Liturgie des Sonntags

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20. Sonntag im Jahreskreis
Gedenktag des heiligen Priesters und Märtyrers der Liebe Maximilian Kolbe. Im Konzentrationslager Auschwitz nahm er im Jahr 1941 den Tod auf sich, um einem anderen Mann das Leben zu retten.


Erste Lesung

Das Buch Jeremia 38,4-6.8-10

Darauf sagten die Beamten zum König: Dieser Mann muss getötet werden, denn er lähmt die Hände der Krieger, die in dieser Stadt übrig geblieben sind, und die Hände des ganzen Volkes, wenn er solche Worte zu ihnen redet. Denn dieser Mann sucht nicht Heil für dieses Volk, sondern Unheil. Der König Zidkija erwiderte: Siehe, er ist in eurer Hand; denn der König vermag nichts gegen euch. Da ergriffen sie Jeremia und warfen ihn in die Zisterne des Königssohns Malkija, die sich im Wachhof befand; man ließ ihn an Stricken hinunter. In der Zisterne war kein Wasser, sondern nur Schlamm und Jeremia sank in den Schlamm. Da verließ Ebed-Melech den Palast und sagte zum König: Mein Herr und König, schlecht war alles, was diese Männer dem Propheten Jeremia angetan haben; sie haben ihn in die Zisterne geworfen, damit er dort unten verhungert. Denn es gibt in der Stadt kein Brot mehr. Da befahl der König dem Kuschiter Ebed-Melech: Nimm dir von hier dreißig Männer mit und zieh den Propheten Jeremia aus der Zisterne herauf, bevor er stirbt.

Antwortpsalm

Psalm 40

Ich hoffte, ja ich hoffte auf den Herrn. Da neigte er sich mir zu und hörte mein Schreien.

Er zog mich herauf aus der Grube des Grauens, aus Schlamm und Morast. Er stellte meine Füße auf den Fels, machte fest meine Schritte.

Er legte mir ein neues Lied in den Mund, einen Lobgesang auf ihn, unsern Gott. Viele werden es sehen, sich in Ehrfurcht neigen und auf den Herrn vertrauen.

Wohl dem Mann, der auf den Herrn sein Vertrauen setzt, sich nicht zu den Stolzen hält noch zu treulosen Lügnern.

Zahlreich sind die Wunder, die du getan hast,
und deine Pläne mit uns; Herr, mein Gott, nichts kommt dir gleich. Wollte ich von ihnen künden und reden, es wären mehr, als man zählen kann.

An Schlacht- und Speiseopfern hast du kein Gefallen, Brand- und Sündopfer forderst du nicht. Doch das Gehör hast du mir eingepflanzt;

darum sage ich: Ja, ich komme. In dieser Schriftrolle steht, was an mir geschehen ist.

Deinen Willen zu tun, mein Gott, macht mir Freude, deine Weisung trag' ich im Herzen.

Gerechtigkeit verkünde ich in großer Gemeinde, meine Lippen verschließe ich nicht; Herr, du weißt es.

Deine Gerechtigkeit verberge ich nicht im Herzen, ich spreche von deiner Treue und Hilfe, ich schweige nicht über deine Huld und Wahrheit vor der großen Gemeinde.

Du, Herr, verschließ mir nicht dein Erbarmen, deine Huld und Wahrheit mögen mich immer behüten!

Denn Leiden ohne Zahl umfangen mich,
meine Sünden holen mich ein, ich vermag nicht mehr aufzusehn. Zahlreicher sind sie als die Haare auf meinem Kopf, der Mut hat mich ganz verlassen.

Gewähre mir die Gunst, Herr, und reiß mich heraus; Herr, eile mir zu Hilfe!

In Schmach und Schande sollen alle fallen, die mir nach dem Leben trachten. Zurückweichen sollen sie und vor Scham erröten, die sich über mein Unglück freuen.

Vor Schande sollen alle schaudern, die zu mir sagen: «Dir geschieht recht.»

Alle, die dich suchen, frohlocken; sie mögen sich freuen in dir. Die dein Heil lieben, sollen immer sagen: Groß ist Gott, der Herr.

Ich bin arm und gebeugt; der Herr aber sorgt für mich. Meine Hilfe und mein Retter bist du. Mein Gott, säume doch nicht!

