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10 April 2014 | ROM, ITALIEN

PRESSEMITTEILUNG

SANT'EGIDIO: Es ist richtig, das Wort "Nomaden" nicht zu verwenden

Die Welt der Roma und Sinti muss ohne falsche Stereotypen verstanden werden. Anerkennung für die Entscheidung des Bürgermeisters von Rom, die Sprache zu verändern, als ein Fortschritt auf dem Weg zu einer veränderten Mentalität der Stadt

 
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Per tanti anni in Italia si è utilizzato il termine “nomadi” come sinonimo intercambiabile di Rom, Sinti o "zingari". Ma negli ultimi anni, con l’affermazione di un linguaggio politically correct “nomadi” ha avuto molta fortuna per definire le popolazioni Romanì presenti in Italia. I media lo hanno scelto e lo utilizzano comunemente e molte amministrazioni lo hanno introdotto nei propri documenti. Il termine però definisce popolazioni che vivono itinerando di luogo in luogo, senza una base o forma di stanzialità: non è più la realtà dei Rom e Sinti presenti in Italia.
Seit vielen Jahren wurde in Italien der Begriff "Nomaden" als austauschbares Synonym für Roma, Sinti oder "Zigeuner" verwendet. In den vergangenen Jahren kam es zu einer politisch korrekten Sprache, sodass "Nomaden" sehr verbreitet zur Bezeichnung der Romanes-Bevölkerung in Italien verwendet wurde. Die Medien verwendeten es als allgemeine Bezeichnung und auch in der Verwaltung wurde es in den Dokumenten eingeführt. Das Wort bezeichnet Bevölkerungen, die von Ort zu Ort umherziehen ohne festen Wohnsitz oder Ansässigkeit. Das trifft allerdings auf das Leben der Roma und Sinti in Italien nicht mehr zu.
Dieser Irrtum ist jedoch nicht neutral, denn das Wort Nomaden beinhaltet einen deutlichen Hinweis auf Einstweiligkeit und somit auf Fremdheit im Vergleich zur sesshaften Wohnbevölkerung. Dadurch können sie leichter aus dem Kreis der Zivilbevölkerung und vom Schulbesuch ausgegrenzt werden. Zudem gibt die Etikette als Nomaden den örtlichen Behörden die Möglichkeit, sie dauerhaft zu diesem Dasein zu zwingen, sie unbesorgt an einen anderen Zielort fortzuschicken oder ihre behelfsmäßigen Unterkünfte zu zerstören, um sie im besten Fall in ungesunden und unsicheren Lagern unterzubringen. All das dient nicht dazu, ein stabiles Wohnen und sich Niederlassen zu fördern.
Eben deshalb ist es notwendig, die Themen im Zusammenhang mit dem Nomadentum zu bearbeiten: Die 8 bis 10 Millionen Roma (Roms, Sinti, Kalés, Kaalés, Romanichels, Boyash, Ashkali, Manouches, Jéniches, Fahrende, etc. - diese Bezeichnungen stammen vom Europarat) sind zu 85-90% sesshaft. Dieselbe Prozentzahl trifft auch auf die Roma und Sinti in Italien zu. Seit vielen Jahren weist die Gemeinschaft Sant'Egidio darauf hin, dass die öffentliche Darstellung der Roma und Sinti nicht der Wirklichkeit dieses Volkes entspricht: es ist ein Mikrokosmos von sehr unterschiedlichen Menschengruppen, die überwiegend seit vielen Jahren keine Nomaden mehr sind.
Daher ist die Entscheidung von Bürgermeister Marino nicht nur eine linguistische Angelegenheit, wie manche behauptet haben, sondern eine wichtige Entscheidung, um eine unterschwellige Scheinheiligkeit der Institutionen zu beheben. Die richtige Bezeichnung und Denkweise in Bezug auf das wahre Leben von Menschen statt einer Verwendung von Bildern oder Einbildungen ist eine Hilfe, um eine angemessene Politik zu gestalten und umzusetzen.
Die Grundschulen sind für Kinder eingerichtet, sie sind mit kleineren Tischen und Stühlen ausgestattet, auch die Toiletten sind für ihre besonderen "Nutzer" ausgestattet.
Eine Politik (beispielsweise in den Bereichen Wohnung oder Bildung), die auf eine Nomadenbevölkerung ausgerichtet ist, während es sich eigentlich um eine sesshafte Bevölkerung handelt, kann zu schwerwiegenden Problemen führen (was in den vergangenen 40 Jahren auch geschehen ist).
Beginnen wir daher mit der Sprache, um die Mentalität und Kultur und damit auch die Politik zu verändern.


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