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Unterstützung der Gemeinschaft

  

Der Patriarch der äthiopischen Kirche Abuna Mathias in Sant'Egidio: wir haben gesehen, wie ihr das Evangelium lebt

Die Homilie des Patriarchen in der Basilika Santa Maria in Trastevere

Sant'Egidio feiert den 49. Jahrestag mit dem Volk der Gemeinschaft

In der ganz vollen Lateranbasilika sind junge und alte Menschen, Obdachlose und Flüchtlinge der humanitären Korridore versammelt. Marco Impagliazzo: "Wir glauben an eine Stadt, in der es nicht das Wir und das Sie gibt, sondern in der gemeinsam eine große Kraft des Friedens aufgebaut werden kann"

 
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9 September 2014 19:30 | Grote Markt

FRIEDENSAPPELL 2014

    Als Männer und Frauen aus verschiedenen Religionen haben wir uns auf Einladung der Gemeinschaft Sant'Egidio in Antwerpen, im Herzen Europas, versammelt, in einem Land, das vor einem Jahrhundert den Schrecken des Ersten Weltkriegs erlebt hat. Wir verneigen uns im Gedenken an die vielen Gefallenen und wiederholen: Nie wieder Krieg!

    Heute hingegen ist der Krieg auf europäischen Boden zurück gekehrt, anderswo zerstört er ein Jahrtausende altes Zusammenleben und lässt zu viele Menschen leiden.

    Die Gebete von Millionen von Flüchtlingen sind zu uns gedrungen, die Gebete derer, die darum bitten, nicht an Hunger und Durst zu sterben oder an Krankheiten, die in anderen Teilen der Welt heilbar sind. Wir haben den Ruf nach Würde für die Armen, nach Gerechtigkeit für die Völker und die Ränder der Welt gehört.

    Die Welt hatte viele Möglichkeiten und viel Zeit, um Frieden zu schaffen, Distanzen zu verringern und Konflikten vorzubeugen, bevor die Krisen sich zuspitzten. Doch die Welt hat viele Gelegenheiten versäumt. Doch jetzt ist die Zeit der Entscheidung, nicht die Zeit der Resignation.

    Krieg und Gewalt in vielen Teilen der Welt wollen die Grenzen neu ziehen und unsere Lebensformen und Sichtweisen in Bezug auf andere verändern. Die Welt läuft Gefahr, das Gespür für ein gemeinsames Schicksal zu verlieren, gerade jetzt in der Zeit der Globalisierung.

    Es gibt schwere Krankheiten, die alles schwierig machen: Spaltung und Resignation erfassen viele Menschen und schwächen sie: religiöse Gemeinschaften, die Politik, internationale Positionen und Institutionen.

    Die Religionen sind aufgerufen, sich Fragen zu stellen: Haben sie es verstanden, der Suche nach einem gemeinsamen Schicksal eine Seele zu geben, oder waren sie in einer Logik des Konflikts gefangen? Die Religionen vermögen viel: Sie können der Suche nach Frieden als gemeinsamem Schicksal aller Völker ein Herz und eine Seele geben.

    Wir nehmen heute die Verantwortung für den Frieden auf uns, während zu wenige vom Frieden träumen.

    Die Religionen sagen heute mit größerer Kraft als gestern: Es gibt keinen heiligen Krieg. Die Eliminierung anderer im Namen Gottes ist immer blasphemisch. Die Elimierung anderer unter Berufung auf den Namen Gottes bedeutet nur Schrecken und Terror. Blind durch den Hass entfernt man sich auf diese Weise von der reinen Religion und zerstört genau die Religion, von der man behauptet, sie zu verteidigen.

    Wir verpflichten uns in einer schwiergen Zeit, das bedrohte Leben von Schwestern und Brüdern anderer Religionen zu verteidigen.

    Wir arbeiten gemeinsam für die Zukunft der Welt, im Wissen, dass der Krieg eine große Torheit ist und dass der Friede etwas zu Ernsthaftes ist, als dass wir ihn nur einigen wenigen überlassen könnten. Der Dialog ist Medizin für die Konflikte, er heilt Wunden, er macht Zukunft möglich.

    Der Krieg wird nur mit dem Frieden besiegt. Wenn es nicht gelingt, sich Wege des Friedens vorzustellen, bleiben nur Trümmer und Hass. Es ist nötig, den Mut aufzubringen, den Frieden zu denken, denn entweder ist die Zukunft Frieden, oder es gibt keine Zukunft mehr, weder für den Sieger noch für den Verlierer.

    Der jungen Generation sagen wir: Lasst Euch nicht vom traurigen Realismus betrügen, der sagt, Dialog und Gebet würden nichts nützen. Die Welt erstickt ohne Gebet und ohne Dialog.

    Die Gewalt kann aufgehalten werden. Wer Gewalt übt, diskreditiert immer die eigene Sache. Alles ist verloren mit dem Krieg.

    Ja, Gott gebe der Welt eine Zukunft - die der Friede ist.


Antwerpen, 9. September 2014

PROGRAMMA
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