Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 8,1-3

Und es geschah in der folgenden Zeit: Er wanderte von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und verkündete das Evangelium vom Reich Gottes. Die Zwölf begleiteten ihn und auch einige Frauen, die von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt worden waren: Maria, genannt Magdalena, aus der sieben Dämonen ausgefahren waren, Johanna, die Frau des Chuzas, eines Beamten des Herodes, Susanna und viele andere. Sie unterstützten Jesus und die Jünger mit ihrem Vermögen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus will nicht nur die Zwölf, sondern auch einige Frauen bei sich haben. Diese Entscheidung trägt Modellcharakter für den neuen, von Jesus eingeführten Verkündigungsstil. Lukas weist als Einziger darauf hin. Der Evangelist erwähnt, dass Jesus diese Frauen "von bösen Geistern und von Krankheiten geheilt" hatte, und sie sich dann entschlossen hatten, Jesus nachzufolgen und ihm und den Jüngern ihren Besitz zur Verfügung zu stellen. Sie waren vollwertige Mitglieder jener neuen von Jesus ins Leben gerufenen Gemeinschaft, die er an seinem Sendungsauftrag teilhaben ließ. Es ist ein wichtiger Hinweis und zeigt, wie weit Jesus über die Gepflogenheiten seiner Zeit hinausging. Nach damaliger rabbinischer Sitte war es nämlich undenkbar, auch Frauen in einen Jüngerkreis aufzunehmen. Jesus dagegen bezieht sie in seine Sendung mit ein, wie auch an anderen Stellen des Evangeliums deutlich wird. Lukas erwähnt drei von ihnen: Maria Magdalena, aus der "sieben Dämonen", also eine beträchtliche Zahl böser Geister ausgefahren waren; Johanna aus dem Kreis um König Herodes, die uns in der Auferstehungserzählung wieder begegnen wird; und Susanna, über die ansonsten nichts bekannt ist. Wahrscheinlich waren sie wohlhabend und fühlten sich von der Verkündigung Jesu angezogen. Sie wollten diesem außergewöhnlichen Meister dienen und stellten seiner neuen religiösen Bewegung ihr Vermögen zur Verfügung. Schon in diesen wenigen Zeilen wird die vorrangige Bedeutung der Jüngerschaft deutlich, in der sämtliche und sogar scheinbar unüberwindliche Schranken, wie die damals verbreitete Geringschätzung von Frauen, aufgehoben werden. Für Jesus zählt allein das Leben als Jünger. Für ihn gibt es - wie Paulus später sagen wird - nicht mehr "männlich und weiblich" (Gal 3,28), sondern nur Jünger, die Liebe benötigen, die ausgesandt und behütet werden sollen. Ein Leben als Jünger ist die eigentliche und wichtigste Würde, die uns angeboten und geschenkt wird.