Liturgie des Sonntags

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13. Sonntag im Jahreskreis
Gedenktag des heiligen Irenäus, Bischof von Lyon, der aus Anatolien nach Frankreich kam, um das Evangelium zu predigen, und als Märtyrer starb († 202).


Erste Lesung

Das zweite Buch der Könige 4,8-11.14-16

Eines Tages ging Elischa nach Schunem. Dort lebte eine vornehme Frau, die ihn dringend bat, bei ihr zu essen. Seither kehrte er zum Essen bei ihr ein, sooft er vorbeikam. Sie aber sagte zu ihrem Mann: Ich weiß, dass dieser Mann, der ständig bei uns vorbeikommt, ein heiliger Gottesmann ist. Wir wollen ein kleines, gemauertes Obergemach herrichten und dort ein Bett, einen Tisch, einen Stuhl und einen Leuchter für ihn bereitstellen. Wenn er dann zu uns kommt, kann er sich dorthin zurückziehen. Als Elischa eines Tages wieder hinkam, ging er in das Obergemach, um dort zu schlafen. Und als er weiter fragte, was man für sie tun könne, sagte Gehasi: Nun, sie hat keinen Sohn und ihr Mann ist alt. Da befahl er: Ruf sie herein! Er rief sie und sie blieb in der Tür stehen. Darauf versicherte ihr Elischa: Im nächsten Jahr um diese Zeit wirst du einen Sohn liebkosen. Sie aber entgegnete: Ach nein, Herr, Mann Gottes, täusche doch deiner Magd nichts vor!

Antwortpsalm

Psalm 89

Von den Taten deiner Huld, Herr, will ich ewig singen, bis zum fernsten Geschlecht laut deine Treue verkünden.

Denn ich bekenne: Deine Huld besteht für immer und ewig; deine Treue steht fest im Himmel.

«Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Erwählten und David, meinem Knecht, geschworen:

Deinem Haus gebe ich auf ewig Bestand, und von Geschlecht zu Geschlecht richte ich deinen Thron auf.»

Die Himmel preisen, Herr, deine Wunder und die Gemeinde der Heiligen deine Treue.

Denn wer über den Wolken ist wie der Herr, wer von den Göttern ist dem Herrn gleich?

Gewaltig ist Gott im Rat der Heiligen, für alle rings um ihn her ist er groß und furchtbar.

Herr, Gott der Heerscharen, wer ist wie du? Mächtig bist du, Herr, und von Treue umgeben.

Du beherrschst die Empörung des Meeres; wenn seine Wogen toben - du glättest sie.

Rahab hast du durchbohrt und zertreten, deine Feinde zerstreut mit starkem Arm.

Dein ist der Himmel, dein auch die Erde; den Erdkreis und was ihn erfüllt hast du gegründet.

Nord und Süd hast du geschaffen, Tabor und Hermon jauchzen bei deinem Namen.

Dein Arm ist voll Kraft, deine Hand ist stark, deine Rechte hoch erhoben.

Recht und Gerechtigkeit sind die Stützen deines Thrones, Huld und Treue schreiten vor deinem Antlitz her.

Wohl dem Volk, das dich als König zu feiern weiß! Herr, sie gehen im Licht deines Angesichts.

Sie freuen sich über deinen Namen zu jeder Zeit, über deine Gerechtigkeit jubeln sie.

Denn du bist ihre Schönheit und Stärke, du erhöhst unsre Kraft in deiner Güte.

Ja, unser Schild gehört dem Herrn, unser König dem heiligen Gott Israels.

Einst hast du in einer Vision zu deinen Frommen gesprochen:
«Einen Helden habe ich zum König gekrönt, einen jungen Mann aus dem Volk erhöht.

Ich habe David, meinen Knecht, gefunden und ihn mit meinem heiligen Öl gesalbt.

Beständig wird meine Hand ihn halten und mein Arm ihn stärken.

Kein Feind soll ihn täuschen, kein ruchloser Mensch kann ihn bezwingen.

Vor ihm will ich die Feinde zerschmettern, und alle, die ihn hassen, schlage ich nieder.

