Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 14,1-6

Und es geschah: Jesus kam an einem Sabbat in das Haus eines führenden Pharisäers zum Essen. Da beobachtete man ihn genau. Und siehe, ein Mann, der an Wassersucht litt, stand vor ihm. Jesus wandte sich an die Gesetzeslehrer und die Pharisäer und fragte: Ist es am Sabbat erlaubt zu heilen, oder nicht? Sie schwiegen. Da berührte er den Mann, heilte ihn und ließ ihn gehen. Zu ihnen aber sagte er: Wer von euch wird seinen Sohn oder seinen Ochsen, der in den Brunnen fällt, nicht sofort herausziehen, auch am Sabbat? Darauf konnten sie ihm nichts erwidern.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus ist an einem Sabbat bei einem der Pharisäer zu Hause zum Essen eingeladen. Man könnte angesichts der vielen Lehren, die Jesus bei seinen Mahlzeiten mit den Sündern, Zöllnern, Pharisäern, Jüngern und mit der Menge seiner Zuhörer formuliert, geradezu von einem "Lehramt der Gastmähler" sprechen. Jesus machte das gemeinsame Mahl zum vielleicht ausdrucksstärksten Sinnbild eines neuen Volkes, das die Lebensfülle Gottes aufnimmt und lebt. Es handelte sich um eine provozierende, von Jesus bewusst so gewollte Geste. Tatsächlich riefen seine Gastmähler - besser gesagt das, was er daraus machte - eine unmittelbare Gegenreaktion hervor. Auch jenes Essen im Haus eines Pharisäers. Gleich zu Beginn erwähnt der Evangelist die feindselige Haltung der Anwesenden - mit Ausnahme eines Wassersüchtigen, der das Haus betritt, sofort zu Jesus geht und sich vor ihn hinstellt. Er wartet darauf, geheilt zu werden. Die Wassersucht war in der Antike besonders gefürchtet und galt im Judentum als ein Fluch infolge begangener Verfehlungen. Sobald Jesus den Mann vor sich stehen sieht, fragt er die anwesenden Gesetzeslehrer und Pharisäer, ob es am Sabbat erlaubt sei, einen Kranken zu heilen, oder nicht. Das ist natürlich eine rhetorische Frage. Jedenfalls bekommt er von niemandem eine Antwort: "Sie schwiegen", schreibt der Evangelist. Da verlor Jesus keine Zeit, nahm ihn bei der Hand und heilte ihn von seiner Krankheit. Die Armen können es sich nicht leisten, das Ende unserer Diskussionen und Debatten abzuwarten. Die Liebe und das Mitleid mit den Schwachen dulden keinen Aufschub - der aber leider oft vorkommt - und lassen sich nicht von Einwänden aufhalten. Nach den Heilungen des Mannes mit der verdorrten Hand und der verkrümmten Frau ist dies das dritte Wunder, das Jesus an einem Sabbat wirkt. Für ihn ist der Sabbat wahrhaftig ein Festtag: der Tag, da die Güte und Liebe Gottes zu den Menschen und besonders zu den Schwächsten vollends offenbar werden.