Gedenken an den gekreuzigten Jesus

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Amos 8,4-6.9-12

Hört dieses Wort, die ihr die Armen verfolgt und die Gebeugten im Land unterdrückt! Ihr sagt: Wann ist das Neumondfest vorbei, dass wir Getreide verkaufen, und der Sabbat, dass wir den Kornspeicher öffnen können? Wir wollen das Hohlmaß kleiner und das Silbergewicht größer machen, wir fälschen die Waage zum Betrug, um für Geld die Geringen zu kaufen und den Armen wegen eines Paars Sandalen. Sogar den Abfall des Getreides machen wir zu Geld. An jenem Tag - Spruch GOTTES, des Herrn - lasse ich am Mittag die Sonne untergehen und breite am helllichten Tag über die Erde Finsternis aus. Ich verwandle eure Feste in Trauer und all eure Lieder in Totenklage. Ich lege um alle Hüften das Trauergewand und schere jeden Kopf kahl. Ich bringe Trauer über das Land wie die Trauer um den Einzigen und das Ende davon wird sein wie der bittere Tag. Siehe, es kommen Tage - Spruch GOTTES, des Herrn - , da schicke ich Hunger ins Land, nicht Hunger nach Brot, nicht Durst nach Wasser, sondern danach, die Worte des HERRN zu hören. Dann wanken sie von Meer zu Meer, von Norden nach Osten ziehen sie, um das Wort des HERRN zu suchen; doch sie werden es nicht finden.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Indem er auf das Wort Gottes hört, hat der Prophet Anteil an Gottes eigener Sicht auf die Geschichte. So ist er berufen, sie dem Volk mitzuteilen, zu dem der Herr ihn schickt. Im heutigen Abschnitt nun sieht Amos das Ende einer Gesellschaft, die auf Reichtum und Sattheit gegründet ist, aber der es nicht gelungen ist, Gerechtigkeit zu schaffen. Die Weigerung, auf das Wort Gottes zu hören, das die Propheten unablässig verkündeten, führt immer dazu, dass das Leben verdirbt. Die Einwohner Samarias, der Hauptstadt des Königreiches Israel, waren zu allem bereit, um ihren Reichtum zu vergrößern; jedes Mittel der Bereicherung war ihnen recht. Sogar die Feste, wie etwa "das Neumondfest", und der Sabbat, also dem Herrn geweihte Zeiten, wurden zum Anlass, sich zu bereichern und zu raffen und dabei keinerlei Rücksicht auf die Armen zu nehmen. Das prophetische Wort ermahnt, dass man der Täuschung des Reichtums nicht nachgeben soll, denn diese führt leicht dazu, dass man Gott vergisst und die Armen verachtet. Den Herrn lassen diejenigen kalt, die sich ihm in den Riten des Kultes nähern, aber nicht in der Liebe zum Herrn und zu den Armen leben, die diesen Kult bekräftigt. Der Tag des Herrn, der mit apokalyptischen Bildern beschrieben wird - nämlich mit dem Sonnenuntergang am Mittag und der Finsternis auf der Erde -, wird schrecklich sein. Denn die Feste werden sich in Trauer verwandeln und die Lieder in Totenklage, die edle Kleidung in Trauergewänder und die stolzen Häupter in kahlgeschorene Köpfe. Es geht so weit, dass Israel den bittersten Schmerz erleben muss, nämlich die Trauer um den Tod des einzigen Sohnes und somit die Auslöschung der Familie. Es gibt zu denken, dass dieses Schreckensbild des Todes sich durch das Schwinden des Wortes Gottes verwirklicht. Denn man wird nach dem Wort Gottes hungern, um Linderung zu finden, aber die Prophetie wird erloschen und dieses Brot unauffindbar sein. Dies ist eine Ermahnung, die Gnade der Zeit der Verkündigung - auch in unserer Zeit - zu nutzen.