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12 September 2011 09:30 | Neues Rathaus, Kleiner Sitzungssaal

Japan nach der Erdbebenkatastrophe: Aktivitäten, aus dem großen Noten lebenskräftige Keime sprießen zu lassen, Hinao Nagao


Hinao Nagao


Tenrikyo, Japan

Japan wurde am 11. März 2011 vom einem enormen Erdbeben und den dadurch entstandenen großen Tsunami heimgesucht. Er traf die Nordostküste Japans mit voller Wucht und schwemmte Gebäude und Felder schonungslos fort. Über 15.000 Menschen kamen ums Leben und jetzt noch mehrere tausend Vermisste. Und darüber hinaus: das aus dem Erdbeben und dem Tsunami verursachende Unglück des Kernkraftwerks in Fukushima. Die radioaktive Kontamination bzw. die Diffusion, deren wahren Einflüsse niemand richtig greifen kann, hält Japan eine bedenkliche Frage vor Augen und schrägt auch gegen die ganze Welt Alarm.

Um die von Katastrophen getroffenen Menschen zu retten und die heimgesuchten Städte wiederaufzuleben, standen auch viele Religionen und viele fromme Menschen auf. Ihre Rettungsaktionen setzen in den Katastrophengebieten jetzt noch stark fort.
In japanischen Medien wird es fast nicht berichtet, wie einzelne religiöse Gemeinschaft in den Katastrophengebieten zum Rettungsdienst beigetragen hat. Aber eher ausländische Medien und Wissenschaftler berichteten ohne Vorurteil die Aktivitäten jeder religiösen Gemeinschaft richtig. Zum Beispiel: Eine amerikanische Religionswissenschafterin, außerordentliche Professorin der North Carolina University in den USA, Dr. Barbara Amblos, schreibt in CNN-Webseite über die Aktivitäten von einigen religiösen Gemeinschaften und sie schreibt auch über Tenrikyo Folgendes:
„Die freiwilligen Aktivitäten dieser Gruppe ist mit einer Glaubenstat „Hinokishin“ verknüpft. Das Hinokishin ist eine heilige Tat, in der man eine Arbeit Gott darbringt, als Ausdruck der Dankbarkeit für seine tägliche Fürsorge. Das Tenrikyo-Hinoksihin-Korps ist in Verbindung mit jedem Landesregierung immer breiter, in Notfällen den Rettungsdienst in Katastrophengebieten zu entfalten. Das Rettungskorps der Tenrikyo in der Präfektur Niigata ist nach dem Beben sofort in die Stadt Sendai geschickt worden und die Korpsmitglieder reparieren jetzt die Wasserleitungen. Die Geldspende-Aktion wird auch in der Tenrikyo weltweit entfaltet.“
Ich möchte zunächst davon sprechen, wie Tenrikyo Naturkatastrophe aufgrund der Lehre sieht.

Wie sieht Tenrikyo aufgrund der Lehre Erdbeben oder andere Naturkatastrophen?
Wenn man versucht, von Naturkatastrophen in der religiösen Sinnwelt etwas zu sprechen, dann sind sie nicht dogmatisch sondern als allgemeingültige Botschaften gegen die Menschheit in der tiefen Liebe und im großen Mitleid alles zu begreifen. Schmerz und Leid vieler Menschen sind in Wirklichkeit da. Wir müssen so etwas wie ein „Sessel-Theologe“ sozusagen ganz und gar nicht sein.
Auf der Grundhaltung möchte ich die folgenden göttlichen Worte zitieren, um auf die Frage, was für einen Willen Gottes man in der Tenrikyo aus Naturkatastrophen herausfinden kann, zu beantworten:
Das Universum ist mein Leib. Überlegt Schritt für Schritt, was das bedeutet, und versucht, es zu verstehen! (Ofudesaki, III-40 bzw. III-135)
Die Leiber der Menschen sind alle meine Leihgabe. Mit welchen Gedanken gebrachte ihr sie wohl?(Ofudesaki, III-41)

