Gedenken an die Mutter des Herrn

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Gedenktag des heiligen Franz Xaver. Er lebte als Jesuit und Missionar im 16. Jahrhundert in Indien und Japan.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Geist des Herren ruht auf dir,
der von dir geboren wird, wird heilig sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Buch Jesaja 11,1-10

Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht. Der Geist des HERRN ruht auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN. Und er hat sein Wohlgefallen an der Furcht des HERRN. Er richtet nicht nach dem Augenschein und nach dem Hörensagen entscheidet er nicht, sondern er richtet die Geringen in Gerechtigkeit und entscheidet für die Armen des Landes, wie es recht ist. Er schlägt das Land mit dem Stock seines Mundes und tötet den Frevler mit dem Hauch seiner Lippen. Gerechtigkeit ist der Gürtel um seine Hüften und die Treue der Gürtel um seine Lenden. Der Wolf findet Schutz beim Lamm, der Panther liegt beim Böcklein. Kalb und Löwe weiden zusammen, ein kleiner Junge leitet sie. Kuh und Bärin nähren sich zusammen, ihre Jungen liegen beieinander. Der Löwe frisst Stroh wie das Rind. Der Säugling spielt vor dem Schlupfloch der Natter und zur Höhle der Schlange streckt das Kind seine Hand aus. Man tut nichts Böses und begeht kein Verbrechen auf meinem ganzen heiligen Berg; denn das Land ist erfüllt von der Erkenntnis des HERRN, so wie die Wasser das Meer bedecken. An jenem Tag wird es der Spross aus der Wurzel Isais sein, der dasteht als Feldzeichen für die Völker; die Nationen werden nach ihm fragen und seine Ruhe wird herrlich sein.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Hier sind, Herr, deine Diener,
uns geschehe nach deinem Wort.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Diese Weissagung des Jesaja ist eng mit den Kapiteln 7 und 9 verbunden, wo die Geburt eines Kindes angekündigt wird, das von David abstammt: Es ist der Immanuel, was „Gott ist mit uns" bedeutet. Die Sklaverei hat das Volk Israel wie einen trockenen Baumstumpf werden lassen, denn die Hoffnung auf eine blühende Zukunft war verlorengegangen. Diese Hoffnung beschreibt der Prophet im Bild eines blühenden Baums mit Blättern und Früchten. Doch nun überwindet die Prophetie die Traurigkeit des gegenwärtigen Augenblicks: „Doch aus dem Baumstumpf Isais wächst ein Reis hervor, ein junger Trieb aus seinen Wurzeln bringt Frucht." Aus dem vertrockneten Baumstumpf sprießt ein Trieb hervor. Es ist nur ein kleiner Spross. Nach menschlichem Maßstab sieht er nicht wie etwas Großes aus. Und doch ist sein Saft schon stark: Es ist der Geist Gottes, der ihn leben lässt. Der Prophet fährt fort: „Der Geist des HERRN ruht auf ihm: der Geist der Weisheit und der Einsicht, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN." Die Aufzählung der sechs Gaben des Geistes lässt die außergewöhnliche Kraft dieses heranreifenden Triebes erahnen. Diese Kraft bleibt nicht in sich selbst verschlossen, sondern geht auf alle über, die sich in diesen Trieb einfügen. Wenn wir uns in diesen Trieb einpfropfen, werden auch wir diese Geistesgaben empfangen und spirituelle Menschen werden. Der Geist wird die Augen unseres Herzens verwandeln und sie fähig machen, die „Zeichen der Zeit" zu ergründen und die Welt zu verwandeln, um sie in Einklang mit der Gerechtigkeit Gottes zu bringen. Diese verwirklicht sich schon heute, wenn die Armen und Unterdrückten verteidigt und aufgenommen werden. Der Prophet gebraucht die ausdrucksstarken Bilder vom Wolf, der beim Lamm wohnt, vom Panther, der beim Böcklein liegt, und vom Kalb und vom Löwen, die zusammen weiden und von einem kleinen Jungen geleitet werden. So kommt der Traum vom friedlichen Zusammenleben aller Völker zum Ausdruck, das durch den Geist Wirklichkeit werden kann. Den Jüngern wird dieser Traum anvertraut. Sicher ist es unmöglich, diesen nur mit menschlichen Kräften zu verwirklichen. Doch wenn wir uns vom Geist führen lassen, wissen wir, dass „für Gott nichts unmöglich" ist.