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19 April 2013 | MALAWI

Sant'Egidio - Hilfen und Zuflucht in Zeiten der Wirtschaftskrise

Seit langer Zeit leider Malawi unter einer schweren Wirtschaftskrise

 
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In den letzten Monaten der Präsidentschaft von Bingu wa Mutharika führte eine schlechte Wirtschaftspolitik mit dem Mythos der Unabhängigkeit und autoritären Tendenzen dazu, dass sich internationale Förderer zurückzogen und grundlegende Güter wie z.B. Benzin Mangelware wurden. Vor einem Jahr ließ der Beginn der Präsidentschaft von Joyce Bande auf umgreifende und positive Veränderungen hoffen.

Präsidentin Banda hat eine größere Liberalisierung von Politik und Wirtschaft begonnen und Beziehungen mit traditionellen Finanzgebern von Malawi wieder aufgenommen. Um jedoch die internationale Gemeinschaft zufriedenzustellen, die ca. 40% des Staatshaushalts abdeckt, mussten auch rigorose Maßnahmen umgesetzt werden, zudem die Abwertung der nationalen Währung Kwacha, was zu einer galoppierenden Inflation geführt hat. Alles, was aus dem Ausland importiert wird, wie Benzin, Brot oder Reis ist viel teurer geworden. Demzufolge wurden auch einheimische Produkte wie Mais teurer: der Sack Mais (50kg) kostete vor einem Jahr 3.000 Kwacha (6 Euro) und wird heute auf dem Markt für 10.000 Kwacha (ca. 20 Euro) verkauft.

Man kann sich die Auswirkungen auf die schon armen Familien vorstellen in einer vorwiegend ländlich geprägten Gesellschaft. Noch dazu entspricht die Teuerungsrate nicht einer Erhöhung der Löhne. Deshalb hat die Civil Servants Trade Union, die Gewerkschaft für Angestellte im öffentlichen Sektor, verschiedene Protestdemonstrationen organisiert und mit Streiks das ganze Land lahm gelegt: Schulen, Krankenhäuser, Flughäfen waren für längere Zeit geschlossen oder funktionierten nur stockend. Die Streikenden forderten 65% mehr Grundeinkommen, worauf die Regierung nachgab und eine Erhöhung versprochen hat, die wenig darunter liegt.

In diesem schwierigen Umfeld mit schnellen Entwicklungen und einer Zunahme von Armut und Verzweiflung unter der Bevölkerung, während auf der ersten Frau als Präsidentin Hoffnung ruhten, scheint sich nun eine tiefe Enttäuschung breit zu machen. Daher haben die überall im Land verbreiteten Gemeinschaften von Sant'Egidio entschieden, ihren Einsatz zu verstärken, um die Schwächsten in der Bevölkerung zu unterstützen.

 Zwei Beispiele

 In einigen Regionen vor allem im Süden von Malawi wurden die Auswirkungen der Wirtschaftskrise durch starke Regenfälle im Januar und Februar noch verschlimmert. Viele, vor allem arme Häuser aus Lehm und Strohdächern wurden wie auch die Maisernte zerstört. Gerade in dieser Zeit zwischen Weihnachten und Ostern, die sowieso schon als "Hungerzeit" bezeichnet wird, weil die Maisvorräte zuende gehen und man auf die neue Ernte im April hofft, musste nun dringend etwas unternommen werden. Obwohl die Gemeinschaft von Mangochi wenige Mittel besitzt, hat sie sich eingesetzt und Bedürftige in der Umgebung unterstützt. Anfang März wurden Hilfsgüter von Mangochi in das am härtesten betroffene Dorf Mpinganjira verschickt.

Nicht nur im Süden von Malawi sind die Schulen des Friedens von Sant'Egidio ein Bezugspunkt für viele Kinder, die Freundschaft und eine Alternative für die Zukunft suchen.

Mawira ist ein Dorf in der Nähe von Liwonde, fern von der Hauptstraße, die die beiden Großstädte Malawis, Lilongwe und Blantyre verbindet und so etwas wie die Hauptschlagader des Landes darstellt. Wir sprechen über eine Region in der Nähe zur Grenze Mosambiks, aus der viele Malawianer aus Gründen der Arbeit emigrieren. Viele Kinder leben daher nur mit ihren Müttern oder Großeltern oder sogar ganz allein und werden zu Straßenkindern.

Eben in diesem Dorf hat die Gemeinschaft ein großes und gastfreundliches Haus gebaut als Hoffnungszeichen für viele Kinder, damit sie nicht mehr allein sind. Jede Woche kommen ca. 150 Kinder in die Schule des Friedens. Auch verschiedene alte Menschen suchen Zuflucht in der Einrichtung, um nicht allein zu sein und einen Ort zu finden, an dem man über neue Zukunftsperspektiven spricht.

Dieses schöne Haus von Sant'Egidio ist nicht nur ein Ort der Bildung oder Betreuung, sondern auch ein "Baum", wie es im Evangelium beschrieben wird (Mt 13,32), in dem "die Vögel des Himmels Schutz finden", ein schöner und gastfreundlicher Ort, an dem man Freude und Vertrauen in die Zukunft findet. Das ist immer notwendiger, vor allem in diesen schwierigen Krisenzeiten.


 
 Das Haus für Kinder in Liwonde

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