Unsere Weltanschauungen beruhen auf den Worten Gottes. Die Welt, auf der wir leben, ist Körper Gottes. Und wir Menschen leben im göttlichen Schutz, in der göttlichen Gnade und in seinen liebevollen Wirkungen. Menschen leben nämlich in der Umarmung Gottes. Und unser Körper als Mikrokosmos ist eine Leihgabe Gottes. Und nur das Herz, nämlich unsere innere Haltung, ist des Menschen Eigentums. Das ist die göttliche Wahrheit, die in der Tenrikyo gelehrt wird. Alle Menschheit in der Welt seien gleichermaßen einander Brüder und Schwester. Aber viele erkennen dies leider noch nicht.

Welche innere Haltung des Menschen, dessen Körper als Leihgabe Gottes gegeben wird, wird uns gefordert? Eine Glaubenstat Hinokishin wird dabei in Tenrikyo auf wichtig gehalten. Hinokishin ist eine Tat, durch die Dank für den Schutz Gottes und Freude zum Ausdruck gebracht wird. Das stellt eine fromme Haltung, die aus dem tiefen Glaubensgefühl entsteht. Das Hinokishin kommt äußerlich als Hilfe gegen andere und als Hilfe in der Gesellschaft in Erscheinung. Im Kern der Tat Hinokishin gibt es auf diese Weise ein Glaubensgefühl der Freude mit der tiefen Dankbarkeit für die Fürsorge Gottes.

Nun, was für einen Willen will Gott durch Naturkatastrophen uns zeigen? In der heiligen Schrift Ofudesaki wird deutlich geäußert, dass Gewitter, Erdbeben, Stromwind, Hochwasser usw., das alles Erscheinungen der Enttäuschung und des Ärgers Gottes seien. Und warum er so ärgerlich ist? Weil Menschen es nicht wissen, wer der Urheber der Welt ist, und selbstsüchtig immer mit dem Herzen von Staub leben, ohne zu wissen, dass sie einander Kinder Gottes seien. Die Naturkatastrophe kann man folgendermaßen begreifen: „Alles ist ein strenges Tadeln Gottes gegen die Menschen, die unwillkürlich selbstsüchtig und in der Distanz aus dem Herzen der Stifterin leben.“ Das Herz der Stifterin ist nicht anderes als eine Liebe, alle Menschen der Welt als Kinder Gottes zu erlösen.

Wie kann man dann die Trübe im Herzen lösen? Gibt es irgendeine Methode überhaupt? Aus unseren Glauben heraus müssen wir diesmaliges Unglück, das wirklich sehr traurig und schade war, als eine göttliche Mahnung gegen Menschen annehmen, in der uns gefordert wird, entsprechend der göttlichen Wahrheit zu leben. Nämlich der Lehre entsprechend: „Alle Mensche sind einander Brüder und Schwester“ und „Wer andere hilft, wird selber geholfen“. Und Gott sagte im Ofudesaki auch:
„Wenn ihr wahrhaftig ein Herz in euch besitzt, das sich für die Erlösung anderer Menschen einsetzt, brache ich euch überhaupt nicht zu predigen.“ (Ofudesaki, III-32)
und
„Wenn ihr wahrhaftig ein Herz besitzt, das ausschließlich an die Erlösung der Menschen denkt, dann nehme ich euch gewiss an, ohne dass ihr darum bitten müsste.“ (Ofudesaki, III-38).
Auf diese Weise erwartet Gott uns ein Wecken unseres Herzens, anderen zu helfen. Wenn alle Menschen als Kinder Gottes gegenseitig helfen würden, würde Gott uns sofort Früchte der Erlösung zuteil werden lassen.

