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5 Oktober 2012 | ROM, ITALIEN

ROM - SPEZIAL - 20 JAHRE FRIEDEN IN MOSAMBIK

Sant'Egidio feiert: Dankgebet für 20 Jahre Frieden in Mosambik

Die Predigt von Weihbischof Matteo Zuppi

 
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Mons. Matteo Zuppi, alla preghiera in ricordo dei 20 anni della pace in MozambicoAm 4. Oktober 1992 wurde in der Basilika Santa Maria in Trastevere in Rom ein Dankgebet für die Unterzeichnung des Friedensabkommens gefeiert, das den blutigen mosambikanischen Bürgerkrieg beendete.

Gestern Abend waren Tausende zwanzig Jahre danach versammelt, um für diesen Frieden zu danken, der durch das Gebet und unentgeltliche Liebe Wirklichkeit wurde und einem afrikanischen Land eine lange Zeit von Fortschritt und Entwicklung geschenkt hat.

Matteo Zuppi ist heute Weihbischof von Rom und war ein Hauptakteur der Freundschaftsgeschichte zwischen Sant'Egidio und Mosambik, die diesen Frieden ermöglicht hat: Hier die Worte seiner Homilie:

Die Jünger des Herrn kehren zu ihm zurück, nachdem er sie ausgesandt hatte. Sie eignen sich nicht an, was ihnen nicht gehört, sie verfallen nicht der großen Versuchung, sich als eigene Meister anzusehen und das, was nur Geschenk ist, in Besitz zu verwandeln. Die wahre Freude ist die Freude der Kleinen, nicht der Weisen und Intelligenten, die mit anderen Kleinen geteilt wird, sie ist unsere Freude nach dem Evangelium und menschlich unsere Freude, denn wir erinnern uns, dass sie die Frucht einer empfangenen Liebe ist, die deshalb bleibt, weil wir sie nicht besitzen. Die Zweiundsiebzig kehren voll Freude zurück, weil sie die Früchte dieser Kraft erlebt haben, die der Meister ihnen geschenkt hatte, die wahrere Kraft, die so anders ist als diese Welt, als die Kraft des Herodes und der Römer, der Zeloten, die Hände und Sprache bewaffnet hat und bewaffnet, um den Feind zu vernichten. Die Jünger kehren voll Freude zurück, weil sie so, wie sie sind als Lämmer mitten unter die Wölfe ausgesandt wurden, ohne Vorratstasche und Beutel, ohne Lohn zu fordern und frei von der so täuschenden und vergänglichen Zufriedenheit des eigenen Protagonismus. Trotz ihrer Ängste, ihres Unglaubens, vieler Zweifel und der Enttäuschung haben sie gesehen, dass die Dämonen seinem Namen gehorchen, das also das Böse durch die Kraft der Liebe Jesu besiegt wird. Sie entdecken die Kraft, durch die man das vollbringt, was wirklich außergewöhnlich ist, die das Leben schön und erfüllt macht, weil es von dem befreit, was es erniedrigt und zerstreut.

Der Krieg ist wie das Reich der Finsternis, wenn das Böse mit all seinen Dämonen das Leben der Menschen so sehr beherrscht, dass die Menschlichkeit beseitigt wird und sie stolz werden, auch die grundlegendsten Gefühle zunichte zu machen, durch Angst und Resignation zu lähmen und zu zwingen, Dinge zu tun, die man sonst niemals machen würde. Der Krieg ist wirklich der Sieg des Bösen, er ist immer eine Niederlage des Menschen und wie Andrea Riccardi sagt, der Vater aller Armut, weil der Mensch ganz und gar dem Bösen ausgeliefert ist.

Deshalb kehren wir heute zurück, um dem Herrn zu danken, und ich glaube, dass wir das nie genug tun, dass er das Geschenk des Friedens für Mosambik gemacht hat, der genau vor zwanzig Jahren in Rom unterzeichnet wurde nach über zweijährigen Verhandlungen. Diese Freude haben wir mit unbeschreiblicher Begeisterung erlebt, die sich mit der Freude aller Mosambikaner vereinte und beim Dankgebet durch den Tanz des Erzbischofs von Beira hier in Santa Maria zum Ausdruck kam, der durch die ganze Gemeinde tanzte. Diese Freude hat uns wie bei den Zweiundsiebzig bewusst gemacht, dass diese Kraft auch die Dämonen des Misstrauens, des Unverständnisses, des Stolzes und der Angst besiegt werden können, die so enge Komplizen des Krieges sind. Diese Freude beendete schreckliche Leiden, die wir nicht vergessen wollen, denn das Böse bewirkt Tod, Krankheit, Zerstörung, Tränen und Leid, die Generationen andauern. So lang Mosambik 1992 am Boden mit dem traurigen Primat bei den Flüchtlingszahlen außerhalb des Landes, des ärmsten Volkes der Welt, das nur noch in den hungernden und unsicheren Städten lebte. Das Gedenken an den Frieden lässt nicht nur von neuem die Liebeskraft verstehen, es ist nicht nur Dank für weitere überwundene Kriege, wie bei jedem Kind, jedem Mann und jeder Frau, die dem Todesurteil AIDS entrissen werden, dem unsichtbaren und noch gefährlichen Feind, gegen den man scheinbar nichts ausrichten konnte, wie bei dem über 14jährigen Bürgerkrieg.

