Liturgie des Sonntags

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18. Sonntag im Jahreskreis
Gedenken an den heiligen Seraphim von Sarow, russischer Mönch und Starez († 1833). Er hat durch sein Zeugnis von der Osterfreude und dem Wirken des Heiligen Geistes den Frieden weitergegeben.


Erste Lesung

Das Buch Exodus 16,2-4.12-15

Die ganze Gemeinde der Israeliten murrte in der Wüste gegen Mose und Aaron. Die Israeliten sagten zu ihnen: Wären wir doch im Land Ägypten durch die Hand des HERRN gestorben, als wir an den Fleischtöpfen saßen und Brot genug zu essen hatten. Ihr habt uns nur deshalb in diese Wüste geführt, um alle, die hier versammelt sind, an Hunger sterben zu lassen. Da sprach der HERR zu Mose: Ich will euch Brot vom Himmel regnen lassen. Das Volk soll hinausgehen, um seinen täglichen Bedarf zu sammeln. Ich will es prüfen, ob es nach meiner Weisung lebt oder nicht. Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Sag ihnen: In der Abenddämmerung werdet ihr Fleisch zu essen haben, am Morgen werdet ihr satt werden von Brot und ihr werdet erkennen, dass ich der HERR, euer Gott, bin. Am Abend kamen die Wachteln und bedeckten das Lager. Am Morgen lag eine Schicht von Tau rings um das Lager. Als sich die Tauschicht gehoben hatte, lag auf dem Wüstenboden etwas Feines, Knuspriges, fein wie Reif, auf der Erde. Als das die Israeliten sahen, sagten sie zueinander: Was ist das? Denn sie wussten nicht, was es war. Da sagte Mose zu ihnen: Das ist das Brot, das der HERR euch zu essen gibt.

Antwortpsalm

Psalm 77

Ich rufe zu Gott, ich schreie, ich rufe zu Gott, bis er mich hört.

Am Tag meiner Not suche ich den Herrn;
unablässig erhebe ich nachts meine Hände, meine Seele läßt sich nicht trösten.

Denke ich an Gott, muß ich seufzen; sinne ich nach, dann will mein Geist verzagen. [Sela]

Du läßt mich nicht mehr schlafen; ich bin voll Unruhe und kann nicht reden.

Ich sinne nach über die Tage von einst, ich will denken an längst vergangene Jahre.

Mein Herz grübelt bei Nacht, ich sinne nach, es forscht mein Geist.

Wird der Herr mich denn auf ewig verstoßen und mir niemals mehr gnädig sein?

Hat seine Huld für immer ein Ende, ist seine Verheißung aufgehoben für alle Zeiten?

Hat Gott seine Gnade vergessen, im Zorn sein Erbarmen verschlossen? [Sela]

Da sagte ich mir: «Das ist mein Schmerz, daß die Rechte des Höchsten so anders handelt.»

Ich denke an die Taten des Herrn, ich will denken an deine früheren Wunder.

Ich erwäge all deine Werke und will nachsinnen über deine Taten.

Gott, dein Weg ist heilig. Wo ist ein Gott, so groß wie unser Gott?

Du allein bist der Gott, der Wunder tut, du hast deine Macht den Völkern kundgetan.

Du hast mit starkem Arm dein Volk erlöst, die Kinder Jakobs und Josefs.

Die Wasser sahen dich, Gott,
die Wasser sahen dich und bebten. Die Tiefen des Meeres tobten.

Die Wolken gossen ihr Wasser aus,
das Gewölk ließ die Stimme dröhnen, auch deine Pfeile flogen dahin.

Dröhnend rollte dein Donner,
Blitze erhellten den Erdkreis, die Erde bebte und wankte.

Durch das Meer ging dein Weg,
dein Pfad durch gewaltige Wasser, doch niemand sah deine Spuren.

Du führtest dein Volk wie eine Herde durch die Hand von Mose und Aaron.

Zweite Lesung

Der Brief an die Epheser 4,17.20-24

Das also sage ich und beschwöre euch im Herrn: Lebt nicht mehr wie die Heiden in ihrem nichtigen Denken! Ihr aber habt Christus nicht so kennengelernt. Ihr habt doch von ihm gehört und seid unterrichtet worden, wie es Wahrheit ist in Jesus. Legt den alten Menschen des früheren Lebenswandels ab, der sich in den Begierden des Trugs zugrunde richtet, und lasst euch erneuern durch den Geist in eurem Denken! Zieht den neuen Menschen an, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit!

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Johannes 6,24-35

Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus. Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierhergekommen? Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid. Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird! Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt. Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen? Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat. Sie sagten zu ihm: Welches Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben? Was für ein Werk tust du? Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen. Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel. Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben. Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot! Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

"Rabbi, wann bist du hierhergekommen?" Jesus weiß sehr wohl, dass die Menschen ihn aus Eigennutz suchen, doch er nimmt keinen Anstoß daran. Er ist gekommen, um ihnen das Heil zu bringen, und nicht, um ihre Zustimmung zu suchen. Es gibt eine höhere Lebensordnung, eine Ebene des Daseins, die über die Sorge um Nahrung, Kleidung und Karriere hinausgeht. Zwar sind sie Teil des Lebens, doch sie stehen nicht im Mittelpunkt. Jesus sagt zur Menschenmenge, die ihn suchte, weil sie das Wunder der Brotvermehrung erlebt hatte, dass es eine Speise gibt, die nicht verdirbt. Das ist unser eigentliches Bedürfnis. Darum sollte man sich in jeder erdenklichen Weise bemühen. Die Menschenmenge versteht diese Worte nicht und meint, Jesus verlange von ihr die Einhaltung weiterer Vorschriften, um die Fortsetzung jenes Wunders zu erwirken: "Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?" In Wirklichkeit verlangt er von ihnen nur ein einziges Werk: dass sie an ihn glauben. An anderer Stelle im Evangelium sagt er: "Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat." Es geht weder um ein Gebot noch um eine weitere Vorschrift. Es geht allein um die persönliche und bereitwillige Zustimmung zu Jesus und seinem Evangelium. All das ist weder spontan noch natürlich. Der Glaube ist in gewisser Weise wirklich eine Arbeit. Natürlich ist er eine Gabe Gottes, doch zugleich wird er auch in unsere Hände gelegt und verlangt wie jede Arbeit Entschlossenheit, Ausdauer, Einsatz, Anstrengung, Entscheidungen und völlige Hingabe.
Die Menge scheint etwas davon zu ahnen und fragt: "Welches Zeichen tust du denn, damit wir es sehen und dir glauben?" Ein anderes Brot ist notwendig. Das erklärt Jesus seinen Zuhörern und sagt ihnen, dass das wahre Brot "vom Himmel herab" kommt und "der Welt das Leben" gibt. Die Menge hat dies nicht vollständig verstanden und erwidert: "Herr, gib uns immer dieses Brot!" Das ist eine spontane und auf den ersten Blick auch schöne Bitte. Wenn doch nur jeder sie hätte! Doch sie muss vor allem aus dem Herzen kommen, nicht aus dem Magen. Jesus aber antwortet - wie immer in entscheidenden Momenten - mit aller Deutlichkeit: "Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern". Jetzt erschließt sich der letzte Sinn des Mannas in der Wüste und auch dieses Brotes, das für die Fünftausend vermehrt worden ist. Es stammt zwar von Gott, ist uns aber nicht fern. Wir alle können es als Geschenk empfangen. Suchen wir, wie der Apostel Paulus sagt, das Brot des Lebens, und wir werden uns erneuern lassen durch den Geist in unserem Denken und den neuen Menschen anziehen.