Die Geschichte der Rettungsaktivitäten in der Tenrikyo
Die Lehre: „Alle Menschen sind als Kinder Gottes einander Brüder und Schwester“ bildet die Grundlage unserer Rettungsaktivitäten. Die Geschichte unseres Rettungsdienstes beginnt bei der großen Erdbebenkatastrophe in Nagoya im Jahre 1891 (Nōbi-Erdbeben). Seitdem haben wir Tenrikyo bis heute auf Grund der Lehre bei verschiedenen Naturkatastrophen wie Erdbeben, Tsunami, Taifun, Vulkanausbruch, Großfeuer usw. je nach Bedarf Rettungsteam jeweils organisiert und in jedes Katastrophengebiet geschickt, und zwar unter dem Namen „Tenrikyo-Hinokishin-Korps für Rettungsdienste bei Naturkatastrophen“. Im Wort Hinokishin, das in der Bezeichnung enthalten wird, prägt sich der Geist unseres Rettungsdiensts deutlich aus. Hinokishin ist also eine altruistische und selbstlose Tat, die auf der Freude und Dankbarkeit für die göttlichen Schütze beruht. Der Hinokishin-Geist stellt das Rückgrat aller Sozialaktivitäten in der Tenrikyo dar und alle Aktivitäten knüpfen sich also immer stark an dem Geist von Hinokishin.

Die Aktivitäten des Hinokishin-Korps haben bisher nur in Japan organisiert und entfaltet. Was die in Ländern außer Japan heimgesuchte Katastrophe angeht, so haben wir unsere Hilfsaktivitäten bisher nur damit fortgesetzt, einer Hilfsorganisation wie Rotkreuz in jedem Land die Spende anzuvertrauen. Als ein großes Beben dennoch 1999 Taiwan heimsuchte, wurde das Hinokishi-Korps zum ersten Mal in einem Land außerhalb Japan spontan organisiert. Das taiwanesische Korps, das im Jahre 2001 in Taiwan ordentlich organisiert wurde, ist dann dieses Jahr nach Japan gekommen, um japanischen Freunden zu helfen. In Zukunft werden, so wünsche ich, unsere Aktivitäten des Hinokishin-Korps immer weltweiter gefaltet.

Das Grundprinzip unseres Rettungsdienstes ist natürlich Selbstversorgung. Alles, was für den Rettungsdienst erforderlich sind, wie Werkzeuge, Nahrungsmittel, Zettel, Kochgeräte, LKW, Wasserwagen usw., bringen wir in den Katastrophengebiet mit.

Seit 1971, wo die Rettungsorganisation wie heute komplett bereit war, haben wir das Korps insgesamt über 100 Male nach Katastrophengebiet geschickt. Bei der Erdbebenkatastrophe in Kobe im Jahre 1994 beschäftigten sich zwischen vier Monaten über ca. 20.000 Mitglieder mit den Rettungsaktivitäten.

Was haben wir Tenrikyo bei der Erdbebenkatastrophe getan?
Und am 11. März 2011. Nordost-Japan wurde vom riesigen Erdbeben und Tsunami heimgesucht. Die schockierenden Bilder der Katastrophengebieten erschütterten uns tief. Die japanische Verteidigungswehr wurde sofort nach den Katastrophengebieten mobilisiert. Private Rettungsteams waren im Zeitpunkt noch nicht imstande, in die Gebiete einzutreten. Das Hauptbüro für Maßnahmen gegen die Erdbebenkatastrophe wurde sofort in der Tenrikyo errichtet. Was aber in erster Linie in der Hauptkirche der Tenrikyo ausgeübt wurde, war Gebet. Damit wir darum beten, dass möglichst viele betroffene Menschen gerettet werden und die Katastrophengebiete möglichst frühzeitig wiederaufbauen mögen, wurden Bittgottesdienst im Hauptheiligtum schon am nächsten Tag der Entstehung des Bebens gehalten. Der Sonderbittgottesdienst mit dem Oberhaupt der Tenrikyo, dem Shimbashira Zenji Nakayama, wurde drei Tage lang abgehalten. Unsere religiöse Tätigkeiten beruhen alles auf das Gebet. Und die Triebkraft unserer Dienste gegen Allgemeinheit ist ebenfalls das Gebet. Alles beginnt damit in Tenrikyo.

