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25/03/2017
Vorabend des Sonntags

Das tägliche Gebet


 
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13 September 2011 18:35 | Marienplatz

Zeugnis über das schwere Erdbeben in Japan von Gijun SUGITANI


Gijun Sugitani


Buddhistische Tendai-Schule, Japan

Ehrwürdige Gäste, meine Damen und Herren,

    Japan hat häufig Prüfungen durch zahlreiche Erdbeben erlebt, doch niemals eine solche wie bei der Tragödie vor sechs Monaten. Am 11. März dieses Jahres um 14.46 Uhr hat ein unvorstellbares Erdbeben der Stärke 9 das Land erschüttert, es war das schlimmste Beben aller Zeiten. Das Epizentrum lag im Pazifischen Ozean in der Nähe der Region Tohoku. Viele Gebäude stürzten durch die schweren Erschütterungen ein. Über 30 Küstenstädte wurden vom sofort nach dem Erdbeben einsetzendenTsunami zerstört. Diese unvorstellbar hohe Welle hat die Küste in einer Länge von 400 km überschwemmt. Als sich das Wasser zurückzog erschienen Berge von Geröll, soweit das Auge reicht. Ich war sprachlos, als ich dieses Unglück sah. Es gab 20.000 Opfer und Vermisste; noch heute nach sechs Monaten werden Leichen der Opfer gesucht.
    Es war ein unglaubliches Unglück und gleichzeitig eine gewaltige Herausforderung für die Japaner: Wie können wir unsere Zukunft wieder aufbauen? Die betroffenen Menschen haben in den betroffenen Regionen das Essen untereinander geteilt. Sie halfen sich und warteten auf die Hilfslieferungen. Viele Freiwillige sind gekommen, Einzelpersonen und Organisationen. Es war die Entdeckung einer großen und ehrlichen Solidarität, die sich nicht nur innerhalb des Landes zeigte, sondern auch aus dem Ausland kam. Wir haben bemerkt, wie sehr man auch im Ausland an die Opfer in Japan denkt, das hat mich sehr ergriffen. Unter den Hilfsgeldern gab es auch Spenden von wenig begüterten Personen und sogar von Kindern.
    Durch dieses so schreckliche Erdbeben haben wir Wichtiges gelernt: Die Menschen müssen gegenüber der Natur demütiger werden, gleichzeitig sind wir ganz und gar Teil einer großen Familie und brauchen das Zusammenleben, weil wir zum Zusammenleben bestimmt sind.
    Nein, unsere Zukunft ist nicht die „Technologie“. Die Probleme im Atomkraftwerk von Fukishima wurden erst durch den Menschen geschaffen. Unsere Zukunft liegt nicht in Sicherheiten des Wirtschaftssystems. Unsere Zukunft liegt in der Weisheit, indem wir die Kunst des Zusammenlebens lernen, wie sie in den alten Traditionen der Religionen enthalten ist. Eine Welt, eine Menschheitsfamilie, ein großes Herz: Liebe und Mitleid, um in Frieden und Harmonie zusammenzuleben.
    Mitten im Durcheinander wie beim japanischen Unglück ermöglichen die Beziehungen unter den Menschen, dass sie sich aus der Tiefe ihrer Verzweiflung erheben. Erlauben Sie, dass ich das als den Geist von Assisi bezeichne. Es ist die Lehre der Geschwisterlichkeit, die unsere heutige Gesellschaft benötigt.

    Danke.

 


München  2011

Botschaft
von Papst
Benedikt XVI


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