Gedenken an die Kirche

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 9,7-9

Der Tetrarch Herodes hörte von allem, was geschah, und wusste nicht, was er davon halten sollte. Denn manche sagten: Johannes ist von den Toten auferstanden. Andere meinten: Elija ist erschienen. Wieder andere: Einer der alten Propheten ist auferstanden. Herodes aber sagte: Johannes habe ich enthaupten lassen. Wer aber ist dieser, von dem man mir solche Dinge erzählt? Und er hatte den Wunsch, ihn zu sehen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Ruf des Meisters war sogar bis zum Hof des Herodes Antipas gedrungen. Doch die widersprüchlichen Gerüchte über Jesus beunruhigten und verwirrten den Tetrarchen. Einige sagten, der junge Rabbi sei der auferstandene Johannes der Täufer, andere hingegen hielten ihn für den wiedererschienenen Elija. Herodes verspürte eine psychische Anspannung vermischt mit Rastlosigkeit und Furcht und wollte ihn jedenfalls gerne sehen. Dahinter stand aber nicht der Wunsch, die neue prophetische Botschaft, die die Herzen so vieler Menschen berührte, zu hören und zu verstehen. Herodes wusste es noch nicht, aber der Moment sollte kommen, da er diesem jungen Propheten begegnet. Es sollte der Tag des Prozesses sein, als Pilatus beschloss, ihn als Gefangenen zu ihm zu schicken. Bei Herodes war der Wunsch, Jesus zu begegnen, anders als bei Zachäus, der auf den Baum stieg, oder bei den Griechen, die sich an Philippus und Andreas wandten und um eine Begegnung mit dem Meister baten. Sie wollten die Worte und Taten dieses jungen Propheten verstehen. Daher machten sie sich auf den Weg, um nach ihm zu suchen. Herodes dagegen wartet darauf, dass Jesus zu ihm kommen würde. Doch man begegnet dem Herrn nicht, wenn man nicht aus sich herausgeht und den eigenen Stolz aufgibt. Die Begegnung mit Jesus zum Aufbau einer Beziehung ist persönlich und unmittelbar und auch von einfacher Natur, wie viele Episoden des Evangeliums zeigen. Es genügt schon, sich ihm mit bereitem Herzen zu nähern und mit ihm zu sprechen oder auch die Stimme zu erheben und um Hilfe zu bitten oder sogar nur den Saum seines Gewandes zu berühren, um die Vollmacht seiner Gegenwart zu erfahren. Herodes hingegen lässt sich nur von der Neugier leiten, ohne dass er irgendeine Absicht hätte, sein Leben zu ändern, ohne irgendwelche Bereitschaft im Herzen, sich lieben und helfen zu lassen. Herodes verschanzte sich in seiner Burg, hinter den Mauern seines Individualismus und war außerstande, Jesus zu begegnen. Er wird allein bleiben.