Riccardi Andrea: auf dem web

Riccardi Andrea: auf sozialen netzwerken

Riccardi Andrea: pressespiegel

change language
sie sind in: home - news kontaktnewsletterlink

Unterstützung der Gemeinschaft

  
23 Februar 2012 | STRASSBURG, FRANKREICH

Straßburg (Frankreich): Kollektivabschiebungen von Immigranten verboten. Eine historische Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes

Das Urteil im Fall Hirsi kann helfen, die Todeszahlen im Mittelmeer zu verringern. Das Verbot Asylbewerber in Risikostaaten abzuschieben wird anerkannt. Es werden immer individuelle Abwägungen der Gefahren und der Situationen gefordert

 
druckversion
 
PRESSEMITTEILUNG:

Durch das Urteil zum Fall Hirsi und anderer gegen Italien hat der Richter in Straßburg die Praxis der Abschiebungen auf dem Meer verurteilt, die von italienischen Schiffen wiederholt vollzogen wurden, ohne dass den Migranten, die gegen ihren Willen ans libysche Ufer zurückgeschickt wurden, die Möglichkeit gewährt wurde, Asyl oder andere internationale Schutzmaßnahmen zu beantragen.

Es ist eine historische Entscheidung, die auch die Zahl der Opfer im Mittelmeer vermindern kann, deren Zahl 2011 mindestens 1.500 betrug.

Das Urteil bezieht sich auf die bekannte italienische Entscheidung, auf italienischen Schiffen ca. 200 Menschen somalischer und eritreischer Nationalität (darunter Kinder und schwangere Frauen) gegen ihren Willen nach Tripolis zurückzubringen, ohne dass sie identifiziert, angehört und nicht einmal vorher über ihr Schicksal informiert wurden. Auf diese Weise konnten die in internationalen Gewässern am 6. Mai 2009 35 Meilen südlich von Lampedusa aufgegriffenen Migranten nicht einmal einen Antrag auf internationalen Schutz in Italien stellen.
Viele Abgeschobenen wurden anschließend bei ihrer Rückkehr nach Libyen misshandelt. Andere starben beim Versuch, noch einmal die italienische Küste zu erreichen, wie einige Reisegefährten später mitteilten und wie andere Angehörige und Freunde berichteten, die glücklicherweise nach Italien kommen konnten und bei der Gemeinschaft Sant'Egidio Aufnahmen fanden.

Unter den Geretteten waren einige, die nach der Abschiebung ihr Leben wiederum auf dem Meer aufs Spiel gesetzt haben und schließlich nach Italien gelangen konnten und einen Flüchtlingsstatus erhielten.

Die Gemeinschaft Sant'Egidio hatte der italienischen Regierung den eindringlichen Vorschlag gemacht, keine wahllose Abschiebung vorzunehmen, die gegen die europäischen Standards verstößt. Diese verbieten

1)    Abschiebungen und Rückführungen nach dem Non-refoulement-Prinzip in ein Land, in dem die Gefahr von Folter oder anderer unmenschlicher oder entwürdigender Behandlung besteht
2)    kollektive Abschiebung von Ausländern nach Art. 4 des Protokolls Nr. 4 der Europäischen Menschenrechtskonvention (EMRK), bevor sie identifiziert wurden, und Übergabe an libysche Behörden (die den internationalen Konventionen bekanntermaßen nicht zugestimmt hatten)
3)    Ausweisung von Menschen, ohne dass sie zuvor die Möglichkeit erhalten, einen Antrag auf Schutz in Italien zu stellen.

Zahlreiche Berufungen wurden angenommen, und bei vielen der Abgeschobenen wurde durch den Einsatz von ACNUR nach einer zweiten Überfahrt der Asylantrag angenommen. Viele Flüchtlinge flohen nach Ausbruch des Konflikts in Libyen nach Tunesien, andere wurden von regimetreuen Milizen und auch von Aufständischen misshandelt, andere mussten sich in der Wüste ohne Wasser und Nahrung verstecken. Die Gerichtsvereinigung für den Schutz der Menschenrechte erinnert daran, dass E.B., einer der Kläger, später Italien erreichen konnte und über Monate hinweg im Aufnahmelager in Crotone warten musste, bis über seinen Asylantrag entschieden wurde. Am 21. Juni 2011 wurde ihm von den italienischen Behörden nach einer ersten Ablehnung der Flüchtlingsstatus gewährt.

