Christi Himmelfahrt

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Christi Himmelfahrt
Gedenktag des heiligen Philipp Neri (+ 1595), der "Apostel Roms" genannt wird.


Erste Lesung

Die Apostelgeschichte 1,1-11

Im ersten Buch, lieber Theophilus, habe ich über alles berichtet, was Jesus von Anfang an getan und gelehrt hat, bis zu dem Tag, an dem er in den Himmel aufgenommen wurde. Vorher hat er den Aposteln, die er sich durch den Heiligen Geist erwählt hatte, Weisung gegeben. Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen. Beim gemeinsamen Mahl gebot er ihnen: Geht nicht weg von Jerusalem, sondern wartet auf die Verheißung des Vaters, die ihr von mir vernommen habt! Denn Johannes hat mit Wasser getauft, ihr aber werdet schon in wenigen Tagen mit dem Heiligen Geist getauft werden. Als sie nun beisammen waren, fragten sie ihn: Herr, stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her? Er sagte zu ihnen: Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat. Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an die Grenzen der Erde. Als er das gesagt hatte, wurde er vor ihren Augen emporgehoben und eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken. Während sie unverwandt ihm nach zum Himmel emporschauten, siehe, da standen zwei Männer in weißen Gewändern bei ihnen und sagten: Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor? Dieser Jesus, der von euch fort in den Himmel aufgenommen wurde, wird ebenso wiederkommen, wie ihr ihn habt zum Himmel hingehen sehen.

Antwortpsalm

Psalm 47

Ihr Völker alle, klatscht in die Hände; jauchzt Gott zu mit lautem Jubel!

Denn furchtgebietend ist der Herr, der Höchste, ein großer König über die ganze Erde.

Er unterwirft uns Völker und zwingt Nationen unter unsre Füße.

Er wählt unser Erbland für uns aus, den Stolz Jakobs, den er liebt.

Gott stieg empor unter Jubel, der Herr beim Schall der Hörner.

Singt unserm Gott, ja singt ihm! Spielt unserm König, spielt ihm!

Denn Gott ist König der ganzen Erde. Spielt ihm ein Psalmenlied!

Gott wurde König über alle Völker, Gott sitzt auf seinem heiligen Thron.

Die Fürsten der Völker sind versammelt als Volk des Gottes Abrahams. Denn Gott gehören die Mächte der Erde; er ist hoch erhaben.

Zweite Lesung

Der Brief an die Hebräer 9,24-28+ 10,19-23

Denn Christus ist nicht in ein von Menschenhand gemachtes Heiligtum hineingegangen, in ein Abbild des wirklichen, sondern in den Himmel selbst, um jetzt vor Gottes Angesicht zu erscheinen für uns; auch nicht, um sich selbst viele Male zu opfern, wie der Hohepriester jedes Jahr mit fremdem Blut in das Heiligtum hineingeht; sonst hätte er viele Male seit der Erschaffung der Welt leiden müssen. Jetzt aber ist er am Ende der Zeiten ein einziges Mal erschienen, um durch sein Opfer die Sünde zu tilgen. Und wie es dem Menschen bestimmt ist, ein einziges Mal zu sterben, worauf dann das Gericht folgt, so wurde auch Christus ein einziges Mal geopfert, um die Sünden vieler hinwegzunehmen; beim zweiten Mal wird er nicht wegen der Sünde erscheinen, sondern um die zu retten, die ihn erwarten. So haben wir die Zuversicht, Brüder und Schwestern, durch das Blut Jesu in das Heiligtum einzutreten. Er hat uns den neuen und lebendigen Weg erschlossen durch den Vorhang hindurch, das heißt durch sein Fleisch. Und da wir einen Hohepriester haben, der über das Haus Gottes gestellt ist, lasst uns mit aufrichtigem Herzen und in voller Gewissheit des Glaubens hinzutreten, die Herzen durch Besprengung gereinigt vom schlechten Gewissen und den Leib gewaschen mit reinem Wasser! Lasst uns an dem unwandelbaren Bekenntnis der Hoffnung festhalten, denn er, der die Verheißung gegeben hat, ist treu!

