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Sant'Egidio und Mosambik: Geschichte eines Friedens - und einer Freundschaft - die heute 27 Jahre alt wird

4 Oktober 2019 - MOSAMBIK

Frieden

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27 Jahre sind seit dem 4. Oktober 1992, dem Fest des Hl. Franziskus, vergangen. An diesem Tag haben der mosambikanische Präsident und Sekretär der FreLiMo, Joaquim Chiassano, und Alfonso Dhlakam, der Führer der Guerillabewegung ReNaMo, die seit der Unabhängigkeit gegen die Regierung von Maputo gekämpft hatte, ein Allgemeines Friedensabkommen unterzeichnet, das den 17jährigen Bürgerkrieg beendete (mit mehrere hunderttausend Toten, 3-4 Millionen Flüchtlingen und Vertriebenen im Inland und in den Nachbarländern).

Die Unterschrift beendete einen langen Verhandlungsprozess von ca. eineinhalb Jahren, der am Sitz der Gemeinschaft Sant'Egidio in nicht großen, aber einladenden Räumlichkeiten und einem Garten stattfand, in dem Bananenstauden wachsen und an Afrika erinnern und in dem ein großer Olivenbaum steht zum Gedenken, dass man nach der Feuerflut des bewaffneten Konflikts wieder neu zusammenarbeiten kann. Dort in Trastevere haben Mitglieder der Gemeinschaft (der Gründer Andrea Riccardi und der Priester und heutige Erzbischof von Bologna, Matteo Zuppi), der mosambikanische Erzbischof Jaime Goncalves von Beira (der vor kurzem verstorben ist) und ein Vertreter der italienischen Regierung (Mario Rarffaelli) als "Unterstützer" geduldig einen Dialog zwischen den im Namen der Ideologie und der Macht Kämpfenden aufgebaut. Der Verhandlungsrahmen wurde im Hinblick auf die Einheit des mosambikanischen Volkes und auf die Suche nach dem Verbindenden und nicht nach dem Trennenden aufgebaut.  
Das Allgemeine Friedensabkommen legte die Übergabe der Waffen der Guerilla an die UNO-Truppen fest, die Integration der ehemaligen Kämpfer in die reguläre Armee, die Beseitigung der Minen und die Befriedung der ländlichen Regionen, sowie eine Reihe von Schritten auf dem Weg einer Umwandlung der bewaffneten Auseinandersetzung der Parteien in einen Wettbewerb auf der Grundlage der verfassungsgemäßer und demokratischer Regeln. Die Wahlen von 1994 waren die ersten wirklich freien in der ehemaligen protugiesischen Kolonie und besiegelten den Erfolg des gesamten Verhandlungsprozesses, sodass Mosamik in ene neue, überwiegend von Frieden gepägten Phase eintreten konnte.

Der Frieden hat zur Normalisierung der Lage und zu wirtschaftlicher und sozialer Entwicklung geführt. Es war kein einfacher und gradliniger Weg, doch auch eine große Erfolgsgeschichte und beispielhaft dafür, dass ein Land unüberschaubare Probleme und Leiden eines Bürgerkrieges hinter sich lassen kann, um die immer komplexeren, jedoch kleineren und lösbaren Herausforderungen der Wirtschaft, der internationalen Beziehungen in der globalen welt, der sozialen Entwicklung und der Stärkung eines bürgerlichen Bewusstseins angehen zu können. 

Die Geschichte dieser Jahrzehnte nach dem Krieg ist zwar auch von einer erbitterten politischen Auseinandersetzung mit Ausbrüchen offener Konflikte von 2013 bis 2014 geprägt (Dhlakama fühlte sich nicht sicher und zog sich in den Busch zurück, sodass sich die internationale Gemeinschaft zu einer neuen Vermittlung gezwungen sah) und auch von der in der Regierungspartei vorhandenen Angst vor einem demokratischen Wechsel sogar auf lokaler Ebene, als könnte dies die Einheit des Landes gefährden. Es kam jedoch auch auf Seiten der Präsidenten zu den nach den Verfassungsvorschriften vorgesehenen Wechsel an der Spitze des Lanes: Chissano verkündete nach dem Gewinn der Wahlen von 1999 den Verzicht auf eine dritte Kandidatur; sein Nachfolger Armando Guebuza siegte bei den Wahlen 2004 und 2009 und zog sich ebenfalls nach dem zweiten Mandat zurück, sodass nun der aktuelle Präsident Filipe Nyuzi im Amt ist. 

Schritt für Schritt heilten die Wunden in dem jungen Land, das Netz der Infrastruktur und der Kommunikation wurde neu aufgebaut und mit den Einschränkungen der Lage im Süden der Sahara wurde das Schul- und Gesundheitssystem ausgebaut. In einigen Bereichen wurde sogar eine hervorragene Qualität im kontinentalen Vergleich erreicht. Beispielweise wurde im Februar 2002 das erste DREAM-Zentrum für die antiretrovirale AIDS-Therape in Afrika in Machava am Stadtrand von Maputo eingerichtet. Träger des Gesundheitszentrums ist Sant'Egidio. Es ist jedoch nicht als private Einrichtung tätig, sondern an das öffentlich Gesundheitssystem angeschlossen und stellt allen die Medikamente unentgeltlich zur Verfügung, die im Wesetn das Leben vieler HIV-Positiver retten. Das Recht auf Therapie wird häufig nicht gewährt, aber in Mosambik wurde es vor vielen anderen Ländern des Kontinents anerkannt. Das DREAM-Programm ist heute überall im Land aktiv, Mütter und Kinder leben frei von AIDS und sind ein Zeichen für Hoffnung und Auferstehung. 

Sant'Egidio ist in all den Jahren mit Mosambik verbunden geblieben, um nach dem Krieg den Frieden zu garantieren. Eine Generation, die den Krieg nicht erlebt hat, ist in den Schulen des Friedens von Sant'Egidio in zahlreichen Städten des Landes aufgewachsen. Eine große Bewegung der Jugend für den Frieden ist in Schulen und Universitäten entstanden und verbreitet eine Kultur der Solidarität und der Unentgeltlichkeit als Voraussetzung für eine plurale und friedliche Gesellschaft. Durch das BRAVO-Programm ermöglicht Sant'Egidio Tausenden Kindern in Mosambik eine Registrierung beim Einwohnermeldeamt und befreit sich aus einem verborgenen Leben, um ihre Rechte zu schützen. 

WEITERE INFORMATIONEN

Der Friedensprozess >>

Initiativen von Sant'Egidio in Mosambik >>

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A Paz. Como Moçambique saiu da guerra (Roberto Morozzo della Rocca)



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