Wir freuen uns nicht über die Verurteilung unseres Landes, auch wenn das vorhersehbar war und wenn die Gemeinschaft Sant'Egidio die italienische Regierung aufgefordert hatte, das Vorgehen zu überdenken.

Die Entscheidung des europäischen Gerichtshofes sollte nach unserem Wunsch endgültig eine weise Politik ermöglichen, die die Menschenrechte angesichts der großen weltweiten Migrationen achtet. Es ist eine Gelegenheit, um auf klare und transparente Weise eine abgestimmte europäische Initiative einzuleiten, um das Problem der Migration nach Europa zu behandeln.



 LESEN SIE AUCH
• NACHRICHTEN
30 Mai 2011

Rom - Fest zum Programm "Recht auf Schule, Recht auf Zukunft": Erfolgreiche Schulintegration der Roma

IT | EN | ES | DE | FR | CA | NL | UK
18 Mai 2010

"Neapel - eine Stadt für alle, Neapel - eine Stadt für die Welt": Marsch gegen Rassismus

IT | EN | ES | DE | PT | CA | NL | ID
11 Januar 2010

Eine Delegation der Gemeinschaft Sant'Egidio und von Menschen des Friedens besucht die Immigranten, die Opfer von Gewaltübergriffen in Rosarno in Kalabrien geworden sind

IT | ES | DE | FR | PT | CA | NL
3 Februar 2016
ROM, ITALIEN

Konferenz USA-Italien über Migration - Integration stärkt die Demokratie und baut eine gemeinsame Kultur auf

IT | EN | ES | DE | FR | PT | CA
3 September 2015
BUDAPEST, UNGARN

Allein der Friede kann die Flüchtlingsströme beenden. Sant'Egidio in Ungarn fordert Gesetze, die die Menschenrechte achten

IT | EN | ES | DE | FR | PT
10 Mai 2014
NEAPEL, ITALIEN

Eine ausgegrenzte Minderheit wird zu "neuen Europäern" - eine Tagung über Jerry Masslo und die Vorschläge von Sant'Egidio zur Immigration

IT | EN | ES | DE | FR | PT | CA
all news
• DRUCKEN
17 Dezember 2015
Radio France International

Sant'Egidio crée des corridors humanitaires avec le Maroc et le Liban

18 Juli 2015
Avvenire

«Nella capitale clima d'odio mai visto Una città che non accoglie non è comunità»

24 Juni 2015
Adista Segni Nuovi

L'immigrazione rifiutata

31 Januar 2015
La Repubblica.it

Calais, le violenze della polizia francese sui profughi che sognano l'Inghilterra

9 Mai 2014
Avvenire

Sant'Egidio porta 150 studenti a Lampedusa. Non solo una visita, ma un percorso educativo e di solidarietà

9 Mai 2014
Il Mattino - ed. Caserta

Una Bibbia sulla tomba di Masslo: "I migranti sono i nuovi Europei"

alle pressemitteilungen
• DOKUMENTE
Comunità di Sant'Egidio

Cinque proposte sull’immigrazione

Appello al Parlamento ungherese sui profughi e i minori richiedenti asilo

Omelia di S.E. Card. Antonio Maria Vegliò alla preghiera "Morire di Speranza". Lampedusa 3 ottobre 2014

Omelia di S.E. Card. Vegliò durante la preghiera "Morire di speranza"

Nomi e storie delle persone ricordate durante la preghiera "Morire di speranza". Roma 22 giugno 2014

Le vittime dei viaggi della speranza - grafici

alle dokumente

VIDEO FOTOS
3:11
Clochard aggrediti selvaggiamente a Genova

356 besuche

380 besuche

360 besuche

458 besuche

436 besuche
alle verwandten medien