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18 April 2013 | BERLIN, DEUTSCHLAND

70 Jahre Deportation der Berliner Sinti und Roma nach Auschwitz

Gedenkveranstaltung der Gemeinschaft Sant'Egidio am neuen Mahnmal für die Opfer des Porajmos, des Holocaust der Sinti und Roma unter dem Nationalsozialismus

 
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Vor 70 Jahren, im Frühjahr 1943, wurden über 20.000 Sinti und Roma aus dem damaligen Deutschen Reich und den besetzten Gebieten in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Dies hatte Heinrich Himmler am 16. Dezember 1942 angeordnet. Unter den Deportierten waren auch Sinti und Roma aus dem Berliner Zwangslager Marzahn. Dieser Ereignisse wurde gestern bei einer Gedenkveranstaltung in Berlin gedacht, zu der die christliche Laiengemeinschaft Sant'Egidio eingeladen hatte.

In einem Schweigemarsch zogen die Teilnehmer, unter ihnen viele Jugendliche, vom Potsdamer Platz zum Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma. Schilder mit den Namen von Konzentrationslagern begleiteten den Zug, der bei vielen Passanten an diesem kalten Berliner Apriltag Aufmerksamkeit fand.

Am Denkmal sprach die Sintezza Rita Prigmore, die als Kind medizinische Versuche im Rahmen der Zwillingsforschung an der Würzburger Universitätsklinik überlebt hatte. Von ihrer Mutter hatte sie erst als Erwachsene erfahren, dass ihre Zwillingsschwester Rolanda in der Klinik ums Leben gekommen war. Rita Prigmore appellierte an die Teilnehmer der Gedenkveranstaltung, gegen jede Form von Rassismus einzutreten. Sie forderte dazu auf, die Sinti und Roma, die in der letzten Zeit aus Ländern wie Rumänien und Bulgarien neu nach Berlin zugezogen sind, aufzunehmen. An die Sinti und Roma gewandt fügte sie hinzu: "Sucht euch Menschen guten Willens, die euch helfen Arbeit zu finden, eine gute Schulbildung zu bekommen und hier eine neue Heimat zu haben." Eine junge Roma aus Rumänien, die seit einem Monat in Berlin lebt, hatte bei diesen Worten Tränen in den Augen. Sie war mit ihrer Tochter zu dem Gedenken gekommen.  

In einem Redebeitrag der Berliner Generalsuperintendentin Ulrike Trautwein hieß es, dass die Sinti und Roma schon seit ihrer Ankunft in Deutschland im 15. Jahrhundert stigmatisiert und ausgegrenzt worden seien. Es habe viel zu lange gedauert, bis man sich in Deutschland mit der Schuld an ihnen auseinandergesetzt habe. Alexander Linke von der Gemeinschaft Sant'Egidio in Berlin sagte: "Gerade das Volk der Sinti und Roma braucht einen würdigen Platz in den Städten Europas, denn es ist ein Volk, das verfolgt wurde, das aber auch heute noch diskriminiert wird. Es ist ein Volk, auf dem viele Vorurteile lasten, die von Generation zu Generation weitergegeben werden." Die Berliner Diözesancaritasdirektorin Ulrike Kostka äußerte in ihrer Ansprache, es sei gut, mit dem Denkmal einen Ort der Erinnerung zu haben. Noch heute seien die etwa 20.000 Sinti und Roma in Berlin Anfeindungen und Stigmatisierungen ausgesetzt
.

 

 

Zum Schluss der Gedenkveranstaltung wurde ein Appell verlesen, in dem Jugendliche ihre Bereitschaft zum Einsatz gegen Diskriminierung und Benachteiligung erklären. Darin heißt es: "Wir wollen Menschen anderer Religionen, Kulturen, Nationalitäten, Junge und Alte, Migranten und hier Geborene, Schwache und Starke, Reiche und Arme kennen lernen. .... Gemeinsam wollen wir träumen von einer Stadt, in der niemand ausgegrenzt wird, in der alle Menschen Freunde finden, in der alle in Würde leben können."

Appell: Eine Welt ohne Rassismus - eine Welt ohne Gewalt


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