Gedenken an die Heiligen und die Propheten

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Gedenken an das historische Treffen von Assisi 1986, zu dem Papst Johannes Paul II. Vertreter aller christlichen Konfessionen und der großen Weltreligionen eingeladen hatte, um für den Frieden zu beten.
Gedenken an Dominique Green, einen jungen Afroamerikaner, der 2004 hingerichtet wurde. Gebet für die zum Tode Verurteilten und für die Abschaffung der Todesstrafe.


Lesung des Wortes Gottes

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr seid ein auserwählter Stamm,
ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk,
ein Volk, das Gott erworben hat,
um seine Wunder zu verkünden.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Das Evangelium nach Lukas 13,22-30

Auf seinem Weg nach Jerusalem zog er von Stadt zu Stadt und von Dorf zu Dorf und lehrte. Da fragte ihn einer: Herr, sind es nur wenige, die gerettet werden? Er sagte zu ihnen: Bemüht euch mit allen Kräften, durch die enge Tür zu gelangen; denn viele, sage ich euch, werden versuchen hineinzukommen, aber es wird ihnen nicht gelingen. Wenn der Herr des Hauses aufsteht und die Tür verschließt und ihr draußen steht, an die Tür klopft und ruft: Herr, mach uns auf!, dann wird er euch antworten: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Dann werdet ihr anfangen zu sagen: Wir haben doch in deinem Beisein gegessen und getrunken und du hast auf unseren Straßen gelehrt. Er aber wird euch erwidern: Ich weiß nicht, woher ihr seid. Weg von mir, ihr habt alle Unrecht getan! Dort wird Heulen und Zähneknirschen sein, wenn ihr seht, dass Abraham, Isaak und Jakob und alle Propheten im Reich Gottes sind, ihr selbst aber ausgeschlossen seid. Und sie werden von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen. Und siehe, da sind Letzte, die werden Erste sein, und da sind Erste, die werden Letzte sein.

[Einheitsübersetzung der Heiligen Schrift, vollständig durchgesehene und überarbeitete Ausgabe © 2016 Katholische Bibelanstalt GmbH, Stuttgart - Alle Rechte vorbehalten]

 

Halleluja, halleluja, halleluja.

Ihr werdet heilig sein,
weil ich heilig bin, spricht der Herr.

Halleluja, halleluja, halleluja.

Jesus, der unter den Menschen wandelt, sieht die Menschen an, denen er begegnet, hört die, die nach ihm rufen, tröstet, heilt, ermahnt und verkündet das bevorstehende Gottesreich. Sein Ziel ist Jerusalem, und er geht nicht aus persönlichen Gründen dorthin. Er geht in den Tod, um alle zu retten. Vor diesem Hintergrund wird die Frage eines Anwesenden nach der Zahl derer, die gerettet werden, bedeutsam. Offenbar drückte sich darin ein Zweifel an der Rettung des ganzen Volkes Israel aus. In einem jüdischen Apokryph heißt es zum Beispiel: "Der Höchste hat dieses Zeitalter für viele gemacht, das künftige jedoch für wenige" (4. Buch Esra). Jesus eröffnet eine andere Perspektive: Man kommt nicht einfach deshalb in das Reich Gottes, weil man zum Volk Israel, zu einer Nation, Ethnie, Kultur oder dergleichen gehört. Der Glaube ist es, der rettet. Das Heil wird dem zuteil, der sich entscheidet, zum Reich Gottes zu gehören. Darum wird es beim Gericht gehen. An jenem Tag wird es nichts nützen, Ansprüche auf eine ethnische oder religiöse Zugehörigkeit zu erheben. Heilskriterium ist die Treue zum Evangelium der Liebe. "Sie werden", stellt Jesus weiterhin klar, "von Osten und Westen und von Norden und Süden kommen und im Reich Gottes zu Tisch sitzen." Was zählt, ist der Entschluss, dem Herrn nachzufolgen - und zwar jetzt, ehe es zu spät ist. Das ist der Sinn des Bildes von der engen Tür. Dort, wo es um die Verkündigung des Evangeliums geht, darf man das Zuhören nicht aufschieben und die Entscheidung nicht vertagen. Das Evangelium abzulehnen heißt, dass man das Haus, von dem im heutigen Evangelium die Rede ist, erst erreicht, wenn der Hausherr die Tür bereits verschlossen hat. Wer draußen bleibt, wer nicht zuhört, bleibt dem Fürsten des Bösen und seiner Willkür preisgegeben und wird die beißende Kälte der Traurigkeit und die Bitternis der Einsamkeit erfahren. Die Aussage Jesu über jene "Letzten", die die Ersten sein werden - der Text bezieht sich auf die Heiden - betont den Vorrang des Hörens. Wer das Evangelium im Herzen aufnimmt und in die Tat umsetzt, wird im Himmelreich der Erste sein.