Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Ezechiel 34,11-16

Denn so spricht GOTT, der Herr: Siehe, ich selbst bin es, ich will nach meinen Schafen fragen und mich um sie kümmern. Wie ein Hirt sich um seine Herde kümmert an dem Tag, an dem er inmitten seiner Schafe ist, die sich verirrt haben, so werde ich mich um meine Schafe kümmern und ich werde sie retten aus all den Orten, wohin sie sich am Tag des Gewölks und des Wolkendunkels zerstreut haben. Ich werde sie aus den Völkern herausführen, ich werde sie aus den Ländern sammeln und ich werde sie in ihr Land bringen. Ich führe sie in den Bergen Israels auf die Weide, in den Tälern und an allen bewohnten Orten des Landes. Auf guter Weide werde ich sie weiden und auf den hohen Bergen Israels wird ihr Weideplatz sein. Dort werden sie auf gutem Weideplatz lagern, auf den Bergen Israels werden sie auf fetter Weide weiden. Ich, ich selber werde meine Schafe weiden und ich, ich selber werde sie ruhen lassen - Spruch GOTTES, des Herrn. Das Verlorene werde ich suchen, das Vertriebene werde ich zurückbringen, das Verletzte werde ich verbinden, das Kranke werde ich kräftigen. Doch das Fette und Starke werde ich vertilgen. Ich werde es weiden durch Rechtsentscheid.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Die Kirche feiert heute das Hochfest des Heiligsten Herzens Jesu und hilft uns in der Liturgie durch das Symbol des Herzens, das Geheimnis der Liebe Gottes in seinem Sohn zu betrachten. Er offenbart sich als der gute Hirte für seine Herde. Gern haben schon die Propheten das Bild des Hirten verwendet, beispielsweise hat Ezechiel verkündet: "Siehe, ich selbst bin es, ich will nach meinen Schafen fragen und mich um sie kümmern ... ich werde sie in ihr Land bringen. Ich führe sie in den Bergen Israels auf die Weide." Als wollte es eine Antwort auf diese Worte der Propheten geben, überliefert uns das Lukasevangelium die Worte Jesu, der als der gute Hirte auftritt und seine Schafe so sehr liebt, dass er sein Leben für sie hingibt. Im Johannesevangelium sagt er, dass er seine Schafe liebt und sie einzeln beim Namen ruft (Joh 10,3). Für ihn sind sie keine unterschiedslose Masse, denn er kennt die Stimme, den Namen, die Geschichte, die Bedürfnisse eines jeden einzelnen und jedem einzelnen schenkt er seine Hoffnung und Zuneigung. Er ist kein bezahlter Angestellter oder Tagelöhner, sondern ein Vater, ein Bruder, ein Freund und Diener seiner Schafe. In unserer Gesellschaft, die von Virtualität, Anonymität und Individualismus geprägt ist, kann man leicht vergessen werden und untergehen. Doch das "Herz" Jesu vergisst niemanden. Jesus spricht davon, dass der gute Hirte die neunundneunzig Schafe zurücklässt und fortgeht, um das verlorene Schaf zu suchen. Schon Ezechiel hatte vorhergesagt: "Das Verlorene werde ich suchen, das Vertriebene werde ich zurückbringen." Als guter Hirte aller Menschen überlässt Jesus kein einziges seiner Schafe dem eigenen Schicksal, immer führt er sie zusammen und beschützt sie. Vielleicht hat er nicht nur einmal, sondern viele Male andere neunundneunzig Schafe zurücklassen müssen, um jeden von uns zu suchen, auf seine Schultern zu nehmen und in sein Haus zurückzubringen. Daraufhin hat er uns erneut sein Gebot ans Herz gelegt: "... dass ihr einander liebt, so wie ich euch geliebt habe" (Joh 15,12).