Das Gedenken an den Frieden stellt auch die Frage von damals, was die vielen Konflikte angeht, die heute die Erde mit Blut beflecken: Haben wir alles getan, was möglich ist, um das Böse zu besiegen? Das Gedenken hilft uns, wieder neu die einzig wahre Macht zu entdecken, die für die Jünger Jesu sinnvoll ist: dem Menschen dienen und in der Ernte dieser Welt als Schafe inmitten von Wölfen zu arbeiten, die große Dinge tun können, eben weil sie klein sind und ganz frei von den vielen Kräften der Welt, die so überzeugend und mitreißend sind.

Vielleicht erinnern sich einige, dass der Frieden am 1. Oktober unterzeichnet werden sollte. Dann gab es im letzten Augenblick Probleme, die Angst vor der endgültigen Entscheidung, Missverständnissen wegen einiger Aspekte, sodass die Unterschrift auf den 4. Oktober verschoben werden musste, einem Sonntag, Tag der wahren Auferstehung für Mosambik, das aus dem Grab des Krieges auferstand. Deshalb ist das Gedenken an den Frieden mit jenem von Franziskus von Assisi verbunden. Er war wirklich einer der Kleinen, von dem das Evangelium spricht, die so anders als die Weisen und Intelligenten sind. Er hatte sich klein, zum Minderbruder im wahren Sinn seiner Einfachheit gemacht, die immer noch viele anzieht und das weitergibt, was sonst fern und unverständlich bleibt. In einer seiner Lebensbeschreibungen heißt es: "Der Heilige praktizierte persönlich mit Sorgfalt die heilige Einfachheit und liebte sie in den anderen, die Tochter der Gnade, die wahre Schwester der Weisheit, die Mutter der Gerechtigkeit. Er akzeptierte nicht jede Art der Einfachheit, sondern nur die, die in Zufriedenheit Gott gegenüber alles andere geringschätzt. Diese Einfachheit rühmt sich der Gottesfurcht und kann nichts Böses sagen und tun. Die Einfachheit betrachtet sich selbst und verurteilt niemanden, sie sucht keine Ämter für sich, sondern sie sieht das als Pflicht an und ordnet sie dem Besseren unter. Sie bevorzugt das Handeln statt das Lernen oder das Lehren. Diese Einfachheit unterlässt in allen göttlichen Gesetzen die hinterhältigen Worte, den Schmuck und Schein, wie auch das Zögern und die Neugierde dessen, der sich verlieren will, und sie sucht nicht die Schale sondern den Kern, nicht das Gehäuse sondern den Kern, nicht viele Dinge sondern das Viele, das höchste und stabile Gut. Das ist die Einfachheit, die der Vater in den gebildeten und ungebildeten Brüdern verlangte, denn er sah in ihr keinen Gegensatz zur Weisheit, sondern zurecht ihre leibliche Schwester, obwohl er meinte, dass sie eher von denen erworben und praktiziert werden kann, die gering gebildet sind".

