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12 August 2009

DIE GEMEINSCHAFT SANT' EGIDIO DRÜCKT SCHMERZ UND EMPÖRUNG ÜBER DEN MORD AN EINER ROMA IN KISLETA IN UNGARN AUS

 
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Die Gemeinschaft Sant'Egidio hat mit Trauer die tragische Geschichte einer Romafamilie verfolgt, die zum Opfer eines mörderischen Angriffs in Kisléta in Ostungarn wurde. In der Nacht des 3. August sind Unbekannte in die Wohnung einer Frau eingedrungen, die dort mit ihrer 13jährigen Tochter wohnte, und haben auf die beiden geschossen. Die Frau wurde getötet, die Tochter schwer verletzt. Die Episode ist Teil einer Serie von Attentaten, die in den letzten eineinhalb Jahren die in Ungarn lebenden Zigeuner in Schrecken versetzt hat und bei denen 6 Roma getötet wurden.

In einer Pressemitteilung hat die Gemeinschaft ihrer Empörung Ausdruck verliehen und der Familie des Opfers und denen, denen durch diese Tragödie und die gewalttätigen Verbrechen gegen Roma in der letzten Zeit Leid zugefügt wurde, ihre Nähe versichert.

Eine Delegation der Gemeinschaft Sant'Egido hat der Beerdigung beigewohnt.

Auch in Budapest, Pécs und Györ hielt die Gemeinschaft Sant'Egidio Gebetswachen im Gedenken an die Opfer und für ein Ende von Gewalt und Hass.

 

PRESSEMITTEILUNG

Die Gemeinschaft Sant'Egidio hat mit Bestürzung und Empörung die Nachricht von dem Mord in Kisléta am letzten Montag zur Kenntnis genommen. Wir wollen der Familie des Opfers, Maria und denen, die durch diese Tragödie und die gewaltsamen Verbrechen der letzten Zeit gegen  Roma betroffen sind und Leid erfahren haben, nahe sein und unser Beileid aussprechen.

Eine Reihe von Morden erfüllt die in Ungarn lebenden Zigeuner mit Schrecken. Als Zielscheiben werden Zigeuner ausgesucht, deren Leben bereits hart ist, die schutzlos sind, auch Kinder. Doch zur Zielscheibe wurde auch das zivile und friedliche Zusammenleben selbst. Die Weisheit der ungarischen Nation ist bedroht, mit der diese immer wieder in der Geschichte fähig war, Menschen, die anders sind, aufzunehmen und zu integrieren.

Das Zusammentreffen des Vorfalls mit dem Jahrestag des Massakers der Nationalsozialisten  an Tausenden von unschuldigen Roma im Vernichtungslager Birkenau vor 65 Jahren ist eine Mahnung.

Vorurteile und die Verachtung des Lebens derer, die anders und schwach sind, bereiten der Gewalt den Boden. Doch das Vorurteil verletzt nicht nur das Opfer, sondern auch den, der das Vorurteil in sich trägt.

Ängste und Unsicherheit haben vielfältige Ursachen: Man findet hierfür keine Lösung durch die Suche nach einem leicht identifizierbaren und leicht verletzlichen Feind.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio, der katholische Laien angehören, lebt in mehr als 70 Ländern die Freundschaft zu den Armen, sie betet und arbeitet für Frieden und Solidarität. Wir glauben, dass dann, wenn Ausgrenzung und Not verringert werden, Gewalt und Angst bekämpft werden können.
Es ist nötig, den Menschen, die dies allein nicht können, Hilfen zum Leben und zum Fortkommen zu geben. Es sind Maßnahmen der Behörden und eine intelligente und langfristige Politik nötig. Doch es ist auch nötig, dass alle Menschen guten Willens Tag für
Tag Mitleid und Respekt bezeugen.

Wir möchten beim Leid der Opfer stehen bleiben. Wir spüren, dass die Wunde, die geschlagen wurde, uns alle angeht. Was uns betrifft, werden wir versuchen, sie mit dem Balsam der Freundschaft und der Solidarität zu heilen.
 


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