Riccardi Andrea: auf dem web

Riccardi Andrea: auf sozialen netzwerken

Riccardi Andrea: pressespiegel

change language
sie sind in: home - news kontaktnewsletterlink

Unterstützung der Gemeinschaft

  
21 Juni 2014

Asyl und Immigration: Vorschläge der Gemeinschaft Sant'Egidio für Italien und Europa

Anlässlich der italienischen EU-Ratspräsidentschaft

 
druckversion
Italien übernimmt im nächsten Halbjahr die EU-Ratspräsidentschaft in einem besonderen Augenblick für Italien und Europa, denn es gibt die Möglichkeiten und Voraussetzungen für eine bessere Politik im Bereich von Asyl und Immigration, was auch mit der Lage an der Grenze des Kontinents als Hauptanlaufstelle im Mittelmeer verbunden ist.
 
•    Nach Schätzungen sind in den vergangenen 15 Jahren 25.000 Menschen - darunter viele Frauen und Kinder - beim Schiffbruch oder an Erschöpfung bei der Überfahrt gestorben. Die Gefahren dieser schwierigen Reise nehmen überwiegend Flüchtlinge in Kauf, die ein Recht auf Schutz haben oder hätten, wie es vom internationalen Recht und vom europäischen Asylrecht festgelegt ist.
 
•    Der Flüchtlingsstrom ist ein Spiegel für die Geographie der Kriege und der verbreiteten Gewalt. Von den 42.215 lebend in Italien im Jahr 2013 und den über 40.000 vom Januar bis Mai 2014 eingereisten Flüchtlingen waren 14.020 Syrer, 13.500 Eritreer und 4.200 Somalier. Außerdem sind viele Afghanen, Malis, Sudanesen und Nigerianer darunter.

 
NIE MEHR TRAGÖDIEN AUF DEM MEER

Nach der Tragödie und der vielsagenden Episode vom 3. Oktober 2013 vor Lampedusa, als beim Untergang eines Bootes aufgrund eines Brandes und der Überfüllung 366 Flüchtlinge überwiegend aus Eritrea ums Leben kamen, darunter viele Frauen und Kinder, und bei dem folgenden Schiffbruch am 11. Oktober wiederum viele Menschen aus Syrien ihr Leben verloren oder als vermisst galten, hat Italien durch Patrouillen auf dem Meer mit dem Namen Mare Nostrum wirksam eingegriffen und zahlreiche in Seenot geratene Boote gerettet.
 
•    Daher fordern wir, dass die Operation Mare Nostrum fortgesetzt wird, solange es nötig ist, und rufen die Europäische Union auf, sie im Rahmen der europäischen Arbeitsweise zu unterstützen und zu stärken.

 
LEITUNGSFUNKTION ITALIENS FÜR EIN SYSTEM
DER WIRKUNGSVOLLEN AUFNAHME

Asylbewerber und Flüchtlinge, die nach Europa kommen, haben das Recht auf eine würdige Aufnahme und auf notwendige Betreuung. Auch wenn ihre Zahl angestiegen ist - insbesondere durch den tragischen Konflikt in Syrien und die dauerhafte schwere Verletzung der Menschenrechte und allgemeiner Unsicherheit in anderen Ländern (u.a. Eritrea, Somalia, Mali) -, handelt es sich doch um Zahlen, die zu bewältigen sind. Dieses Land hat in Vergangenheit schon größere Flüchtlingsströme aufgenommen, insbesondere Anfang der 90er Jahre anlässlich albanischer, jugoslawischer, somalischer oder kurdischer humanitärer Krisen - und kurz darauf in der Irakkrise.
 
•    Es wird eine mit Vollmacht ausgestattete Struktur benötigt, die Aufnahmeverfahren regelt und durch eine zentrale Autorität ins Leben gerufen werden könnte. Sie müsste Vollmachten zur Verteilung der Flüchtlinge im Inland besitzen. Die zeitlich eng begrenzte Erstaufnahme könnte auch mit organisatorischer Unterstützung der Armee durchgeführt werden.
 

EUROPÄISCHE BÜROS FÜR ASYL UND IMMIGRATION IN DEN TRANSITLÄNDERN

•    In einigen Ländern am Mittelmeer sollten europäische Immigrationsbüros eingerichtet werden, durch die ein humanitärer Korridor nach Europa möglich wird. Dadurch werden die Flüchtlinge davon befreit, ihr Leben auf Booten von Händlern aufs Spiel zu setzen. Sie sollten schon in einigen Transitländern den Schutz bei europäischen Botschaften beantragen können. Europa könnte beispielsweise mit Marokko, Äthiopien und dem Sudan beginnen, da es die wichtigsten Transitländer sind.
 