Zweite Lesung

Der Brief an die Hebräer 12,1-4

Darum wollen auch wir, die wir eine solche Wolke von Zeugen um uns haben, alle Last und die Sünde abwerfen, die uns so leicht umstrickt. Lasst uns mit Ausdauer in dem Wettkampf laufen, der vor uns liegt, und dabei auf Jesus blicken, den Urheber und Vollender des Glaubens; er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt. Richtet also eure Aufmerksamkeit auf den, der solche Anfeindung von Seiten der Sünder gegen sich erduldet hat, damit ihr nicht ermattet und mutlos werdet! Ihr habt im Kampf gegen die Sünde noch nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet

Lesung des Evangeliums

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 12,49-53

Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen! Ich muss mit einer Taufe getauft werden und wie bin ich bedrängt, bis sie vollzogen ist. Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung. Denn von nun an werden fünf Menschen im gleichen Haus in Zwietracht leben: Drei werden gegen zwei stehen und zwei gegen drei; der Vater wird gegen den Sohn stehen und der Sohn gegen den Vater, die Mutter gegen die Tochter und die Tochter gegen die Mutter, die Schwiegermutter gegen ihre Schwiegertochter die Schwiegertochter gegen die Schwiegermutter.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Gestern bin ich mit Christus begraben worden,
heute werde ich mit dir auferweckt, der du auferstanden bist;
mit dir bin ich gekreuzigt worden,
denke an mich, Herr, in deinem Reich.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Homilie

Das Evangelium des heutigen Sonntags enthält den dringenden Appell, dass allen die Nähe des Reiches Gottes verkündet wird. Aus Mitleid mit den vielen Menschen, die "müde und erschöpft" waren, "wie Schafe, die keinen Hirten haben", hatte Jesus gesagt: "Kehrt um! Denn das Himmelreich ist nahe" (Mt 3,2). Er "zog durch alle Städte und Dörfer, lehrte in ihren Synagogen, verkündete das Evangelium vom Reich und heilte alle Krankheiten und Leiden". Leider wird diese Dringlichkeit heute oftmals verdunkelt, erstickt und behindert: Verdunkelt durch ein Klima der Gewalt, erstickt durch Kriege und Ungerechtigkeiten und manchmal durch die Jünger selbst behindert, wenn sie sich dem Aufruf des Herrn entziehen und sich um ihre eigenen Anliegen sorgen oder Gewohnheiten hinterherlaufen. Sehr schnell findet man sich mit dem Bestehenden ab. Häufig kann man hören, dass doch eh nichts getan werden kann. Die Welt war doch schon immer so! Dagegen sagt der Herr zu uns: "Ich bin gekommen, um Feuer auf die Erde zu werfen. Wie froh wäre ich, es würde schon brennen!" Lassen wir uns von dieser Begeisterung erfüllen und dieses Feuer in uns brennen. Dann werden wir die Erbärmlichkeit unserer Leidenschaften und den Geiz unseres Herzens entdecken. Leider brennt in uns häufig nur das eine schwache Feuer der Eigenliebe, das von den Vätern als "Philautia" bezeichnet wurde. Die Liebe Jesu ist von anderer Natur. Diese Liebe ist gütig und mitreißend, in ihr vergisst man sich selbst, damit die Liebe zu den Armen wachsen kann. "Meint ihr, ich sei gekommen, um Frieden auf der Erde zu bringen? Nein, sage ich euch, sondern Spaltung", betont Jesus heute. Solche Worte hätte wohl niemand von uns Jesus in den Mund gelegt. Doch das Evangelium ist anders als unser Denken. Dieses Jesuswort betont eher das Schwert als den Frieden und will uns erklären, dass er nicht gekommen ist, um unsere Ichbezogenheit zu unterstützen, sondern um die Liebe zu den anderen wachsen zu lassen. Jesus ist nicht gekommen, um die geizige Ruhe des reichen Prassers zu verteidigen, der den armen und ausgehungerten Lazarus vor seiner Tür nicht einmal sah. Er ist nicht gekommen, um die Ichbezogenheit des Priesters und Leviten zu verteidigen, die den halbtot am Wegrand liegenden Mann zwar sahen, aber trotzdem weitergingen. Das ist kein Friede, sondern Geiz, wie es einmal der orthodoxe Erzbischof Anastasios von Tirana in Worte gefasst hat: "Das Gegenteil von Frieden ist nicht Krieg, sondern Ichbezogenheit." Es gibt keinen Frieden ohne eine starke und leidenschaftliche Liebe.