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20 August 2012 | BEIRA, MOZAMBIQUE

Ein anderer Sommer der Jugend für den Frieden

Urlaub im Ernährungszentrum, in dem man versteht, dass "sich alles ändern kann"

Reisetagebuch aus Afrika einer Schülergruppe verschiedener römischer Gymnasien

 
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Ca. 20 Schüler verschiedener römischer Schulen verbrachten drei gemeinsame Ferienwochen. Das ist nicht nicht ungewöhnlich. Doch wo? In Mosambik in Afrika. Mit wem? Mit Kindern aus dem Ernährungszentrum der Gemeinschaft Sant'Egidio in Beira.

"Der andere Sommer" der Jugend für den Frieden von Sant'Egidio ist für viele eine Zeit von Begegnungen mit alten und neuen Freunden. Doch man hört keine Ohrwürmer am Strand, obwohl das Meer von Beira wunderschön ist. Aber die Gesichter der sehr armen Kinder sind noch schöner. Einige hatten sie im vergangenen Jahr kennen gelernt und durch die vielen Erzählungen auch anderen vertraut werden lassen.

Wenn man zusammen ist, macht die Wirklichkeit keine Angst, auch wenn es sich überwiegend um HIV-positive Kinder handelt, die hier aufgenommen werden und Essen bekommen. Sie leben in extremer Armut, doch gleichzeitig erfahren sie eine ausdauernde Liebe, wie sie im DREAM-Programm zur Behandlung von AIDS durch den Einsatz der Aktivistinnen sichtbar wird, die täglich Kranke besuchen oder Patienten aufsuchen, wenn sie nicht zu den Arztbesuchen erscheinen.

Hierin zeigt sich ein faszinierendes Leben, das Schwierigkeiten nicht verdrängt sondern in Angriff nimmt im Glauben, dass "sich alles ändern kann". Schon in zwei bis drei Wochen kann man wirkliche Veränderungen erkennen. "Mit eigenen Augen habe ich gesehen, was möglich ist und welche Reaktionen sich im Leben eines Kindes zeigen, wenn es weiß, dass es geliebt wird und jemand da ist, der sich um dich kümmert".

Auf der Rückreise gab es viel Nostalgie und den Wunsch, wieder nach Afrika zu reisen und zu helfen. Ein Schüler sagte: "Diese Kinder mit ihren Lebensgeschichten werde ich nie vergessen, sie sind in meinem Herzen und jetzt auch ein Teil meines Lebens".

 

Aus dem "Reisetagebuch"

Als wir im Dorf Manga Chingussura ankommen, sehen wir sofort Joao. Er geht zum Markt und verkauft Holz, um die Familie zu unterstützen. Seine Eltern sind gestorben, er lebt mit seiner Schwestern bei den Onkeln und den sechs Cousinen. Wir treffen ihn zufällig, er wusste nicht, dass wir kommen. Sofort läuft er auf uns zu und strahlt uns an. Aus der Tasche holt er einen Anhänger, dem wir ihm letztes Jahr vor der Abreise geschenkt hatten. Er ist zerbrochen, doch er trägt ihn trotzdem weiter mit herum. Dann sagt er: "Ich muss immer an euch denken!" Wir treffen auch die kleine Vivianne wieder, sie ist gerade sieben Jahre alt und auch Vollwaise. Als wir sie letztes Jahr kennen lernten, ging es ihr sehr schlecht, sie hat AIDS und war stark unterernährt, dazu hatte sie eine Darmtuberkulose, sodass sie nichts essen konnte. Als sie ins DREAM-Zentrum kam, war sie ganz schwach und kraftlos. Sie war mit zur Freizeit gekommen, könnte das Bett aber nie verlassen.

QEinige Tage vor unserer Abreise hatten wir sie ins Krankenhaus gebracht. Von den Aktivitistinnen aus dem DREAM-Zentrum hatten wir erfahren, dass sie sich täglich liebevoll um sie kümmerten und dass es ihr viel besser ging. Bei unserer Ankunft haben wir sie sofort besucht. Als wir in das Dorf kommen, sehen wir, wie ein Kind lachend und hüpfend auf uns zuläuft. Die Aktivistin sagt, dass es unsere Vivianne ist, wir hätte sie niemals wiedererkannt! Sie hat schöne dicke rote Backen und strahlt über das ganze Gesicht. Sie hört nicht auf, zu lachen und zu spielen. Wenn man bedenkt, dass sie letztes Jahr nicht mal aus dem Bett aufstehen konnte, ist das wirklich ein Wunder der Liebe!

In diesem Jahr gibt es in Beira eine wichtige Neuigkeit, das Ernährungszentrum wurde vor kurzem eingeweiht, dort essen täglich über 150 Kinder. Sie kommen vor allem aus zwei Stadtteilen. Einige leben im Grand Hotel, einer riesigen Unterkunft aus der Kolonialzeit, die nur noch eine Ruine ohne Fenster, Glas und Türen ist. Auf dem Gesims gehen die Kinder von einem Teil des Gebäudes zum anderen.
Die meisten Kinder leben aber in einem großen Barackenviertel beim Fischmarkt direkt gegenüber vom Ernährungszentrum. Diese kleinen Baracken wurden aus Schilfrohr gebaut. Dort leben Hunderte von Menschen dicht aneinander gedrängt.

LDie meisten Kinder besuchen keine Schule, viele sind unterernährt. Wir treffen 11jährige Kinder, die aussehen als seien sie 6 Jahre alt. Im Vergleich zu europäischen Kindern wurden ihnen viele Lebensjahre geraubt. Auch für sie haben wir eine Freizeit organisiert. Die meisten kamen zum ersten Mal und waren sehr aufgeregt. Wir lernten Nilza kennen, sie ist 8 Jahre alt und gehört zu den treuesten Besuchern des Ernährungszentrums. Sie hat ein ernstes Gesicht und spricht nie. Die Aktivistinnen sagen, dass sie jeden Tag kommt, aber niemand hat sie jemals sprechen gehört. Als sie am Urlaubsort ankommen, wird sie gelöst und fängt an zu lachen und zu scherzen. Sie sagt: "Ich möchte immer bei euch bleiben!"

Wir lernen auch Clayton kennen, er ist 11 und hat zwei kleine Geschwister, den 6jährigen Paul und die 4jährige Maria. Zuhause ist die Lage schwierig, keiner kümmert sich um sie. Eine schreckliche Infektion an den Füßen hindert alle drei fast daran zu laufen. Sie lachen nicht und schauen etwas misstrauisch. Bis heute haben sie nie Weiße gesehen. Die Freizeit ist eine Gelegenheit, um ihre Wunden zu behandeln. Am letzten Tag sind sie noch nicht ganz verheilt, doch wir sehen, wie sie beim Abschlussfest tanzen. Die kleine Maria küsst alle unaufhörlich, und Castigo hört nicht auf, mit allen zu plaudern.


Wir haben außergewöhnliche Tage erlebt und in diesem Winkel der Welt neue Freunde gefunden. Wir brechen mit etwas Nostalgie auf und auch im Bewusstsein, dass die Freundschaft auch über die Entfernung weitergeht.

Wir kehren nach Rom auch mit einem Vorsatz zurück, wir wollen nämlich Feste und andere Veranstaltungen organisieren, um über Mosambik zu sprechen und Gelder zu sammeln und das Ernährungszentrum zu unterstützen. Damit soll die Arbeit gefördert werden, um immer mehr Kindern zu helfen und aus Einsamkeit und Verlassenheit zu befreien.

   

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