Vorabend des Sonntags

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jeder, der lebt und an mich glaubt,
wird in Ewigkeit nicht sterben.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief an die Galater 3,22-29

aber die Schrift hat alles unter der Sünde eingeschlossen, damit die Verheißung aus dem Glauben an Jesus Christus denen gegeben wird, die glauben. Ehe der Glaube kam, waren wir vom Gesetz behütet, verwahrt, bis der Glaube offenbar werden sollte. So ist das Gesetz unser Erzieher auf Christus hin geworden, damit wir aus dem Glauben gerecht gemacht werden. Nachdem aber der Glaube gekommen ist, stehen wir nicht mehr unter dem Erzieher. Denn alle seid ihr durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus. Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, habt Christus angezogen. Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich; denn ihr alle seid einer in Christus Jesus. Wenn ihr aber Christus gehört, dann seid ihr Abrahams Nachkommen, Erben gemäß der Verheißung.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Wenn du glaubst, wirst du die Herrlichkeit Gottes sehen,
so spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Paulus erinnert die Galater daran, dass das Erbe, das Abraham von Gott verheißen wurde - "Ich richte meinen Bund auf zwischen mir und dir und mit deinen Nachkommen nach dir" (Gen 17,7) -, nun Jesus gehört. Auch das Gesetz, das dem Volk Israel auf dem Berg Sinai übergeben wurde, war eine Etappe auf dem Weg dieses Bundes. Doch die gesamte vorchristliche Geschichte Abrahams und Israels war eine einzige, lange Vorbereitung, um zu dem endgültigen Bund mit Jesus Christus zu gelangen, der uns vor der Sünde und dem Tod errettet. Er ist der einzige und universale Erbe der abrahamitischen Verheißungen. Deshalb kann das Heil nicht aus dem Gesetz, sondern muss aus der Zugehörigkeit zu Jesus Christus erwachsen. Zwar war das Gesetz nicht nutzlos. Es hatte eine vorbereitende Bedeutung. Das Gesetz, schreibt der Apostel, ist "unser Erzieher ... geworden", aber "damit wir aus dem Glauben gerecht gemacht werden." Wenn erst einmal der Glaube gekommen ist, stehen die Jünger Jesu nicht mehr unter dem Erzieher, also unter Aufsicht. Vielmehr leben sie in der Freiheit derer, die "durch den Glauben Söhne Gottes in Christus Jesus" sind. Der Apostel betont eine direkte Beziehung zu Gott durch den Glauben an Christus. Durch die Taufe, erklärt der Apostel, haben die Gläubigen "Christus angezogen" und sind so zu neuen Geschöpfen geworden. Vor diesem Hintergrund erläutert der Apostel den Galatern die außerordentliche Neuheit des Evangeliums: "Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht männlich und weiblich". Diese wenigen Worte zeigen die Kraft des Evangeliums Jesu: Es lässt jedwede Spaltung, jede trennende Mauer einstürzen und drängt einer neuen Einheit entgegen. "Denn ihr alle seid einer in Christus Jesus", wie der Apostel unmissverständlich sagt. Die Zugehörigkeit zu Christus muss uns die Kraft zur Veränderung wiederentdecken lassen, die Abrahams Glaube besaß: Er ließ alles zurück, um an Gottes Traum teilzuhaben, alle Menschen zu Brüdern und Schwestern zu machen. Dieser Traum Gottes ist im Zeitalter der Globalisierung noch einleuchtender - und der Herr legt ihn von Neuem vertrauensvoll in unsere Hände.