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27 September 2011 | KENIA

Hungersnot am Horn von Afrika: Bericht über die Hilfen der Gemeinschaft Sant'Egidio im Norden Kenias

 
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Unter der Dürre im Norden Kenias leidet weiter vor allem die ländliche Bevölkerung. Durch die Sammlungen der Gemeinschaft Sant'Egidio konnten weitere Lebensmittelhilfen verschickt und aktuell verteilt werden.

Es handelt sich um mehrere Tonnen Mais, Reis und Zucker. Die Verteilung findet in einer Gegend mit ca. 50.000 Bewohnern in den Dörfern von Baragoi und South Horr im Distrikt Nord-Samburu ungefähr 700 km nördlich von Nairobi und im ungefähr 800 km von der Hauptstadt entfernten Loyangalani an der Ostküste des Turkana-Sees statt. Die örtlichen Missionen der Consolatapatres haben die Verteilung unterstützt und sich darum gekümmert, dass die Hilfen auch an alle kleinen Ortschaften des Distriktes weitergegeben wurden.

Die ersten beiden Ortschaften liegen in einer trockenen und typisch afrikanischen Savanne fast ohne irgendwelche Wasserstellen. Die Menschen leben überwiegend in kleinen Dörfern ohne jegliche Versorgungseinrichtungen. Um sich Nahrung und Wasser zu besorgen, müssen vor allem die Frauen täglich mehrere Kilometer zu Fuß zurücklegen. Auch die Schulen, meistens der Missionare, sind weit entfernt. Daher liegt die Analphabetenrate bei über 80%. Die Dürre hat die hauptsächliche Wirtschaftsaktivität der armseligen Ziegen-, Kamel- und Eselzucht beeinträchtigt.

Als die Lieferung ankam, wollten vor allen Dingen die Kinder zunächst einmal Wasser haben. Noch dazu ist die Region von einem schlimmen ethnischen Konflikt zwischen den Stämmen der Samburu und Turkana betroffen, der auf Schwierigkeiten unter den Stämmen beruht, sich aber auch um den Besitz der wenigen Ressourcen der Region dreht. Deshalb musste bei der Lieferung genau darauf geachtet werden, dass die Güter gleichermaßen in den verschiedenen Siedlungen verteilt werden, um nicht zusätzlich Anlass zu Feindseligkeiten zu geben. In jedem Dorf wurden wir gefragt, ob die Hilfen auch an die "Feinde" verteilt wurden.

Die Frauen und Kinder trugen würdevoll ihre traditionelle Kleidung, die aber kaum verbergen konnte, dass sie durch die Dürre stark abgemagert sind. Sie zeigten uns ihre armen Hütten zum Zeichen der Begrüßung. Als die Lebensmittel verteilt wurden, wurde gejubelt, besonders auch über das saubere Wasser. Denn die wenigen Wasserstellen sind natürliche und durch die wenigen Regenfälle entstandene Brunnen, die auch für die Tiere sorgen müssen. Die meisten Menschen leiden unter durch Trinkwassermangel hervorgerufene Krankheiten. Da die größeren Ortschaften weit entfernt sind, gibt es auch keine sanitären Einrichtungen. Wenn es den Kranken gelingt, müssen sie bis zu Hundert Kilometer zurücklegen, um einen Arzt zu finden. Viele schaffen das nicht.

Wenn man weiter nach Norden kommt, werden die Straßen immer weniger befahrbar, und man kommt zum Turkana-See. Das Gelände verändert sich radikal in eine schwarze Steinwüste mit ganz wenigen Bäumen und einer Hitze, die in einigen Abschnitten des Jahres unerträglich wird. In den vergangenen vier Jahren hat es nur zweimal und nur für kurze Zeit geregnet. Das Dorf Loyangalani ist eine kleine Siedlung, in der man auf die großen Übel stößt, die ganz Afrika heimsuchen. Neben der Dürre und der Hungersnot ist das Gebiet nämlich Treffpunkt eines intensiven Schmuggels von Waffen aus dem benachbarten Sudan und aus Äthiopien.

Die Armut steht im Kontrast zu einigen europäischen Kompanien, die nach Erdöl suchen. Ungefähr 8.000 Bewohner leben in kleinen Halbnomadensiedlungen und sind wegen der wenigen Wasserquellen ständig unterwegs. Wenn sie kein Wasser finden, müssen sie das Wasser aus dem See trinken, das salzig und kalkhaltig ist. Die primitiven Hütten verraten die sehr harten Lebensbedingungen. Neben der Viehzucht war die Hauptaktivität bis vor wenigen Jahren der Fischfang. Seit einiger Zeit wurde er jedoch eingestellt, weil das ökologische Gleichgewicht im See gestört ist. Da der Wasserstand durch die geringen Niederschläge gesunken ist und sich einige Fischarten aus dem Nil angesiedelt haben, die örtliche Arten ausgerottet haben, ist der Fischfang wenig gewinnbringend geworden.

Die Bevölkerung ist nunmehr allein auf Hilfe von außen angewiesen. Es fehlt jegliche Versorgungseinrichtung. Nur sehr wenige Menschen konnten bisher einen Arztbesuch ermöglichen, auch weil die Reisen in das Krankenhaus von Mararal, das über zweihundert Kilometer entfernt ist, gefährlich sind. Die einzige Versorgungsmöglichkeit ist eine Gesundheitsstation von Ordensfrauen.

Obwohl es einige Landschulen gibt, werden sie wegen der Entfernung kaum von den Kindern besucht. Daher liegt die Analphabetenrate besonders bei den Erwachsenen bei über 90%. Nur wenige sprechen Englisch oder Kiswaili, fast alle sprechen nur den örtlichen Dialekt.

Auch dort gibt es ethnische Konflikte wegen der mangelnden Nahrungsmittelversorgung. Darunter leiden besonders die El Molo, ein friedliebender Stamm und die kleinste Ethnie Kenias, der sich vollständig zum Christentum bekehrt hat und deren Lieder eine ferne Herkunft aus Äthiopien verraten. In allen Siedlungen wurden die Hilfen aufgrund der schwierigen Lebensbedingungen mit großer Erleichterung aufgenommen und haben insbesondere eine Isolation unterbrochen, unter der die Menschen teilweise am meisten zu leiden scheinen.


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