Gedenken an die Kirche

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ich bin der gute Hirte,
meine Schafe hören auf meine Stimme,
und sie werden
eine einzige Herde sein.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Brief des Jakobus 2,1-9

Meine Brüder und Schwestern, haltet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit, frei von jedem Ansehen der Person! Wenn in eure Versammlung ein Mann mit goldenen Ringen und prächtiger Kleidung kommt und zugleich kommt ein Armer in schmutziger Kleidung und ihr blickt auf den Mann in der prächtigen Kleidung und sagt: Setz du dich hier auf den guten Platz! und zu dem Armen sagt ihr: Du stell dich oder setz dich dort zu meinen Füßen! - macht ihr dann nicht untereinander Unterschiede und seid Richter mit bösen Gedanken? Hört, meine geliebten Brüder und Schwestern! Hat nicht Gott die Armen in der Welt zu Reichen im Glauben und Erben des Reiches erwählt, das er denen verheißen hat, die ihn lieben? Ihr aber habt den Armen entehrt. Sind es nicht die Reichen, die euch unterdrücken und euch vor die Gerichte schleppen? Sind nicht sie es, die den guten Namen lästern, der über euch ausgerufen worden ist? Wenn ihr jedoch das königliche Gesetz gemäß der Schrift erfüllt: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!, dann handelt ihr recht. Wenn ihr aber nach dem Ansehen der Person handelt, begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz überführt, dass ihr es übertreten habt.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ein neues Gebot gebe ich euch:
Liebet einander!

Halleluja, halleluja, halleluja.

Es kann auch für die christliche Gemeinschaft zur Normalität werden, dass sie sich dem Stil dieser Welt anpasst und die Reichen ehrt, die Armen aber verachtet. In unserer heutigen Welt werden die Armen gering geschätzt und es geschieht leicht, dass man sie völlig vergisst oder gar verachtet. Papst Franziskus hört nicht auf, uns an den Skandal der „Wegwerfgesellschaft" zu erinnern, wie er sie nennt, die schamlos die Armen vom Tisch des Lebens fernhält. Das geht soweit, dass man den Armen nicht nur Hilfe verweigert, sondern sich gar vor ihnen wie vor Feinden verteidigt. Oft werden ihnen die Schwierigkeiten und Probleme unserer Gesellschaft aufgebürdet. Dies gilt auch auf globaler Ebene, wenn man vergisst, den Kampf zur Beseitigung der Armut auf die Tagesordnung zu setzen. Es ist nicht modern, über die Armen zu sprechen, auch weil dies eine weniger egozentrische Sicht auf das Leben und die Gesellschaft mit sich brächte. Seinen eigenen Interessen nachzujagen, verhärtet die Herzen und macht die Gesellschaft vor allem den Schwächsten gegenüber grausamer. Der Jakobusbrief erinnert daran, dass Gott genau entgegengesetzt handelt. Er erwählt die Armen dieser Welt, um sie reich und zu Erben seines Reiches zu machen. Wenn Jakobus das Beispiel des Ehrenplatzes anführt, der den Armen in der Versammlung zusteht, bezieht er sich nicht in erster Linie auf den physischen Platz, der ihnen zuzuweisen ist, sondern auf den Platz, den sie im Herzen und damit im Sorgen und Denken der Gläubigen einnehmen sollen. Den Armen soll eine bevorzugte Aufmerksamkeit in der christlichen Gemeinde geschenkt werden, weil Gott genau so handelt. Außerdem weist Jakobus darauf hin, wie leicht es geschieht, dass die Armen unterdrückt und ausgebeutet werden. Auch wenn man sie nicht verteidigt, ist das so, als ob man den Namen Gottes lästert, der sie zu seinen geliebten Kindern erwählt hat und sich sogar mit ihnen identifiziert, wie wir im Matthäusevangelium lesen: „Amen, ich sage euch: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan" (Mt 25,40). Die Armen sind aufgenommen in die Familie Gottes. Sie sind die kleinsten Geschwister Jesu und damit Familienangehörige der Christen. So ist ihr Platz genau im Herzen der Kirche. So sollen wir sie also als unsere Schwestern und Brüder lieben. In ihnen begegnen wir Jesus selbst.