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Flüchtlinge feiern ein Jahr humanitäre Korridore mit neuen Ankömmlingen aus dem Libanon

27 Februar 2017 - ROM, ITALIEN

SyrienFlüchtlingeHumanitäre Korridore

Andrea Riccardi: "Das Projekt verbindet Integration und Sicherheit. Nein zu Mauern". Fast 700 Personen wurden in Italien durch das Projekt von Sant'Egidio und den evangelischen Kirchen Italiens aufgenommen

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Das erste Jahr der humanitären Korridore wurde in Fiumicino mit der Ankunft von 50 weiteren syrischen Flüchtlingen gefeiert. Am 2. März werden erneut 75 Personen durch das von der Gemeinschaft Sant'Egidio, der Union der Evangelischen Kirchen Italiens und der Waldensertafel organisierten Projekt ankommen. Damit wird die Zahl der nach Italien eingereisten Flüchtlinge seit dem 29. Februar 2016 auf fast 700 steigen. Alle konnten in Sicherheit und legal durch das Abkommen mit dem italienischen Außen- und Innenministerium einreisen.

Die neuen Ankömmlinge des Alitaliafluges aus Beirut wurden von syrischen Familien, von Andrea Riccardi, dem Gründer der Gemeinschaft Sant'Egidio, vom Präsidenten der Union der Evangelischen Kirchen Italiens, Luca Maria Negro, von der Leiterin des Kirchensteueramtes der Waldensertafel, Susanna Pietra, von der Verantwortlichen für die Migrantendienste der Gemeinschaft Sant'Egidio, Daniela Pompei, vom Vizeaußenminister Mario Giro und dem Unterstaatssekretär des Inneren, Domenico Manzione begrüßt.

Andrea Riccardi erläutert: "Es gibt eine Sympathie in der italienischen Gesellschaft für Syrien. In der einjährigen Arbeit, durch die eine bedeutende Anzahl von Flüchtlingen sicher nach Italien einreisen konnte und die Integration gefördert wurde, haben wir den Wunsch vieler Bürger festgestellt, sich bei der Aufnahme zu engagieren. Europa ist nicht dazu verurteilt, die Immigration mit Angst oder Demagogie anzugehen. Mauern sind nur Trostpflaster. Das wird auch daran deutlich, dass andere europäische Länder davor stehen, weitere humanitäre Korridore einzurichten: Frankreich wird wohl im Monat März damit beginnen."

"Was als Traum erschien, ist nun eine Wirklichkeit, die den ersten Geburtstag feiert", merkte Luca Maria Negro an und dankte allen, die in Italien für die Integration tätig sind. Die neuen syrischen Familien werden - wie schon bei den vorherigen Gruppen - von Gemeinden, Pfarreien, Verbänden und Familien in verschiedenen Regionen Italiens aufgenommen, zum ersten Mal auch auf der Insel Maddalena in Sardinien. Schon 68 Kommunen in 17 Regionen Italiens haben den angekommenen Flüchtlingen Gastfreundschaft angeboten.

Weitere 300 Flüchtlinge werden bis Ende des Monats ankommen. Es sind 500 Flüchtlinge, überwiegend Eritreer, Somalier und Südsudanesen aus Äthiopien, die durch ein weiteres Abkommen mit dem italienischen Staat einreisen, das wieder von der Gemeinschaft Sant'Egidio diesmal in Zusammenarbeit mit der italienischen Bischofskonferenz geschlossen wurde. Die große Bereitschaft zur Aufnahme ist ein wichtiges Element des Projektes, das vollkommen eigenfinanziert ist und die Eingliederung der neuen Flüchtlinge in das soziale und bürgerliche Leben des Landes fördert, verbunden mit der schulischen Integration der Minderjährigen und der Eingliederung der Erwachsenen in den Arbeitsmarkt. Dies kommt der ganzen Gesellschaft sehr zugute.