Gedenken an die Mutter des Herrn

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Gedenktag des heiligen Irenäus, Bischof von Lyon, der aus Anatolien nach Frankreich kam, um das Evangelium zu predigen, und als Märtyrer starb (+ 202).


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Amos 3,1-8+4,11-12

Hört dieses Wort, das der HERR gesprochen hat über euch, ihr Söhne Israels, über den ganzen Stamm, den ich aus Ägypten heraufgeführt habe. Nur euch habe ich erkannt unter allen Stämmen der Erde; darum suche ich euch heim für alle eure Vergehen. Gehen zwei miteinander, ohne dass sie sich verabredet haben? Brüllt der Löwe im Wald und er hat keine Beute? Gibt der junge Löwe Laut in seinem Versteck, ohne dass er einen Fang getan hat? Fällt ein Vogel zur Erde, wenn niemand nach ihm geworfen hat? Springt die Klappfalle vom Boden auf, wenn sie nichts gefangen hat? Bläst in der Stadt jemand ins Horn, ohne dass das Volk erschrickt? Geschieht ein Unglück in der Stadt, ohne dass der HERR es bewirkt hat? Nichts tut GOTT, der Herr, ohne dass er seinen Knechten, den Propheten, zuvor seinen Ratschluss offenbart hat. Der Löwe brüllt - wer fürchtet sich nicht? GOTT, der Herr, hat geredet - wer wird da nicht zum Propheten? Ich brachte über euch eine Zerstörung wie die, die Gott über Sodom und Gomorra verhängte; ihr wart wie ein Holzscheit, das man aus dem Feuer herausholt. Und dennoch seid ihr nicht umgekehrt zu mir - Spruch des HERRN. Darum will ich dir all das antun, Israel, und weil ich dir all das antun werde, mach dich bereit, deinem Gott gegenüberzutreten.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

In der Beziehung zwischen Gott und seinem Volk tritt fortlaufend das Problem auf, dass der von Gott aufgerichtete Bund durch das Volk gebrochen wird. Immer wenn Israel im Wohlstand lebt, vergisst es den Herrn, wendet sich anderen Göttern zu und lässt sich zu einem verdorbenen Leben hinreißen. Doch der Herr handelt mehr nach dem Prinzip der Großzügigkeit als der Gerechtigkeit und sendet immer wieder die Propheten, damit Israel zur Einsicht kommt und zum Bund zurückkehrt. Durch sieben Beispiele bietet Amos eine Hilfe an, um die Geschichte besser zu verstehen, die das Volk erlebt hat, und darin die ihm gegebenen Zeichen zu deuten. Das Wort Gottes - hier wird es mit dem Gebrüll eines Löwen verglichen - ist eine spirituelle Kraft, die mit einer unbändigen Wucht hinausstrebt und zuverlässig die Wirkung hervorruft, für die es ausgesandt wurde. Gott hat das Volk Israel auserwählt, um es auszusenden und die Liebe Gottes bis zu den Enden der Erde weiterzugeben. Denn er will, dass alle Völker gerettet werden. Daher ist dieser Bund nicht nur auf ein Volk, also das Volk Israel, beschränkt. Er ist für alle Völker bestimmt, wie die Propheten wiederholt betonen. Die Kirche hat diesen Traum Gottes für die Welt aufgenommen und ist in unserer Zeit aufgerufen, eine universale Geschwisterlichkeit aufzubauen. Wir, die wir an Jesus glauben, leben nicht für uns selbst, sondern um eben allen Völkern das Evangelium der Liebe weiterzugeben. Darin liegt der Sinn des Wortes, das Gott auch unseren Händen anvertraut. Immer wenn Gottes Wort an uns gerichtet wird, dann können wir - sofern wir wirklich zuhören - nicht anders, als es unsererseits weiterzugeben. Wir alle sind berufen, Propheten zu sein. Diese Bedeutung hat der abschließende Aufruf des Amos: "Weil ich dir all das antun werde, mach dich bereit, deinem Gott gegenüberzutreten." Da wir Propheten für das Reich Gottes werden sollen, müssen wir bereit sein, gläubig auf sein Wort zu hören.