Meine Treue und meine Huld begleiten ihn, und in meinem Namen erhebt er sein Haupt.

Ich lege seine Hand auf das Meer, über die Ströme herrscht seine Rechte.

Er wird zu mir rufen: Mein Vater bist du, mein Gott, der Fels meines Heiles.

Ich mache ihn zum erstgeborenen Sohn, zum Höchsten unter den Herrschern der Erde.

Auf ewig werde ich ihm meine Huld bewahren, mein Bund mit ihm bleibt allzeit bestehen.

Sein Geschlecht lasse ich dauern für immer und seinen Thron, solange der Himmel währt.

Wenn seine Söhne meine Weisung verlassen, nicht mehr leben nach meiner Ordnung,

wenn sie meine Gesetze entweihen, meine Gebote nicht mehr halten,

dann werde ich ihr Vergehen mit der Rute strafen und ihre Sünde mit Schlägen.

Doch ich entziehe ihm nicht meine Huld, breche ihm nicht die Treue.

Meinen Bund werde ich nicht entweihen; was meine Lippen gesprochen haben, will ich nicht ändern.

Eines hab' ich geschworen, so wahr ich heilig bin, und niemals werde ich David belügen:

Sein Geschlecht soll bleiben auf ewig, sein Thron habe Bestand vor mir wie die Sonne;

er soll ewig bestehen wie der Mond, der verläßliche Zeuge über den Wolken.»

Nun aber hast du deinen Gesalbten verstoßen, ihn verworfen und mit Zorn überschüttet,

hast den Bund mit deinem Knecht zerbrochen, zu Boden getreten seine Krone.

Eingerissen hast du all seine Mauern, in Trümmer gelegt seine Burgen.

Alle, die des Weges kommen, plündern ihn aus, er wird zum Gespött seiner Nachbarn.

Du hast die Hand seiner Bedränger hoch erhoben, hast all seine Feinde erfreut.

Du hast die Spitze seines Schwertes umgekehrt, hast im Kampf ihm den Sieg verweigert.

Du hast ein Ende gemacht seinem Glanz und seinen Thron zu Boden geworfen.

Du hast ihm die Tage der Jugend verkürzt und ihn bedeckt mit Schande.

Wie lange noch, Herr? Verbirgst du dich ewig? Soll dein Zorn wie Feuer brennen?

Bedenke, Herr: Was ist unser Leben, wie vergänglich hast du alle Menschen erschaffen!

Wo ist der Mann, der ewig lebt und den Tod nicht schaut, der sich retten kann vor dem Zugriff der Unterwelt?

Herr, wo sind die Taten deiner Huld geblieben, die du David in deiner Treue geschworen hast?

Herr, denk an die Schmach deines Knechtes! Im Herzen brennt mir der Hohn der Völker,

mit dem deine Feinde mich schmähen, Herr, und die Schritte deines Gesalbten verhöhnen.

Gepriesen sei der Herr in Ewigkeit. Amen, ja amen.

Zweite Lesung

Der Brief an die Römer 6,3-4.8-11

Wisst ihr denn nicht, dass wir, die wir auf Christus Jesus getauft wurden, auf seinen Tod getauft worden sind? Wir wurden ja mit ihm begraben durch die Taufe auf den Tod, damit auch wir, so wie Christus durch die Herrlichkeit des Vaters von den Toten auferweckt wurde, in der Wirklichkeit des neuen Lebens wandeln. Sind wir nun mit Christus gestorben, so glauben wir, dass wir auch mit ihm leben werden. Wir wissen, dass Christus, von den Toten auferweckt, nicht mehr stirbt; der Tod hat keine Macht mehr über ihn. Denn durch sein Sterben ist er ein für alle Mal gestorben für die Sünde, sein Leben aber lebt er für Gott. So begreift auch ihr euch als Menschen, die für die Sünde tot sind, aber für Gott leben in Christus Jesus.

