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Ab heute humanitäre Korridore für Flüchtlinge auch in Frankreich, Unterzeichnung des Abkommens im Élysée-Palast heute Vormittag

Präsident Hollande: Dieses Projekt entspricht den Werten der Gastfreundschaft und Solidarität

Flüchtlinge feiern ein Jahr humanitäre Korridore mit neuen Ankömmlingen aus dem Libanon

Andrea Riccardi: "Das Projekt verbindet Integration und Sicherheit. Nein zu Mauern". Fast 700 Personen wurden in Italien durch das Projekt von Sant'Egidio und den evangelischen Kirchen Italiens aufgenommen

Der Patriarch der äthiopischen Kirche Abuna Mathias in Sant'Egidio: wir haben gesehen, wie ihr das Evangelium lebt

Die Homilie des Patriarchen in der Basilika Santa Maria in Trastevere

Sant'Egidio feiert den 49. Jahrestag mit dem Volk der Gemeinschaft

In der ganz vollen Lateranbasilika sind junge und alte Menschen, Obdachlose und Flüchtlinge der humanitären Korridore versammelt. Marco Impagliazzo: "Wir glauben an eine Stadt, in der es nicht das Wir und das Sie gibt, sondern in der gemeinsam eine große Kraft des Friedens aufgebaut werden kann"
23/03/2017
Gedenken an die Kirche

Das tägliche Gebet


 
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13 September 2011 11:00 | KZ-Gedenkstätte Dachau

Gedenkfeier in der KZ-Gedenkstätte in Dachau - Lina Zimmermanns


Lina Zimmermanns


Comunità di Sant’Egidio, Germania

Wir, junge Menschen aus verschiedenen Regionen Deutschlands und Europas, sind heute hier nach Dachau gekommen, um der Opfer der menschenverachtenden Politik des Nationalsozialismus zu gedenken. Männer, Frauen und Kinder verschiedener Religionen, Völker und Kulturen wurden entrechtet, misshandelt und ermordet. Diese Gedenkstätte erinnert uns daran, dass jedes Verbrechen, das begangen wird, ein Angriff auf die ganze Menschheit und auf jeden einzelnen Menschen ist. Wir wollen nicht vergessen und wir wollen arbeiten, damit sich diese ungerechte Tragödie nie wieder wiederholt – weder hier noch anderswo.
Dies ist das Herzstück des internationalen Weltfriedensgebet der Religionen. Mit uns sind hier Vertreter verschiedener Völker, Opfer des nationalsozialistischen Rassenwahns. Ihnen gegenüber drücken die Männer und Frauen des Glaubens ihren Willen aus, zusammen für ein friedliches Zusammenleben zu arbeiten, welches in der Tiefe jeder religiösen Tradition verwurzelt ist.
Wir jungen Europäer sind verschont worden. Unsere Generation hat den Krieg und gewaltsame Unterdrückung nicht selbst erleben müssen. Wir wissen aber, dass sie in vielen Teilen der Welt noch grausame Wirklichkeit sind. Wir wissen, dass auch in Europa vor nicht langer Zeit Diktaturen und Kriege herrschten. Nur wenn wir uns aktiv für Demokratie, Frieden und Menschenrechte einsetzen können wir verhindern, dass dies sich wiederholt. Dies ist nicht nur eine Aufgabe für wenige Politiker und Religionsführer, sondern für jeden von uns. Wir sind die Generation, die in der Zukunft leben wird. Wir sind die Generation, die diese Zukunft aufbauen muss. Angesichts des Leidens der Vergangenheit und Gegenwart wollen wir uns für eine Zukunft einsetzen, in der niemand mehr misshandelt, diskriminiert oder ausgegrenzt wird; eine Zukunft, in der die Schwachen und Benachteiligten als selbstverständlicher und wertvoller Bestandteil der Gesellschaft angesehen werden; eine Zukunft, in der die Völker und Religionen in Frieden zusammenleben. Im Zeitalter von Internet und Facebook können wir nicht so tun als wüßten wir nichts. Nein, es ist nicht möglich, sich in sich selbst zu verschließen und ein Leben ohne oder gegen die anderen zu führen. Wir sind Teil einer großen Familie: binnen Sekunden ist es möglich, mit Tausenden zu kommunizieren. Der „Arabische Frühling“ hat die Kraft dieser Kontakte gezeigt. Nein, es lässt sich nicht mehr leugnen, dass wir Menschen weltweit dazu bestimmt sind, zusammen zu leben. Aber in einer Zeit der globalen Kommunikation brauchen wir eine Globalisierung der Freundschaft, der Solidarität und der Liebe. Nur so können wir eine menschlichere Welt aufbauen. Wir wollen Menschen anderer Religionen, Kulturen, Nationalitäten, Junge und Alte, Migranten und hier Geborene, Schwache und Starke, Reiche und Arme kennen lernen. Wir wollen versuchen, ihre Gedanken, Träume und Wünsche zu verstehen, ihre Sicht der Dinge zu begreifen. Entscheiden wir uns dafür unser Leben so zu verbringen indem wir von einem wahren Zusammenleben träumen, das die Menschen von Unterdrückung und jeder Form von Einsamkeit befreit. Es ist ein Traum, aber wir können ihn schon heute in unseren Städten und Ländern leben. An diesem Abend in München wird vom Marienplatz aus dieser Appell kraftvoll erklingen: es ist möglich in Frieden zusammenzuleben, Bound to live together!


 


München  2011

Botschaft
von Papst
Benedikt XVI


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