Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 21,12-19

Aber bevor das alles geschieht, wird man Hand an euch legen und euch verfolgen. Man wird euch den Synagogen und den Gefängnissen ausliefern, vor Könige und Statthalter bringen um meines Namens willen. Dann werdet ihr Zeugnis ablegen können. Nehmt euch also zu Herzen, nicht schon im Voraus für eure Verteidigung zu sorgen; denn ich werde euch die Worte und die Weisheit eingeben, sodass alle eure Gegner nicht dagegen ankommen und nichts dagegen sagen können. Sogar eure Eltern und Geschwister, eure Verwandten und Freunde werden euch ausliefern und manche von euch wird man töten. Und ihr werdet um meines Namens willen von allen gehasst werden. Und doch wird euch kein Haar gekrümmt werden. Wenn ihr standhaft bleibt, werdet ihr das Leben gewinnen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Bei der Lesung dieser Evangeliumsstelle kommen uns Dinge in den Sinn, die auch heute noch geschehen: Tragödien, Kriege, Völkermorde, unvorstellbare Gewalttaten, Hungersnöte, Pandemien. Nach wie vor werden die Zeugen des Evangeliums getötet. Die Zahl der Märtyrer aus allen christlichen Konfessionen, aber auch aus anderen Religionen, die im 20. Jahrhundert ihr Leben hingegeben haben, ist unfassbar groß. Noch immer werden auch zu Beginn dieses neuen Jahrtausends nicht wenige Christen getötet, die ihren Glauben mutig bezeugen. All diese Opfer der Gewalt stehen uns mit ihrem kostbaren Zeugnis vor Augen und vertrauen uns ein Erbe des Glaubens an, das es zu behüten und nachzuahmen gilt. Während wir wie betäubt und zermürbt sind von einer Kultur, die uns drängt, uns nur um des individuellen Wohlstands willen mehr und mehr von Materialismus und Konsum versklaven zu lassen, sagen diese Glaubenszeugen uns mit ihrem Leben, dass das Evangelium der Liebe der kostbarste Schatz ist, der uns geschenkt wurde, und das stärkste und wirksamste Zeugnis, das wir den Menschen von heute geben können. Das Böse mit seiner schrecklichen und grausamen Gewalt meinte sie zu besiegen, sie aber helfen uns mit ihrem Opfer, ihrem Blut und ihrem Widerstand gegen das Unrecht weiterhin, das Böse durch die Liebe und Treue zum Herrn zu besiegen. Das ist eine Botschaft, die nicht mit der Zeit verblasst. Tatsächlich geht nicht einmal der kleinste Teil ihrer Geschichte der Liebe verloren. Ihr Zeugnis drängt uns, gemeinsam mit ihnen in diese Bewegung der Liebe einzutauchen, die uns und die Welt rettet. Erzbischof Óscar Arnulfo Romero hat einmal in einer Predigt am Sarg eines von den Todesschwadronen ermordeten Priesters gesagt, dass der Herr alle Christen auffordert, Märtyrer zu sein, das heißt, ihr Leben zu geben. Uns wird das Leben nicht geschenkt, damit wir es behalten, sondern damit wir es für alle und besonders für die Ärmsten einsetzen. Der Herr begleitet uns, so wie er auch sie begleitet hat, und seine Kraft wird uns Halt geben, auch wenn es geschehen kann, dass wir um des Evangeliums willen vonseiten derer, die uns am nächsten stehen - Jesus spricht von Eltern, Geschwistern, Verwandten und Freunden - Verrat erleiden müssen. Die Beharrlichkeit in der Liebe wird unser Leben retten.