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Matthäus 10,37-42

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert. Und wer nicht sein Kreuz auf sich nimmt und mir nachfolgt, ist meiner nicht wert. Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden. Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat. Wer einen Propheten aufnimmt, weil es ein Prophet ist, wird den Lohn eines Propheten erhalten. Wer einen Gerechten aufnimmt, weil es ein Gerechter ist, wird den Lohn eines Gerechten erhalten. Und wer einem von diesen Kleinen auch nur einen Becher frisches Wasser zu trinken gibt, weil es ein Jünger ist - Amen, ich sage euch: Er wird gewiss nicht um seinen Lohn kommen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

„Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert, und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, ist meiner nicht wert." Jesus verlangt von seinen Jüngern eine so radikale Liebe, dass sie sogar die Liebe zur eigenen Familie übersteigen soll. Nur wer diese Liebe hat, ist des Herrn „wert". Dreimal wiederholt sich in wenigen Zeilen der Ausdruck „meiner wert sein", eine Eindringlichkeit, die im Kontrast steht zu den Worten des Hauptmanns, die wir bei jeder Eucharistiefeier wiederholen: „Herr, ich bin nicht würdig, dass du eingehst unter mein Dach." Wer kann wirklich sagen, dass er des Herrn würdig ist? Es reicht ein realistischer Blick auf das Leben eines jeden von uns, um uns unserer Wenigkeit und Sündhaftigkeit bewusst zu werden. Ein Jünger Jesu zu sein, ist nicht leicht, ist keine Selbstverständlichkeit und geschieht nicht aufgrund von Zugehörigkeit oder Tradition. Christ ist man nur aus eigener Wahl, nicht von Geburts wegen. Das Evangelium sagt uns, welches Ausmaß eine derartige Wahl hat. Die Jünger Jesu sind diejenigen, die vorbehaltlos zu Jesus stehen und sein Schicksal teilen bis hin zur Identifikation mit ihm. In diesem Sinn findet ein Jünger sich selbst, wenn er Jesus findet.
Dies ist der Sinn der Worte, die folgen: „Wer das Leben findet, wird es verlieren; wer aber das Leben um meinetwillen verliert, wird es finden." Dies ist einer der Sätze Jesu, die am häufigsten überliefert sind (gut sechs Mal in den Evangelien). Offensichtlich hatte die erste christliche Gemeinde verstanden, welche Bedeutung dieser Satz hat, und sah ihn vor allem in Jesus selbst verwirklicht. Er hat sein Leben, das er „verloren" hat, indem er es am Kreuz hingab, gefunden in der Auferstehung. Dies ist genau das Gegenteil der gängigen Mentalität, die glaubt, glücklich zu sein bedeute, festzuhalten am eigenen Leben, an der eigenen Zeit, den eigenen Reichtümern, den eigenen Interessen.
Die Hinweise an die Jünger, die ausgesendet sind, werden abgeschlossen mit einigen Aussagen über die Aufnahme, die ihnen vorbehalten ist. Es ist selbstverständlich, dass der Eingeladene sich erwartet, von denen aufgenommen zu werden, zu denen er gesandt ist. Jesus selbst wünscht sich das und betont den zugrundeliegenden Gedanken: „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat." In diesem Satz verdichtet sich der Grund für die Würde des Jüngers, nämlich die vollständige Abhängigkeit vom Herrn, die so weit geht, dass seine Anwesenheit die Anwesenheit Jesu selbst bedeutet. Es ist offensichtlich, dass der Jünger aufgenommen wird wie ein Prophet, das heißt, wie der, der das Evangelium bringt, der uns das Wort Gottes verkündet, nicht das eigene. Der Empfang des Wortes ist der Lohn, den der Herr denen verspricht, die seine Jünger aufnehmen. Jesus nennt sie auch „Kleine". Der Jünger besitzt in der Tat weder Gold noch Silber, er hat keine Vorratstasche und kein zweites Hemd und er muss ohne Wanderstab und Schuhe gehen (Mt 10,9-10). Sein einziger Reichtum ist das Evangelium, dem gegenüber auch er klein ist und von dem er vollständig abhängt. Diesen Reichtum sollen wir annehmen, diesen Reichtum sollen wir weitergeben.