen solchen Glauben bei diesem Heiden. Für den Hauptmann genügt ein einziges Wort Jesu, um die Heilung zu bewirken. Jesus ist das Wort des Vaters. Er heilt und rettet. In den Worten, die aus dem Mund Jesu kommen, wohnt die Kraft Gottes und seiner grenzenlosen Liebe. Selig sind wir, wenn wir zumindest ein wenig auf das Wort Gottes vertrauen, an dem es uns niemals fehlen wird.