„Alle Menschen sind Brüder und Schwester“ und „gegenseitige Hilfe“. Unser Rettungsdienst bei dem Erdbebenkatastrophe begann mit der Glaubensüberzeugung.
Der beginnt mit der Absendung der Trinkwasserwagen und Hilfssendung am 15. März. In jeden betroffenen Städten wurde jeweils ein Rettungszentrum der Tenrikyo gegründet. Durch diese Zentren wurden vielfältige Rettungsaktivitäten in den verschiedenen Städten der drei betroffenen Präfekturen entfaltet wie zum Beispiel:
-    Versorgung von Trinkwasser und Not- Hilfsgüter
-    Beseitigung von Erde, Schlämme, Sand, Schutt oder Bäumen.
-    Abbauen der eingeschütteten Häuser.
-    Verteilung der warmen Nahrungsmittel.
-    Verteilung der Rettungsgüter.
-    Entsendung von Ärzten, Krankenpflegern und Psychotherapeuten für körperliche Behandlung und geistige Betreuung der Betroffenen.
-    Angebot der verschiedene Vergnügungen oder Workshops.
-    Zeitweilige Gründung von Kinderhorten und Kindergarten.
-    u.a.
Zwischen den vier Monaten haben gut über 20.000 Tenrikyo-Gläubige an den Rettungsaktivitäten teilgenommen. Wie ich schon erwähnt habe, liegen die Rettungsaktivitäten der Tenrikyo immer die folgenden Glaubensüberzeugungen, d.h. „Alle Menschen einander Brüder und Schwester“ und „gegenseitige Hilfe“ zugrunde. Das sind unser seelische Halt und treibt uns zu Hilfsaktivitäten.

Von den Rettungsaktivitäten zum Weg, um wieder aufzuleben
Nachdem das Hauptbüro für Maßnahmen gegen die Erdbebenkatastrophe fortschreitend gelöst worden war, wurde in der Tenrikyo ein Sonderausschuss neu gegründet, damit wir die langfristige Unterstützung zum Wiederaufleben in den Katastrophengebieten vorantreiben. Als einen ersten Schritt schenken wir als eine vorläufige Spende den drei Präfekturen (Iwate, Miyagi und Fukushima) jeweils hundert Millionen Yen.

In dem Wunsch, dass viele Menschen das große Unglück überwinden und neue Keime zum Wiederaufleben ihnen zuteil werden, wollen wir die Rettungsaktivitäten getreu und ehrlich voranbringen. In der Überzeugung, dass der Rettungsdienst für uns Glaubende nichts anderes als Erlösungsdienst ist.

In Tenrikyo sind zur Zeit drei Schlüsselworte für frohes Leben als Parole abgegeben. Nämlich: „Dankbarkeit, Maßhalten und gegenseitige Hilfe“. Was damit gemeint ist: Wir erkennen zunächst die Wahrheit „Körper als Leihgabe Gottes“, nehmen die Fürsorge und Gabe Gottes in Dankbarkeit an, wenden sie in Maßen und ohne Verschwendung an und helfen gegenseitig im Selbstbewusstsein, dass alle Menschen Brüder und Schwester seien.

Nicht nur für die akuten Rettungen sondern auch für den langen Weg zum Wiederaufleben wollen wir unsere ganze Kraft fortdauernd einsetzen, und zwar sowohl organisatorisch als auch einzeln immer mit dem Geist der Parole: „Dankbarkeit, Maßhalten und gegenseitige Hilfe“, um unsere Mitmenschen diesen Geist zu spiegeln.
Vielen Dank.


München  2011

Botschaft
von Papst
Benedikt XVI


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