•    Es sollten Visaanträge ermöglicht und erleichtert werden, indem Sponsoring und Garantien durch Familienangehörige oder humanitäre Einrichtungen akzeptiert werden. 
 

EUROPÄISCHE SOLIDARITÄT IM BEREICH DER NEUEN ASYLGEOGRAPHIE

Die Artikel 67 und 80 des Vertrags über die Arbeitsweise der Europäischen Union besagen zur Frage von Immigration und Asyl, dass für die Politik der Union der "Grundsatz der Solidarität und der gerechten Aufteilung der Verantwortlichkeiten unter den Mitgliedstaaten" gilt.
 
•    Wir fordern die europäischen politischen Verantwortungsträger auf, diesen Grundsatz der Solidarität umfassend umzusetzen, der nach dem aktuellen "Dublin-System" nicht angemessen angewendet wird.
 

Aktuell müssen Antragsteller den humanitären Schutz im ersten europäischen Land beantragen, das sie betreten, und sich dort niederlassen. Unter den 2013 in Italien gestrandeten Flüchtlingen aus Ländern mit großen humanitären Notlagen haben 66,5% Asyl in Italien beantragt, 33,5% wollte jedoch die Reise in andere europäische Länder fortsetzen und dorthin zur eigenen Familie, zu Verwandten oder Landsleuten ziehen. Dazu haben sie meisten illegale Wege beschritten, die durch eine Veränderung des Systems vermeidbar wären.

Die aktuellen Flüchtlingsströme aus Kriegssituationen und wirklicher Verfolgung stammen überwiegend aus Afrika und dem Nahen Osten. Deshalb reisen sie in südeuropäische Länder ein, werden meistens anerkannt und erhalten Schutz.
 
In einigen Ländern Mitteleuropas konzentrieren sich dagegen eine größere Zahl von Asylbewerbern aus europäischen Ländern außerhalb der EU, die jedoch selten ein legitimes Recht auf einen internationalen Schutzstatus zugesprochen gekommen (auf dem zweiten und vierten Platz dieser Herkunftsländer der Asylbewerber befinden sich Russland und Serbien).1
 
Das aktuelle Asylsystem läuft daher Gefahr, die Personen mit rechtmäßigen internationalen Schutzanspruch den Mittelmeerländern zu überlassen und die allgemeine Wirksamkeit der humanitären Aufnahmepolitik zu beeinträchtigen.
Daher muss die Europäische Union angemessen handeln und die in den Ländern Südeuropas ankommenden Flüchtlinge aus Nordafrika neu im ganzen Bereich der Union verteilen.
 

WIRKSAME ZUSAMMENARBEIT FÜR EINE EURO-AFRIKANISCHE INTEGRATION

Afrika erlebt ein schnelles, allerdings chaotisches Wirtschaftswachstum. Es benötigt die Unterstützung durch die europäischen Länder, für die diese Tatsache auch eine große Chance darstellt, um die fortdauernde Krise zu überwinden. Die Zusammenarbeit mit Afrika und insbesondere mit einigen Herkunftsländern der Flüchtlinge ist eine weitsichtige Antwort auf die aktuelle humanitäre Notlage und die heutigen verzweifelten Flüchtlingsströme. Dadurch wird in Zukunft auch eine bessere wirtschaftliche, politische und kulturelle Integration der beiden Kontinente möglich sein.
 
•    Daher fordern wir, dass die wichtigen Fragen der internationalen Zusammenarbeit mehr Beachtung in der Politik der einzelnen Staaten wie auch auf europäischer Ebene finden.
 
