Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Gedenktag des heiligen Ambrosius (+ 397). Als Bischof von Mailand und Hirte seines Volkes beschützte er die Armen und Schwachen vor aller Unterdrückung und verteidigte die Kirche gegen die Arroganz des Kaisers.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesaja 40,1-11

Tröstet, tröstet mein Volk, spricht euer Gott. Redet Jerusalem zu Herzen und ruft ihr zu, dass sie vollendet hat ihren Frondienst, dass gesühnt ist ihre Schuld, dass sie empfangen hat aus der Hand des HERRN Doppeltes für all ihre Sünden! Eine Stimme ruft: In der Wüste bahnt den Weg des HERRN, ebnet in der Steppe eine Straße für unseren Gott! Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken. Was krumm ist, soll gerade werden, und was hüglig ist, werde eben. Dann offenbart sich die Herrlichkeit des HERRN, alles Fleisch wird sie sehen. Ja, der Mund des HERRN hat gesprochen. Eine Stimme sagt: Rufe! Und jemand sagt: Was soll ich rufen? Alles Fleisch ist wie das Gras und all seine Treue ist wie die Blume auf dem Feld. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, wenn der Atem des HERRN darüber weht. Wahrhaftig, Gras ist das Volk. Das Gras verdorrt, die Blume verwelkt, doch das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit. Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme, fürchte dich nicht! Sag den Städten in Juda: Siehe, da ist euer Gott. Siehe, GOTT, der Herr, kommt mit Macht, er herrscht mit starkem Arm. Siehe, sein Lohn ist mit ihm und sein Ertrag geht vor ihm her. Wie ein Hirt weidet er seine Herde, auf seinem Arm sammelt er die Lämmer, an seiner Brust trägt er sie, die Mutterschafe führt er behutsam.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Dieser Abschnitt bildet die Einleitung zum als "Deutero-Jesaja" bezeichneten Teil des Prophetenbuches. Der Prophet lässt sich angesichts der Lage des Volkes Israel im Exil nicht von Resignation und Mutlosigkeit ergreifen. Inspiriert vom Geist Gottes spricht er Worte des Trostes zum ganzen Volk. Während er zum Nachdenken über die Schwäche und Hinfälligkeit des Lebens aufruft, ermahnt er die Gläubigen zum Blick auf den Herrn, der ihnen zu Hilfe eilt. Deswegen muss in der Wüste unbedingt ein Weg gebahnt werden, auf dem der Herr kommen kann. Diese Wüste befindet sich in unserem Herzen. Es ist eine Wüste von verödeten zwischenmenschlichen Beziehungen, denen es an Liebe und somit an Leben fehlt. Zu oft ähneln unsere Städte einer Wüste ohne Leben, in der die Menschen und vor allem die Armen den feindseligen Mächten des Bösen ausgeliefert sind und weder Schutz noch Trost finden. "Keiner ist da, der hilft!", sagt der Psalmist. Doch auf diesen Ruf scheint der Prophet zu antworten: "Tröstet, tröstet mein Volk!" Dann ruft er dazu auf: "Steig auf einen hohen Berg, Zion, du Botin der Freude! Erheb deine Stimme mit Macht, Jerusalem, du Botin der Freude!" Diesen Dialog kann man mit dem Gebet der Gemeinschaft der Gläubigen vergleichen, denn einerseits steigt die Fürbitte zu Gott auf und andererseits kommt das tröstende Wort von oben herab. Wenn es dann die Herzen der Gläubigen erreicht, blühen sie wieder auf. Gott selbst trifft die Entscheidung, zu seinem Volk hinabzusteigen, um es zu trösten, aufzurichten und aus der Sklaverei der Sünde und der Unterdrückung durch das Böse zu befreien. Daher muss für Gott der Weg bereitet werden, damit er zu uns gelangen kann. Jedes Tal soll sich heben, jeder Berg und Hügel sich senken, jeder Boden geebnet werden. Der Herr kommt als mächtiger und liebevoller Hirte, der seine Schafe kennt und sie alle einzeln beim Namen ruft und zusammenführt, damit niemand zurückbleibt oder vom Weg abkommt. Dann führt er sie aus der Wüste heraus auf eine grünende Weide. Die christlichen Gemeinschaften, jeder Gläubige und wir alle sollen in dieser Adventszeit das Wort aufnehmen, das an uns gerichtet wird. Dann werden in unserem Herzen gute Gefühle aufblühen und in der Wüste unserer Städte werden sich Liebe und Frieden ausbreiten.