Liturgie des Sonntags

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3. Adventssonntag
Gedenktag Unserer Lieben Frau von Guadalupe in Mexiko.
Gedenken an Filomena, eine alte Frau aus Rom, die 1976 im Heim starb. Mit ihr gedenken wir aller alten Menschen, vor allem der Einsamen und derer, die in Heimen leben.


Erste Lesung

Zefanja 3,14-17

Juble, Tochter Zion! Jauchze, Israel! Freu dich und frohlocke von ganzem Herzen, Tochter Jerusalem! Der HERR hat das Urteil gegen dich aufgehoben und deine Feinde zur Umkehr gezwungen. Der König Israels, der HERR, ist in deiner Mitte; du hast kein Unheil mehr zu fürchten. An jenem Tag wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht, Zion! Lass die Hände nicht sinken! Der HERR, dein Gott, ist in deiner Mitte, ein Held, der Rettung bringt. Er freut sich und jubelt über dich, er schweigt in seiner Liebe, er jubelt über dich und frohlockt, wie man frohlockt an einem Festtag.

Antwortpsalm

Jesaja 12,2-6

Ja, Gott ist meine Rettung; ihm will ich vertrauen und niemals verzagen.
Denn meine Stärke und mein Lied ist der Herr.
Er ist für mich zum Retter geworden.

Ihr werdet Wasser schöpfen voll Freude
aus den Quellen des Heils.

An jenem Tag werdet ihr sagen: Dankt dem Herrn! Ruft seinen Namen an!
Macht seine Taten unter den Völkern bekannt, verkündet:
Sein Name ist groß und erhaben!

Preist den Herrn; denn herrliche Taten hat er vollbracht;
auf der ganzen Erde soll man es wissen.

Jauchzt und jubelt, ihr Bewohner von Zion;
denn groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels.

Zweite Lesung

Der Brief an die Philipper 4,4-7

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe. Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott! Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in Christus Jesus bewahren.

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 3,10-18

Da fragten ihn die Scharen: Was sollen wir also tun? Er antwortete ihnen: Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso! Es kamen auch Zöllner, um sich taufen zu lassen, und fragten ihn: Meister, was sollen wir tun? Er sagte zu ihnen: Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist! Auch Soldaten fragten ihn: Was sollen denn wir tun? Und er sagte zu ihnen: Misshandelt niemanden, erpresst niemanden, begnügt euch mit eurem Sold! Das Volk war voll Erwartung und alle überlegten im Herzen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Christus sei. Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen. Schon hält er die Schaufel in der Hand, um seine Tenne zu reinigen und den Weizen in seine Scheune zu sammeln; die Spreu aber wird er in nie erlöschendem Feuer verbrennen. Mit diesen und vielen anderen Worten ermahnte er das Volk und verkündete die frohe Botschaft.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

Dieser dritte Adventssonntag führt uns an das Ufer des Jordan zum Täufer, der die "frohe Botschaft" verkündet. Mit der Menschenmenge, die sich bei diesem Propheten zusammendrängt, fragen auch wir Johannes: "Was sollen wir also tun?" Die gleiche Frage stellten auch die vielen Menschen an Pfingsten, nachdem sie die Predigt des Petrus gehört hatten. Wir müssen unser Herz von der Predigt des Wortes Gottes betreffen lassen, um fragen zu können, was der Weg der Veränderung für uns ist: "Was sollen wir also tun?" Hier handelt es sich um die Frage dieses Advents. Wir erkennen unsere Unvollkommenheit und Verschlossenheit an. Oft sind wir satt von uns selbst, von unseren Gewohnheiten und unserem Hochmut, und meinen, schon alles getan zu haben, was wir konnten. Wir glauben, dass wir über dieses Erreichte nicht mehr hinausgehen können. Doch durch diese resignierte Einstellung verschließen wir im Grunde genommen die Tür unseres Herzens.
Die Antwort des Täufers enthält einfache und konkrete Worte. Den zu ihm gekommenen Zuhörern erwidert er: "Wer zwei Gewänder hat, der gebe eines davon dem, der keines hat, und wer zu essen hat, der handle ebenso!" Diese deutliche Antwort ruft uns zum Nachdenken darüber auf, wie wir demjenigen Essen oder Kleidung geben können, der nichts davon hat. Dürfen wir überhaupt untätig bleiben, während so viele weltweit weder Kleidung noch Essen haben? Hier handelt es sich um wichtige Probleme unserer Zeit, in der die Armut auch infolge der Pandemie zugenommen hat. Die Gläubigen sollen ihr Herz noch mehr für die Liebe öffnen und den Armen und Schwachen größere Aufmerksamkeit schenken, damit "nicht einer von den Kleinen verloren geht".
Auf die Frage der Zöllner, die zu ihm kamen, antwortet er: "Verlangt nicht mehr, als festgesetzt ist!", also gebt nicht der Gefräßigkeit eurer Instinkte nach und lasst euch nicht von der Befriedigung eurer Bedürfnisse beherrschen - seien sie echt oder nur eingebildet. Denn es geschieht schnell, dass die Alltäglichkeit des Lebens uns diese Worte vergessen lässt, sodass wir dann in raffgieriger Weise leben. Johannes fordert dazu auf, ernsthaft, ehrenhaft und aufrichtig zu leben. Die Soldaten ermahnt er, auf Gewalt zu verzichten und den Menschen nichts Böses anzutun. Mit einfachen Worten fügt er hinzu: "Misshandelt niemanden ... begnügt euch". Es handelt sich um ein sanftmütiges und menschliches Verhalten gegenüber dem anderen, egal um wen es sich handelt oder welche Aufgabe er ausübt. Auch unserer Gesellschaft ist dieser Aufruf angemessen, da der Mitmensch immer wieder schlecht behandelt wird. Der Aufruf schließlich, sich mit dem Gegebenen zufriedenzugeben, beinhaltet keine Resignation, sondern weist auf eine Beschränkung hin und auf die Weisheit, nicht seinen Wünschen und Befriedigungen nachzulaufen, indem man eines nach dem anderen konsumiert.
Die Predigt des Johannes lenkt den Blick auf diesen globalen Horizont. Johannes wusste, dass er nicht der Messias ist; unmissverständlich erklärt er: "Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Riemen der Sandalen zu lösen. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen." Zugleich wusste er um die eigene Verantwortung, eine laute Stimme zu sein. Dieser Verantwortung blieb er treu bis hin zum Martyrium. Wie der Täufer kennen auch wir unsere Niedrigkeit, zugleich aber auch unsere Verantwortung, allen die "frohe Botschaft" vom Reich Gottes zu verkünden.