 
1 Eurostat Communique de presse 24-03-2014n.46/2014 Demandes d’asile dans l’UE28

 LESEN SIE AUCH
• NACHRICHTEN
24 Juni 2017
MÖNCHENGLADBACH, DEUTSCHLAND

Sommer der Solidarität: Jung und alt zusammen - die Familie von Sant'Egidio

22 Juni 2017
ROM, ITALIEN

Der kubanische Außenminister zu Besuch bei Sant‘Egidio

IT | ES | DE | FR
22 Juni 2017
MÜNCHEN, DEUTSCHLAND

Die Gemeinschaften von München und Innsbruck mit Flüchtlingskindern aus der Friedensschule, mit der Jugend für den Frieden und älteren Menschen unterwegs

22 Juni 2017
WÜRZBURG, DEUTSCHLAND

Weltflüchtlingstag – humanitäre Korridore als Antwort auf das Massensterben auf den Wegen der Flucht

21 Juni 2017
ROM, ITALIEN

STERBEN AUF DEM WEG DER HOFFNUNG – Gedenkgebete für die auf den Reisen nach Europa Verstorbenen

IT | ES | DE | FR | CA
20 Juni 2017
ROM, ITALIEN

Zentralafrikanische Republik – in Sant’Egidio wurden ein Waffenstillstandsabkommen mit einer Roadmap für den Frieden unterzeichnet

IT | EN | ES | DE | FR | PT | CA | NL | RU | HU
all news
• DRUCKEN
21 Juni 2017
POW - Pressestelle des Ordinariates Würzburg

„Wir brauchen humanitäre Korridore“

21 Juni 2017
Süddeutsche Zeitung

Ein Dokument für den Frieden

21 Juni 2017
Süddeutsche Zeitung

Ohne Druck kein Frieden

20 Juni 2017
Sonntagsblatt

Gemeinschaft genießen

19 Juni 2017
Tagesspiegel

Wir brauchen ein Menschenrecht auf Einreise

21 Mai 2017
Deutsche Welle

Bundesregierung will Religionen stärker in die Pflicht nehmen

alle pressemitteilungen
• GESCHEHEN
12 September 2017

Schlussveranstaltung

12 September 2017

Podien

11 September 2017

Podien

11 September 2017

Podien

10 September 2017

Eröffnungsveranstaltung

9 September 2017

Eucharistiefeier

Alle sitzungen des gebets für den frieden
• KEINE TODESSTRAFE
7 Oktober 2015
VEREINIGTE STAATEN

The World Coalition Against the Death Penalty - XIII world day against the death penalty

5 Oktober 2015
EFE

Fallece un preso japonés tras pasar 43 años en el corredor de la muerte

24 September 2015

Pope Francis calls on Congress to end the death penalty. "Every life is sacred", he said

12 März 2015
Associated Press

Death penalty: a look at how some US states handle execution drug shortage

12 März 2015
AFP

Arabie: trois hommes dont un Saoudien exécutés pour trafic de drogue

9 März 2015
Reuters

Australia to restate opposition to death penalty as executions loom in Indonesia

9 März 2015
AFP

Le Pakistan repousse de facto l'exécution du meurtrier d'un critique de la loi sur le blasphème

9 März 2015
AFP

Peine de mort en Indonésie: la justice va étudier un appel des deux trafiquants australiens

28 Februar 2015
VEREINIGTE STAATEN

13 Ways Of Looking At The Death Penalty

15 Februar 2015

Archbishop Chaput applauds Penn. governor for halt to death penalty

11 Dezember 2014
MADAGASKAR

C’est désormais officiel: Madagascar vient d’abolir la peine de mort!

3 Dezember 2014

5th Circuit Court of Appeals stops execution of Scott Panetti!

gehen keine todesstrafe
• DOKUMENTE

Adam Michnik

Friedensnobelpreisträger, Argentinien

Adolfo Pérez Esquivel

Erzbischof, Sekretär des Päpstlichen Rates für die Pastoral unter Migranten und die Menschen unterwegs, Heiliger Stuhl

Agostino Marchetto

Rektor der Al-Azhar Universität, Ägypten

Ahmed Al-Tayyeb

Dekan der Fakultät Sharia und Islamische Studien, Qatar

Aisha Yousef Al-Menn'ai

Generalsekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen

Aldo Giordano

alle dokumente
• BÜCHER

Das Wort Gottes jeden Tag 2016/2017





Echter Verlag

Eine Zukunft für meine Kinder





Echter Verlag
alle bücher

VIDEO FOTOS
2:03
Papst Franziskus: Umarmung mit Sant'Egidio
Der Besuch von Papst Franziskus bei der Gemeinschaft Sant'Egidio - ENGLISH
Der Besuch von Papst Franziskus bei der Gemeinschaft Sant'Egidio - ITALIANO

444 besuche

306 besuche

272 besuche

330 besuche

255 besuche
alle verwandten medien