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 24,46-53

Er sagte zu ihnen: So steht es geschrieben: Der Christus wird leiden und am dritten Tag von den Toten auferstehen und in seinem Namen wird man allen Völkern Umkehr verkünden, damit ihre Sünden vergeben werden. Angefangen in Jerusalem, seid ihr Zeugen dafür. Und siehe, ich werde die Verheißung meines Vaters auf euch herabsenden. Ihr aber bleibt in der Stadt, bis ihr mit der Kraft aus der Höhe erfüllt werdet! Dann führte er sie hinaus in die Nähe von Betanien. Dort erhob er seine Hände und segnete sie. Und es geschah, während er sie segnete, verließ er sie und wurde zum Himmel emporgehoben. Sie aber fielen vor ihm nieder. Dann kehrten sie in großer Freude nach Jerusalem zurück. Und sie waren immer im Tempel und priesen Gott.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

"Ihr Männer von Galiläa, was steht ihr da und schaut zum Himmel empor?" In der Liturgie der Himmelfahrt wird ein alle Kirchen vereinendes christliches Geheimnis gefeiert, das auch im Glaubensbekenntnis genannt wird. Lukas beschreibt es sowohl in seinem Evangelium als auch in der Apostelgeschichte und stellt es nicht nur als verbindendes Element der beiden Bücher, sondern auch von Ostern und Pfingsten dar. In der Apostelgeschichte schreibt er über Jesus: "Vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen." In den Begegnungen und durch das Zuhören in den vierzig Tagen sollten die Jünger das österliche Geheimnis tiefer erfassen. Es gibt eine Parallele zwischen den vierzig Tagen Jesu in der Wüste sofort nach seiner Taufe im Jordan zur Vorbereitung auf das öffentliche Wirken und diesen weiteren vierzig Tagen nach Ostern, die die Jünger auf die öffentliche Sendung vorbereiten, damit sie das Evangelium bis an die Grenzen der Erde weitergeben.
Lukas lässt erkennen, dass die Jünger an jenem Tag den besonderen Charakter dieses Augenblicks erfassten, während sie mit dem Auferstandenen zu Tisch saßen. Als Jesus über das Kommen des Geistes spricht, fragen sie ihn schließlich: "... stellst du in dieser Zeit das Reich für Israel wieder her?" Es ist eine verständliche Frage, wenn man die große Sehnsucht nach Heil bedenkt.
Jesus antwortet diesen Jüngern: "Euch steht es nicht zu, Zeiten und Fristen zu erfahren, die der Vater in seiner Macht festgesetzt hat." Scheinbar will Jesus ihnen sagen, dass das Leben viel mehr und komplizierter ist und dass es uns zumindest nicht zusteht, Zeiten und Fristen zu erfahren. Allerdings lässt er uns nicht allein im Ungewissen und in der Unsicherheit einer komplexen und teilweise auch feindseligen Welt. Er verheißt die Sendung des Heiligen Geistes: "Aber ihr werdet Kraft empfangen, wenn der Heilige Geist auf euch herabkommen wird." Er hat selbst diesen Geist bei der Taufe im Jordan empfangen, den auch sie in wenigen Tagen erhalten sollen, nur dieses Mal in der Gestalt von Feuerzungen und nicht von einer Taube. Dieser Geist soll sie in der Geschichte bis zum vollkommenen Sieg über das Böse führen. Während er mit ihnen spricht - beim Zuhören, wie wir es im Gebet und in dieser Liturgie tun -, wird Jesus zum Himmel "emporgehoben". Die byzantinische Liturgie spricht mit diesen schönen Worten über die Himmelfahrt: "Vom Himmel her hat er, der das Geben liebt, an seine Apostel Gaben verteilt, sie wie ein Vater getröstet und gestärkt, sie wie Kinder geführt und ihnen gesagt: Ich bin bei euch und niemand ist gegen euch."
Eine Richtung wird hier gewiesen. Die Engel wenden sich an die Elf und sprechen sie als "Männer von Galiläa" an, als Männer aus der Peripherie, als einfache Leute; damit verbinden sie für immer das Jüngerdasein mit der Peripherie, das Evangelium mit den Armen. Denn das Geheimnis der Himmelfahrt Jesu hat für uns heute die Bedeutung, dass der auferstandene Jesus uns in die vielen Galiläas dieser Welt, in die zahllosen Peripherien dieser Welt vorausgeht.