Gedenken an die Armen

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Gedenktag der heiligen Scholastika († um 547), der Schwester des heiligen Benedikt. Mit ihr gedenken wir der Eremitinnen, der Ordensschwestern und aller Frauen, die dem Herrn nachfolgen.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das erste Buch der Könige 8,1-7.9-13

Damals versammelte Salomo die Ältesten Israels, alle Stammesführer und die Häupter der israelitischen Großfamilien bei sich in Jerusalem, um die Bundeslade des HERRN aus der Stadt Davids, das ist Zion, heraufzuholen. Am Fest im Monat Etanim, das ist der siebte Monat, kamen alle Männer Israels bei König Salomo zusammen. Alle Ältesten Israels kamen und die Priester nahmen die Lade und brachten sie zugleich mit dem Offenbarungszelt und den heiligen Geräten, die im Zelt waren, hinauf. Die Priester und die Leviten übernahmen den Trägerdienst. König Salomo aber und die ganze Gemeinde Israels, die bei ihm vor der Lade versammelt war, schlachteten Schafe und Rinder, die man wegen ihrer Menge nicht zählen und nicht berechnen konnte. Darauf stellten die Priester die Bundeslade des HERRN an ihren Platz, an den hochheiligen Ort des Hauses, in das Allerheiligste, unter die Flügel der Kerubim. Denn die Kerubim breiteten ihre Flügel über den Ort, wo die Lade stand, und bedeckten sie und ihre Stangen von oben her. In der Lade befanden sich nur die zwei steinernen Tafeln, die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der HERR mit den Israeliten beim Auszug aus Ägypten geschlossen hatte. Als dann die Priester aus dem Heiligtum traten, erfüllte die Wolke das Haus des HERRN. Sie konnten wegen der Wolke ihren Dienst nicht verrichten; denn die Herrlichkeit des HERRN erfüllte das Haus des HERRN. Damals sagte Salomo: Der HERR hat gesagt, er werde im Wolkendunkel wohnen. Erbaut habe ich ein fürstliches Haus für dich, eine Wohnstätte für ewige Zeiten.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Tempel, dessen Bau nun fertiggestellt war, musste Gott geweiht werden. Israel wusste, dass die Präsenz Gottes inmitten seines Volkes durch die Gesetzestafeln sichergestellt wurde, die in der Bundeslade aufbewahrt wurden. Salomo versammelte das ganze Volk, so wie es Mose am Sinai getan hatte, nachdem er die Gesetzestafeln empfangen hatte. Er brachte Gott Opfer dar und ließ die Bundeslade von den Priestern in das „Allerheiligste", den heiligsten Ort des Tempels, tragen. Man feierte das Laubhüttenfest, das in früheren Zeiten Erntefest genannt wurde, im siebten Monat des israelitischen Kalenders, der in unserem heutigen Kalender der Zeit von September bis Oktober entspricht. Der Abschnitt betont, dass sich in der Lade „nur die zwei steinernen Tafeln" befanden, „die Mose am Horeb hineingelegt hatte, die Tafeln des Bundes, den der Herr mit den Israeliten beim Auszug aus Ägypten geschlossen hatte". Diese Anmerkung verweist noch deutlicher auf die innere Dimension des Bundes, den Gott mit Israel geschlossen hat. Die Bundeslade enthält nur das Gotteswort, nichts sonst. Das Wort, also der Herr, der sich offenbart, ist das Herz des jüdischen und somit auch des christlichen Glaubens. Diese Aussage entspricht der, die wir am Ende des Evangeliums der Verklärung finden. Der Evangelist Markus erzählt, dass die Jünger, nachdem sie von der Wolke umhüllt worden waren, „niemanden mehr bei sich [sahen] außer Jesus" (Mk 9,8). Das Wort allein genügt. Jesus allein ist das Fundament, auf dem unser Glaube beruht. Es ist bedeutsam, dass beim Einzug der Bundeslade ins Allerheiligste genau das geschieht, was auch am Tag der Verklärung geschehen wird: „Als dann die Priester aus dem Heiligtum traten, erfüllte die Wolke das Haus des Herrn." Der Herr ergriff Besitz von diesem Ort durch den Einzug seines Wortes. Und jeder, der das Wort Gottes in sein Herz aufnimmt, wird zum Tempel Gottes und sein Schatten bedeckt ihn.