Liturgie des Sonntags

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16. Sonntag im Jahreskreis
Gedenken an den heiligen Mönch Sergius von Radonesch, den Gründer des Klosters der heiligen Dreifaltigkeit in der Nähe von Moskau.
Gedenken an den evangelischen Pastor Paul Schneider, der 1939 im Konzentrationslager Buchenwald starb.


Erste Lesung

Das Buch Jeremia 23,1-6

Weh den Hirten, die die Schafe meiner Weide zugrunde richten und zerstreuen - Spruch des HERRN. Darum - so spricht der HERR, der Gott Israels, über die Hirten, die mein Volk weiden: Ihr habt meine Schafe zerstreut und sie versprengt und habt euch nicht um sie gekümmert. Jetzt kümmere ich mich bei euch um die Bosheit eurer Taten - Spruch des HERRN. Ich selbst aber sammle den Rest meiner Schafe aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe. Ich bringe sie zurück auf ihre Weide und sie werden fruchtbar sein und sich vermehren. Ich werde für sie Hirten erwecken, die sie weiden, und sie werden sich nicht mehr fürchten und ängstigen und nicht mehr verloren gehen - Spruch des HERRN. Siehe, Tage kommen - Spruch des HERRN - , da werde ich für David einen gerechten Spross erwecken. Er wird als König herrschen und weise handeln und Recht und Gerechtigkeit üben im Land. In seinen Tagen wird Juda gerettet werden, Israel kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit.

Antwortpsalm

Psalm 23

Der Herr ist mein Hirte, nichts wird mir fehlen.

Er läßt mich lagern auf grünen Auen und führt mich zum Ruheplatz am Wasser.

Er stillt mein Verlangen; er leitet mich auf rechten Pfaden, treu seinem Namen.

Muß ich auch wandern in finsterer Schlucht, ich fürchte kein Unheil; denn du bist bei mir, dein Stock und dein Stab geben mir Zuversicht.

Du deckst mir den Tisch vor den Augen meiner Feinde. Du salbst mein Haupt mit Öl, du füllst mir reichlich den Becher.

Lauter Güte und Huld werden mir folgen mein Leben lang, und im Haus des Herrn darf ich wohnen für lange Zeit.

Zweite Lesung

Der Brief an die Epheser 2,13-18

Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, in Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen. Denn er ist unser Friede. Er vereinigte die beiden Teile und riss die trennende Wand der Feindschaft in seinem Fleisch nieder. Er hob das Gesetz mit seinen Geboten und Forderungen auf, um die zwei in sich zu einem neuen Menschen zu machen. Er stiftete Frieden und versöhnte die beiden durch das Kreuz mit Gott in einem einzigen Leib. Er hat in seiner Person die Feindschaft getötet. Er kam und verkündete den Frieden: euch, den Fernen, und Frieden den Nahen. Denn durch ihn haben wir beide in dem einen Geist Zugang zum Vater.

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Markus 6,30-34

Die Apostel versammelten sich wieder bei Jesus und berichteten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus! Denn sie fanden nicht einmal Zeit zum Essen, so zahlreich waren die Leute, die kamen und gingen. Sie fuhren also mit dem Boot in eine einsame Gegend, um allein zu sein. Aber man sah sie abfahren und viele erfuhren davon; sie liefen zu Fuß aus allen Städten dorthin und kamen noch vor ihnen an. Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben. Und er lehrte sie lange.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

Jesus sagt zu den Jüngern: "Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus." Die sonntägliche Begegnung mit dem Herrn löst uns nicht heraus aus dem alltäglichen Leben, sondern dient gleichsam als Scharnier zwischen der vergangenen und der beginnenden Woche. Wie ein Licht erhellt sie das Gestern, das Vergangene und das Morgen, um uns darin einen Weg aufzuzeigen. Der Beginn der kommenden Woche soll uns im Geist ermutigt und näher an den Gefühlen des Herrn vorfinden.
Als Jesus und die Jünger am anderen Ufer des Sees ankommen, wartet die Menge bereits auf sie. Vielleicht hatten die Leute das Boot losfahren gesehen und sich überlegt, wo es ankommen würde. Also liefen sie voraus und kamen vor ihnen an. Kaum steigt Jesus aus dem Boot aus, wird er wiederum von der Menge umringt. Markus schreibt: "Als er ausstieg, sah er die vielen Menschen und hatte Mitleid mit ihnen; denn sie waren wie Schafe, die keinen Hirten haben." In diesen letzten Worten des Evangeliums klingt die ganze alttestamentliche Tradition des Volkes Israels an, das von seinen Anführern verlassen wird. Der Prophet Jeremia findet klare Worte, als er ausruft: "Ihr habt meine Schafe zerstreut und versprengt". Der Herr selbst wird sich seines Volkes annehmen: "Ich selbst aber sammle den Rest meiner Schafe aus allen Ländern, wohin ich sie versprengt habe. Ich bringe sie zurück auf ihre Weide." Das Geheimnis all dessen liegt im Mitleid des Herrn mit seinem Volk. Dasselbe Mitleid, das Jesus veranlasst hat, die Zwölf auszusenden, damit sie das Evangelium verkünden und den Armen dienen, drängt ihn auch dazu - kaum dass er aus dem Boot gestiegen ist - sich wieder an die "Arbeit" zu machen. Ebendies erwartet er nach wie vor und von seinen Jüngern zu allen Zeiten.