Gedenken an die Armen

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Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das ist das Evangelium der Armen,
die Befreiung der Gefangenen,
das Augenlicht der Blinden,
die Freiheit der Unterdrückten.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der zweite Brief des Petrus 3,11-15.17-18

Wenn sich das alles in dieser Weise auflöst: Wie heilig und fromm müsst ihr dann leben, die Ankunft des Tages Gottes erwarten und beschleunigen! An jenem Tag werden die Himmel in Flammen aufgehen und die Elemente im Feuer zerschmelzen. Wir erwarten gemäß seiner Verheißung einen neuen Himmel und eine neue Erde, in denen die Gerechtigkeit wohnt. Deswegen, Geliebte, die ihr dies erwartet, bemüht euch darum, von ihm ohne Makel und Fehler in Frieden angetroffen zu werden! Und die Geduld unseres Herrn betrachtet als eure Rettung. Das hat euch auch unser geliebter Bruder Paulus mit der ihm geschenkten Weisheit geschrieben; Ihr aber, Geliebte, da ihr dies im Voraus wisst, gebt Acht, dass ihr nicht von dem Irrtum der Frevler mitgerissen werdet und eure eigene Standfestigkeit verliert! Wachset in der Gnade und Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus! Ihm gebührt die Herrlichkeit, jetzt und bis zum Tag der Ewigkeit. Amen.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Menschensohn
ist gekommen, um zu dienen,
wer groß sein will,
mache sich zum Diener aller.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Der Apostel erinnert die Christen, die zweifeln, weil die Wiederkunft Christi sich verzögert, daran, dass Gott die Zeit in anderer Weise misst, als wir das tun. Petrus schreibt: „Dies eine aber, Geliebte, soll euch nicht verborgen bleiben, dass beim Herrn ein Tag wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag sind" (2 Petr 3,8). Der Apostel möchte damit ausdrücken, dass für jede christliche Generation die Endzeit diejenige Zeit ist, die sie gerade lebt. Denn jeder Christ lebt seine letzte Zeit und ist aufgerufen, sie mit der von jedem Jünger des Evangeliums geforderten Verantwortung zu leben. Deshalb fügt der Apostel hinzu: „Der Herr der Verheißung zögert nicht". Denn wer das Evangelium Jesu in sein Herz aufnimmt, lebt schon in der Endzeit, also in der Familie der vom Herrn Geretteten, der genau darum von den Toten auferstanden ist, um uns zu retten. Ja, wir sind uns gewiss, dass der Tag des letzten Hinübergangs, der Tag des Todes, sich für alle Menschen ereignen wird, und uns „wie ein Dieb" ereilen wird. Deshalb ermahnt Petrus alle, das Gericht Gottes vor Augen zu haben und das eigene Leben nach dem Willen Gottes auszurichten. Durch ein Leben nach dem Evangelium verlangsamen die Christen das Werk des Bösen und beschleunigen die Ankunft des Reiches. Wenn die Gläubigen an der Liturgie teilnehmen, in der geschwisterlichen Kommunion leben, den Armen mit Liebe dienen und die universale Solidarität wecken, dann können die Gläubigen den „neuen Himmel" und die „neue Erde", von denen die Offenbarung spricht, nicht nur erahnen und erwarten, sondern leben sie schon heute. Der Apostel ruft dazu auf, nicht ein zügelloses Leben zu führen, als läge die Endzeit noch immer in weiter Ferne. Die Zeit des Eintretens in das Reich hat schon begonnen. Daher ermahnt der Apostel die Christen, in der Liebe und in der Erkenntnis des Herrn Jesus zu wachsen. Denn er soll uns „ohne Makel und Fehler in Frieden" antreffen, wenn wir sein Angesicht sehen werden.