Franziskus ist das Modell des Jüngers, der durch seine Demut und Einfachheit voll der Liebeskraft des Meisters war, ein wahres Lamm inmitten von Wölfen der Welt und gerade daher fähig, ein Mann des Friedens zu sein. Er wollte unbedingt, dass die Brüder niemanden verurteilen und empfahl seinen Brüdern, dass "der Friede, den ihr mit dem Mund verkündet, noch umfassender in euren Herzen wohnen muss. Treibt niemanden zu Zorn oder Anstoßnahme, sondern alle sollen durch eure Güte für Frieden, Güte und Eintracht begeistert werden. Das ist eure Berufung: die Wunden heilen, Brüche verbinden, die Verlorenen suchen". Eben daher zähmte er den Wolf von Gubbio, "der sehr groß, schrecklich und wild war, der nicht nur die Tiere verschlang, sondern Menschen überfiel, sodass alle Bürger große Angst hatten und alle bewaffnet die Stadt verließen, als zögen sie in den Kampf". Angst und Waffen. Er sprach freundlich mit ihm, das ist das Geheimnis der Friedensarbeit, und er sagte: "Komm hierher, Bruder Wolf. Ich will Frieden schaffen zwischen dir und ihnen, Bruder Wolf, damit du sie nicht mehr überfällst, und sie dir alle früheren Angriffe vergeben und weder Menschen noch Hunde dich mehr verfolgen". In einer unbekannteren Erzählung, die doch so bedeutsam ist, zwang er die Brüder, die Räubern kein Almosen geben wollten, die in den Wäldern versteckt waren und die Wanderer ausraubten, doch dann zum Konvent kamen und um Brot baten, dass sie für sie gutes Brot und guten Wein kauften und diese in die Wälder zu ihnen brachten. Er sagte zu seinen Brüdern: "Nennt sie, Brüder Räuber, kommt zu uns, die wir eure Brüder sind und euch gutes Brot und guten Wein bringen! Dann werden sie sofort kommen. Dann sollt ihr eine Decke auf dem Boden ausbreiten, das Brot und den Wein darauflegen und sie demütig und froh bedienen, bis sie gegessen haben. Nach dem Essen, sagt ihnen die Worte des Herrn, und schließlich richtet aus Liebe Gottes diese erste Bitte an sie: Sie sollen euch versprechen, keinen Menschen zu schlagen und zu schädigen. Denn wenn ihr alles auf einmal fordert, werden sie nicht auf euch hören, aber durch eure Demut und Zuneigung werden sie eurem Vorschlag sofort zustimmen. An einem anderen Tag bringt ihnen aus Dank für ihr Versprechen mit Brot und Wein auch Eier und Käse und bedient sie, bis sie gegessen haben. Nach dem Essen sollt ihr sagen: Warum bleibt ihr den ganzen Tag hier und verhungert und ertragt viel Unheil, während ihr in Gedanken und Taten Böses tut, durch das ihr eure Seele verliert, wenn ihr euch nicht zu Gott bekehrt? Es ist besser, dem Herrn zu dienen und er wird euch in diesem Leben die nötigen Dinge für den Leib schenken und am Ende wird er eure Seelen retten. Dann wird der Herr ihnen gewähren, dass sie umkehren durch die durch euch erwiesene Demut und Freundlichkeit". Das ist die Macht der Kleinen des Evangeliums, das Geheimnis des Friedens, der das Böse besiegt, das alle zu Räubern und misstrauischen Menschen macht. Die Lebensgeschichten des Franziskus berichten, dass sie durch die Güte und Barmherzigkeit Gottes und durch so große Demut und Güte beeindruckt waren und selbst anfingen, den Brüdern zu dienen, indem sie auf ihren Schultern Holz für die Einsiedelei herbeitrugen. Das ist die Macht, die die kleinen und großen Kriege besiegen kann, die Macht, für die wir heute Abend dem Herrn danken.

Am Ende möchte ich schließen mit den Worten eines der letzten Kriegsopfer, von Bruder Aldredo Fiorino, 36 Jahre alt, der über sich sprach als einen, der nur ein Streichholz oder Docht sein wollte, um anderen Licht zu schenken. Er wurde wenige Woche vor der Unterzeichnung des Friedensabkommens umgebracht, weil er als Arzt im Auto umherfuhr, um die Kranken in den Dörfern zu behandeln: "Meine liebe Schwester, mein Bruder, du willst Gott in deinem Leben finden, du willst Gott mit ganzem Herzen dienen. Gott zu finden, deinem Suchen Sinn geben, heißt, sich von ihm finden lassen. Er ist der Gott Abrahams, des Lachens, der Liebe, der Gott Jesu Christi, des Leidens. Er ist dein Gott, nicht weil er dein ist, sondern weil du immer ihm gehörtest. Wenn du die Liebe lebst, lebt er in dir, und du tappst nicht mehr umher, wo es kein Leben gibt. Daher lebe deine Tage mit Hoffnung, mit dauerhafter Freude und ehrlicher Heiterkeit, hab keine Angst vor dem Abend, wenn du mit dir und den anderen vereint bist. Du wirst nicht zum Kampf greifen, dankbar und heiter seinem väterlichen Blick begegnend, denn jetzt weißt du, jetzt weißt du, dass seine Liebe zu dir ewig ist".

Das ist die Freude der Kleinen, die sich klein machen, weil sie Jünger Jesu sind, der die wahre Kraft schenkt, die vom Bösen befreit: die Liebe. Der Herr segne Mosambik und schenke der Welt Frieden und den Menschen, dass sie alle klein und Friedensarbeiter sein mögen.



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